Allgemeine Berichte | 26.05.2014

Furiose Shows im Bad Neuenahrer Kurhaus – Künstler aus der Region erhält Förderung

Up with People bald mit Verstärkung aus der Region

Ein Konzert von Up with people reißt alle von den Stühlen. RERE

Kreis Ahrweiler. Up with People sind schon in Slums aufgetreten, sie setzen sich für Arme, Kranke und Kinder ein. Weltweit sind die jungen Künstler unterwegs – kürzlich waren sie auch in der Kreisstadt zu Gast. Ihre beiden fulminanten Shows waren hoch umjubelt. Up with People ist eine 1965 gegründete US-amerikanische Bildungsorganisation, die jenseits von Kommerz Begabte fördern möchte.

Musikalische Botschafter

Bekannt ist sie vor allem für ihre Musikshows, bei denen zwischen 70 und 100 junge Menschen im Alter von 18 bis 29 Jahren auftreten – und das aus bis zu 20 verschiedenen Ländern. Im Rahmen dieser Gastspiele bereist die Gruppe für ein oder zwei Semester drei Kontinente. Dabei nehmen sie am ganz normalen Leben teil, leisten aber auch gemeinnützige Arbeit und begeistern nicht zuletzt mit ihren energiegeladenen Musikshows. Die Studenten wollen damit ihre Botschaften in Form von Musik verkünden, aber insbesondere auf soziale, ethische, kulturelle und andere Probleme hinweisen. Lange Zeit bevor es High-School-Musicals oder Casting-Shows gab, präsentierte die Gruppe Up with People einen Strauß aus Musik und Tänzen aus der ganzen Welt. Sie fordert auf, Initiative zu ergreifen, um Verständnisbrücken als Grundlage für den Frieden in der Welt zu bauen. „Voices“ heißt die aktuelle Show der Musikgruppe Up with People.

Sozial engagiert

Erstmals seit sieben Jahren trat die Gruppe wieder in Deutschland auf. Erste Station war die Stadthalle Ransbach-Baumbach, danach folgte das Kurhaus Bad Neuenahr. Eine Woche weilten die 100 jungen Leute im Kreis Ahrweiler. Sozial engagiert haben sie sich beispielsweise mit Programmen an Schulen und bei der Arbeit im Weinberg. Landrat Jürgen Pföhler bedankte sich im Rahmen seiner Rede vor der Show besonders bei den Gastfamilien, bei denen die jungen Leute untergebracht waren: „Eine Woche bevor alles starten sollte, fehlten noch für 80 Studenten Gastfamilien. Das war ein großes Chaos. Ein Aufruf in den Medien - und über 60 Familien haben sich spontan gemeldet. Das zeigt auch, dass wir hier im Kreis gastfreundlich und weltoffen sind“, stellte der Landrat fest. Die Truppe war keine fünf Minuten auf der Bühne, da hielt es schon niemanden mehr auf den Stühlen. Mit stehenden Ovationen feierte das Publikum mit den „Uppies“, wie sie sich selber nennen. Unter den Stimmen dieser Gruppe waren bei den beiden Shows am Nachmittag und am Abend keine Deutschen, aber dafür ein bunter Querschnitt der Nationen mit Akteuren aus Holland, Finnland, Norwegen, Japan und den Philippinen. Die Zuhörer waren wie aus dem Häuschen. Durch die Show von Up with People zieht sich der Wunsch nach Frieden, Freiheit und Geborgenheit wie ein roter Faden. Für den Blick für das Gegenüber und für Würde und Gerechtigkeit setzten sich die Stimmen der Generationen ein. Eigens komponierte Up-with-people-Songs wechselten sich mit internationalen Hits von Bob Dylan über Queen bis Abba ab.

Musikalische Zeitreise

Sie stellten eine Zeitreise von den Anfängen von Up with people in den 1960er-Jahren bis in die Gegenwart dar. Immer wieder suchten die Mitglieder von Up with People den Kontakt zum Publikum. Die Programmpause war keine Verschnaufpause für die Protagonisten. Im Saal suchten die jungen Künstler bewusst den Kontakt zu den Besuchern. Hier entstanden schnell Bande der Sympathie. Jubel im Publikum brandete auch in der zweiten Hälfte immer wieder auf: Lieder wie „Hotel California“, „YMCA“ oder Nenas Dauerbrenner „99 Luftballons“ wurden präsentiert wie der Gangnam-Style. Bei der musikalischen Reise durch die Länder, in denen Up with people schon gastierte, mussten die „Deutschen“ stark sein. Während Afrika mit Tanz, Nordamerika mit Countrymusik und die Karibik mit Reggae davonkamen, wurde Deutschland mit viel Enzian und Heino präsentiert. „Up with People ist eine großartige Möglichkeit, andere Kulturen zu erleben, während man seine eigene mit anderen teilt“, erklärte Thomas Keiper von der Musikschule Way of Music, der den Aufenthalt der Gruppe im Kreis unterstützt. Die Musik fungiere dabei als universelle Sprache, die jeder verstehe.

Unterwegs in der Welt

Wenn Thomas Keiper davon erzählt, werden alte Erinnerungen wach: Als Teenager war er selbst einst Teil von Up with People. Insgesamt war er neun Jahre auf der ganzen Welt als Musiker unterwegs, ein Jahr davon, Ende der 80er Jahre, mit der internationalen Musikgruppe Up with People. Wo die meisten Menschen den Super Bowl nur im Fernsehen verfolgen, war Thomas Keiper als Musiker hautnah dabei. Auch Michael Jackson traf er persönlich. Seine Affinität zu Up with people ist nach all den Jahren immer noch groß und seine Begeisterung sollen nun auch junge musikalische Talente aus der Region spüren. „Wir werden aus dem Kreis Ahrweiler einen Studenten kostenlos mit Up with people auf Welttournee schicken“, kündigte er zu Beginn der Show im Kurhaussaal an. „Wir sind die ersten, die es weltweit machen dürfen“, sagte der Leiter der Bad Neuenahrer Musikschule Way of Music. Wer zwischen 18 und 28 Jahre alt ist und aus dem Kreis Ahrweiler kommt, hat schon mal eine Chance. Aber es gilt noch mehr mitzubringen: Die Bewerber müssen mindestens ein Instrument spielen. Ferner sollten sie teamfähig sein und sozial engagiert.

Bewerbungen ab sofort

Bewerbungen für das Casting werden ab sofort angenommen. Infos unter www.wayofmusic.de. Wer gewinnt darf ein halbes Jahr kostenlos um die Welt mitreisen und in einer erstklassigen Band mitspielen. Das Stipendium beginnt wahlweise ab Juli 2015 oder Januar 2016. Es kostet normalerweise 35.000 US-Dollar. Über regelmäßige Berichte in der Presse und Facebookposts im Internet berichtet der Gewinner des Castings über seine Erlebnisse. Und am Ende bleibt eine einzigartige Erfahrung, viele neue Kontakte und ein hohes Maß an Reputation, Teil einer solch bekannten Musikformation gewesen zu sein.

Ein Konzert von Up with people reißt alle von den Stühlen. Foto: RERE

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