AWO Bad Neuenahr-Ahrweiler
„Verdrängung ist keine Lösung“
Hans Georg Götze referierte über die Risikofaktoren, die zu Altersarmut führen
Kreisstadt. Risikofaktoren auf dem Weg zur Altersarmut gibt es viele: Unterbrechung der Erwerbsbiographie, Minijobs, Niedriglöhne, Werksverträge, Leiharbeit, Praktika, Kürzungen bei Anrechnung von Ausfallzeiten und, und, und...Die Voraussetzungen für eine „sichere“ Rente haben sich in den vergangenen Jahrzehnten derart gravierend geändert, dass der jüngeren Generation nichts anderes übrig bleibt, als sich schon heute die Frage zu stellen: „Wie will ich im Alter leben?“ So abgedroschen es klingen mag, ihre Zukunft beginnt heute und sie müssen umdenken, und zwar jetzt! Zusammengefasst war dies das Fazit des Fachreferenten Hans Georg Götze, der unlängst beim AWO-InfoTreff einen Vortrag zum Thema „Was haben Mindestlohn und Minijobs mit Altersarmut zu tun“ gehalten hat. Seit Jahren ist er in Rheinland-Pfalz und dem Saarland mit diesem Thema unterwegs. Hans Georg Götze ist Vorsitzender des AWO-Betreuungsverein Saarburg-Trier und es treibt ihn um, dass ausgerechnet junge Menschen ein nur mäßiges Interesse an diesem Thema zeigen. Mit der Agenda 2010 wurde ein grundlegender Systemwechsel vollzogen. Die vorgesehenen Rentenkürzungen der kommenden Jahre führen zwangsläufig zu einer niedrigeren Nettorente, also einer sogenannten Grundsicherung, mehr aber auch nicht. Ein Großteil der jungen Menschen kann also keineswegs mit einer „sicheren“ Rente rechnen. Im Alter kann das eine finanzielle Unterversorgung in wesentlichen Lebensbereichen bedeuten: So können ärztlich notwendige Maßnahmen nicht wahrgenommen werden und die Teilnahme am gesellschaftlich-sozialen Leben ist sehr eingeschränkt, da für kulturelle, sportliche und soziale Angebote kein Geld da ist. Einsamkeit und Isolation sind Folgen dieser Entwicklung. Am Ende einer lebhaften Diskussion bekräftigte der Referent Hans Georg Götze, dass er sich nicht entmutigen lässt und er seine kostenlosen Informationsvorträge weiterhin anbieten wird. Die Vorsitzende der AWO Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ingrid Frick, bedankte sich herzlich bei ihm für seine klaren Worte und wünschte ihm, dass das Thema „Altersarmut“ auch bei den tatsächlich Betroffenen auf offene Ohren trifft und nicht weiterhin verdrängt wird.
