Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr
Siegerwein der Landwirtschaftskammer
Dritter Sieg in Folge, zehnter insgesamt – Basisweine dominieren 2014er-Jahrgang
Mayschoß. Der beste Ahrwein bei der Prämierung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz kommt von der Winzergenossenschaft Rheinland-Pfalz. Damit ist der 2012er Ahr Spätburgunder QbA trocken einer von nur 19 Siegerweinen im Bundesland.
Zum 10. Mal Sieger
Noch höher ist der Erfolg zu bewerten, da die Genossenschaft zum dritten Mal in Folge und zum zehnten Mal insgesamt den besten Tropfen stellt. „Die runde Zahl freut uns sehr“, so Vorstandsvorsitzender Rudolf Mies, der zusammen mit Vorstandskollege Matthias Baltes und den beiden Kellermeistern Astrid Rickert und Rolf Münster den Siegerwein vorstellte. „Umso mehr, weil unter den anderen Gewinnern nur wenige etablierte, sondern meist Neubetriebe waren und keine weitere Genossenschaft.“ Die Siegerurkunde gab es im Mainzer Schloss im Beisein von Gebietsweinkönigin Viktoria Kugel aus den Händen von Kammerpräsident Norbert Schindler und dem Abteilungsleiter im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten, Helmut Caspary.
Feierliche Weinprämierung
Jener Caspary übrigens, der vor zehn Jahren die Verhandlungen mit der Winzergenossenschaft über die Übernahme der Staatlichen Weinbaudomäne Marienthal führte und der sich laut Mies sehr über das Wiedersehen freute. Die feierliche Weinprämierung mit Übergabe der Ehrenpreise erfolgt am Freitag in der Stadthalle Trier. Zur Jury gehörten übrigens elf Mitglieder, meist Önologen, Gastronomen, aber auch sachkundige Endverbraucher, unter der Leitung von Dr. Stephan Reuter aus Konz.
91° Öchsle
Der Spätburgunder mit 91° Öchsle lagerte zehn Monate bis August 2013 im Fass. Die Jury bewertete vor allem den dezenten Holzeintrag sehr positiv, wie Kellermeister Rolf Münster berichtete. Dies sei wohl einer der ausschlaggebenden Faktoren gewesen – auch gegenüber dem stärker ausgeprägten Barriquewein Walporzheimer Kräutergarten, den bei derselben Prämierung einen zweiten Platz errang. Diesen edlen Tropfen, den es nur in einer kleinen Marge von 300 Litern gab und dessen 2012er-Edition bereits vergriffen ist, hatte das Kellermeisterteam eigentlich noch höher bewertet.
2014: Viele Basisweine
Für den 2014er-Jahrgang erwartet Vorstandsvorsitzender Rudolf Mies eine „adäquate Menge und eine große Menge an Basisweinen“. Mostgewichte wie 2009 und 2011 konnten angesichts des regnerischen Sommers nicht erzielt werden. Viele Spätburgunder bewegen sich im Bereich um 80° Öchsle, doch auch einige Leseerträge mit über 90° Grad Öchsle waren dabei – wie etwa für den angesprochenen Walporzheimer Kräutergarten, der bei rund 95° Öchsle lag.
Über dem Durchschnitt
Bei der Winzergenossenschaft bedauert man die offensichtliche Breite an Basisweinen jedoch keinesfalls. „Im Gegenteil, das ist sogar gut für uns, denn sie hat uns in den vergangenen Jahren gefehlt“, betonte Mies. Außerdem liege der Ertrag der 148 Hektar großen bewirtschafteten Fläche rund 25 Prozent über dem von 2013 und damit leicht über dem langjährigen Durchschnitt. Bei einem Hektarertrag von 86 bis 87 Hektolitern betrage die Gesamtmenge gut 1,25 Millionen Liter mit einem Plus bei der Saftausbeute von 76 bis 77 Kubikzentimeter aus einem Kilogramm Trauben gegenüber 2013. Es sei insgesamt eine „nervöse, aber zufriedenstellende Ernte“ gewesen, die sich mit Unterbrechungen über zwei Monate bis 20. Oktober hinzog, wobei fünfeinhalb Wochen lang wirklich gelesen werden konnte. Ein Problem habe auch die Kirschessigfliege dargestellt, ein Schädling, der die Früchte vor allem kurz vor der Reife befällt.
