Allgemeine Berichte | 11.09.2014

Sommerfest der Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel

Verein pflegt jährlich bis zu 400 Tiere

Die Fotoausstellung mit süßen Katzenbildern zeigte Vorsitzende Andrea Brezina auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler.WM

Löhndorf. „Anton ist ein lustiger kleiner Kerl. Er ist sehr interessiert und neugierig, kommt sofort, sobald irgendwo etwas raschelt oder sich bewegt. Alles ist spannend und muss untersucht werden. Nach getaner Arbeit kuschelt er gern mit den anderen Katzen aus der Gruppe. Dann lässt er sich auch anfassen und streicheln, schnurrt genüsslich und gibt auch Köpfchen.“ Mit diesem knuffigen Kätzchen werden die Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel wenige Probleme haben. Auf seiner Homepage zeigt der Verein unter vielen anderen solche Fundkatzen, die schnell einen neuen Besitzer gefunden haben.

Werden sie aufgelesen, kommen sie in der Regel in eine der 15 festen Pflegestellen. Dort wird ihr Verhalten studiert, sie werden untersucht, eventuell aufgepäppelt, oft auch erst einmal an Menschen gewöhnt, ihr soziales Einbringen in Familie oder die Gruppe anderer Tiere beobachtet, kurz: Es wird festgestellt, was mit den Fundtieren zuerst gemacht werden muss und kann. Das Ziel ist natürlich, sie später in gute Hände zu vermitteln.

Der Blick auf die Homepage der Katzenschutzfreunde Rhein-Ahr-Eifel lässt jeden Tierliebhaber tief durchatmen. Da finden sich neben den possierlichen Katzenbabys auch Wildchen oder nach Anzeigen sichergestellte Tiere, die in einem erbarmungsvollen Zustand zu den Pflegeeltern gekommen sind. Der genau 400 Mitglieder starke Verein deckt als Einzugsbereich den gesamten Kreis Ahrweiler und Orte in der Nachbarschaft bis nach Nordrhein-Westfalen und in den Koblenzer Raum ab. Wie wichtig das Engagement der Ehrenamtlichen für den Tierschutz im Kreis ist, betonte auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler beim Sommerfest des Vereins im Schützenhaus Löhndorf am Mühlenberg. Gern habe er die Schirmherrschaft übernommen, betonte der Landrat, schließlich leisteten die Mitglieder eine wichtige Arbeit, die der Kreis daher auch mit einem jährlichen Obolus honoriere. Vorsitzende Andrea Brezina hatte die zahlreichen Mitglieder zum Sommerfest begrüßt.

Hinter den Katzen in den Pflegefamilien verbergen sich oft traurige Schicksale. Wenn Herrchen oder Frauchen gestorben sind oder plötzlich ins Krankenhaus mussten, wenn ein Vierbeiner orientierungslos herumirrt und die Suche nach der Familie in der Umgebung erfolglos blieb, wenn Tiere abgegeben oder Wildlinge entdeckt werden, landen sie - hoffentlich - bei einer der Pflegeplätze, 15 an der Zahl, dazu eine auf Abruf. „350 bis 400 Katzen werden von uns jährlich aufgenommen“, erklärte Schriftführerin Susanne Kanera, selbst Pflegemutter. Sie erzählte über die Wildlinge, die manchmal so wild sind, dass sie sich partout nicht in einer Familie zurechtfinden. Sie werden operiert, um sich nicht weiter fortpflanzen zu können, geimpft und - wenn keine andere Möglichkeit besteht - wieder ausgewildert. „90 Prozent selbst der Wildchen können wir aber zahm in gute Hände geben nach einer gewissen Zeit. Doch für die gilt wie für alle vermittelten Katzen: Sie müssen in ihre neue Umgebung passen. Das fängt bei der Familie an: Hat sie Kinder? Mag das Tier keine Kinder, sollte verzichtet werden. Manche Tiere brauchen Freiraum und wollen nach draußen, andere bleiben ohnehin zu Hause. Oder: Vertragen sich Hund und Katze? Daher werden die Fundtiere in den Pflegestellen nicht nur gesundheitlich in Form gebracht, sondern auch der Charakter des Tieres wird genau beobachtet, um später bei der Vermittlung optimale Bedingungen für Mensch und Tier zu finden“, erklärte Kanera.

Ganz wichtiger - und nicht gerade billiger - Punkt in der Arbeit des Vereins ist das Chippen der Tiere. Da bekommen sie einen winzigen Chip unter die Haut gespritzt. Anhand dieses Chips lassen sich mit Spezialgeräten die Daten der Katzen (das gilt auch für Hunde und Kaninchen) auslesen. So kann der Tierarzt sofort das Tier zuordnen, den Besitzer der entlaufenden Katze gleich informieren. „Unsere Tiere, die wir vermitteln, sind alle kastriert, gechippt und geimpft. Daher sind die Gebühren von 80 bis 110 Euro pro Katze nicht hoch. Wir beraten die neuen Halter, geben Informationen zu dem Tier, halten Kontakt zu den Menschen. Wir unterstützen alle Katzenfreunde mit Rat und Tat, wenn sie Fragen zu ihren Vierbeinern haben. Oft sind es kleine Probleme mit großer Wirkung: Warum ist ein Tier nicht stubenrein? Warum schreit es den halben Tag? Wie gesagt: Da können wir mit unserer Erfahrung häufig helfen.“ Dass der Verein alle der fast 400 „Pflegekinder“ im vergangenen Jahr vermitteln konnte, zeugt von der intensiven Arbeit der Katzenschutzfreunde. So blieb dann beim Sommerfest nach getaner Arbeit - die Satzung musste angeglichen werden - noch viel Zeit, sich beim selbst bestückten Büfett zu stärken und noch lange über die Arbeit und Erlebnisse mit den Katzen zu reden.

Voll besetzt war das Löhndorfer Schützenhaus beim Sommerfest der Katzenfreunde Rhein-Ahr-Eifel.

Voll besetzt war das Löhndorfer Schützenhaus beim Sommerfest der Katzenfreunde Rhein-Ahr-Eifel.

Die Fotoausstellung mit süßen Katzenbildern zeigte Vorsitzende Andrea Brezina auch Landrat Dr. Jürgen Pföhler.Fotos: WM

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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