Stadtrat Bad Neuenahr-Ahrweiler beschäftigt sich mit Trinkwasser
Trinkwasser weiterhin vorsorglich chloren
Bei künftigen Störfällen soll die Kommunikation zwischen den Beteiligten erheblich verbessert werden
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie lange das Trinkwasser in der Kreisstadt noch gechlort werden muss, ist noch völlig offen; es könne aber noch einige Zeit dauern, erklärte der erste Beigeordnete Detlev Koch bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Aus der Verschmutzung des städtischen Wassernetzes mit Kolibakterien Anfang September habe man jedenfalls einiges lernen können. Bei künftigen ähnlichen Störfällen werde vor allem die Kommunikation zwischen den Beteiligten erheblich verbessert, versprach er. Die erhöhte Chlorung des Wassernetzes erfolge derzeit aus Vorsorgegründen und entspreche der Trinkwasserverordnung, sei damit gesundheitlich völlig unbedenklich, erläuterte Koch den Stand der Dinge. Darüber hinaus würden wöchentlich 34 Chlormessungen sowie 24 Kontrollproben gezogen, die bisher alle unauffällig gewesen seien.
Schwierige Ursachenforschung
Die Suche nach der Ursache für die Störung Anfang September erweise sich aber aufgrund des umfangreichen und weitverzweigten Leitungsnetzes mit zahlreichen Wasserwerksanlagen als äußerst schwierig. Zum jetzigen Zeitpunkt gehe man allerdings davon aus, dass die Störfälle in Bad Neuenahr und die in der Gemeinde Grafschaft voneinander unabhängige Ursachen hätten. Für den städtischen Bereich werde vermutet, dass es infolge der damaligen starken Regenfälle zu einem Eintrag von Schmutzwasser in einem Belüftungsbauwerk der städtischen Transportleitung auf der Strecke zwischen dem Hochbehälter Wachtberg und dem Hochbehälter Tritschkopf gekommen sei. Das verschmutzte Wasser sei wohl anschließend in das Wassernetz gelangt.
Ähnliche Probleme künftig verhindern
Um ähnliche Probleme künftig zu verhindern, erfolge derzeit schwerpunktmäßig der Einbau und dauerhafte Betrieb einer Desinfektionsanlage im Hochbehälter Wachtberg. Außerdem würden sämtliche Schachtbauwerke entlang der Transportleitung überprüft. Weiter sei kurzfristig vorgesehen, durch ein Fachbüro die Anlagen des Wasserwerkes nebst dem Leitungsnetz einer umfassenden technischen Prüfung zu unterziehen, um für den Ernstfall gewappnet zu sein. Zur Optimierung und Gewährleistung der künftigen Sicherheit stehe außerdem eine Reihe von Schritten auf der Agenda des Wasserwerks. Zunächst sollen die Wartung- und Inspektionszyklen verkürzt werden, und nach besonderen Wetterereignissen soll es Sonderinspektionen geben. Die noch vorhandenen Be- und Entlüfter sollen entfernt und durch Blindflansche verschlossen werden. Außerdem soll eine Druckmessung am höchsten Punkt erfolgen sowie das Abdichten der Schachtbauwerke durch geeignete Maßnahmen überprüft werden. Darüber hinaus denkt man über die Verlegung von Dränagen im Bereich der Be- und Entlüftungsschächte nach, und letztlich sogar über eine Veränderung des Betriebes der Wassertransportleitung.
