Maibaumaufstellen mit Zeitfaktor
Walporzheimer und Bachemer stellten schon am Samstag ihre Bäume
Walporzheim/Bachem. Wenn es ums Maibaumaufstellen geht, gehört der Junggesellenverein St. Sebastian Walporzheim zu den fixesten in der Kreisstadt. Meist vor 20 Uhr ist man in der Regel fertig; lediglich das vergangene Jahr mit vielen Hindernissen bildete damals eine Ausnahme. Doch an diesem Samstag gab es einen besonders triftigen Grund, noch schneller zu sein. Denn die 1. Mannschaft des Sportvereins Walporzheim kämpfte ab 18 Uhr auf dem nahen Sportplatz gegen Brohl um den Aufstieg in die B-Klasse. Das wollten sich natürlich viele Zuschauer des Maibaumaufstellens nicht entgehen lassen - und auch einige Junggesellen nicht. Vereinsmitglied Niklas Harz war an diesem Tag sogar mit Alkohol- und Veranstaltungsverbot belegt worden, um sich ganz auf die sportliche Aufgabe konzentrieren zu können.
So trieb Schultes Nils Josten denn auch die verbliebenen rund 20 Junggesellen zur Arbeit an, um den rutschigen Baum mit Hilfe von Muskelkraft und dreier gekreuzter und gebundener Micken in die Senkrechte zu bewegen. Geschmückt war die Spitze traditionell mit Fähnchen in den Dorffarben rot-weiß - die Farben der Walbeeze Jonge sind hingegen grün-weiß. Ansonsten schmücken alle übrigen Vereine der Kreisstadt ihre Maibäume in den Vereinsfarben.
Die Versteigerung der Mailehen, eben der im Stadtteil wohnenden unverheirateten Mädchen, mit anschließendem Stellen der „kleinen“ Maibäume für diese findet am Dienstag, 30. April, am Klöneck, dem alten Dorfplatz, statt.
Aufstellen mit Gesang
Auch die Bachemer Junggesellen stellten bereits am Samstag unter dem lautstarken Kommando von Schultes Christian Heinen ihren Baum auf dem Parkplatz an der St.-Pius-Straße. Er zählte dabei auf den tatkräftigen Einsatz von rund 16 Vereinsmitgliedern, unterstützt durch Ehemalige, sodass ca. 25 Mann an den Micken bereitstanden. Schon seit 8 Uhr waren sie mit den anderen Junggesellenvereinen der Kreisstadt unterwegs gewesen, um die Stämme aus dem Ramersbacher Forst ins Tal zu transportieren. Zusammen mit ehemaligen Vereinsmitgliedern besorgten die Bachemer an diesem regnerischen Morgen auch die stattliche Spitze für den Fichtenstamm. Die Bachemer setzen dabei, im Unterschied zu den Ahrweiler Vereinen und den Walporzheimer Junggesellen, seit Jahren auf eine Kiefer, in diesem Jahr rund 6 m lang. Zusammen mit dem 22 m messenden Stamm - wie man sorgsam und genau ermittelt hatte - kam der Bachemer Maibaum also auf eine Länge von rund 28 m. Zum Glück war der Stamm schon etwas abgetrocknet, als man gegen 17.30 Uhr zur Tat schritt. Ansonsten hätte die Gefahr eines Abrutschens der Micken bestanden mit der Folge, dass der Baum hätte, zu Boden krachen und beschädigt werden können - oder gar zu einer Gefahr für die Beteiligten zu werden. Geschmückt war die Baumkrone mit Fähnchen in blau-weißer Dorffarbe und einer großen Dorffahne. Rund drei Stunden kalkulierte Schultes Heinen für das Aufstellen ein. Die Zeit verkürzte der Männerchor Bachem mit dargebrachten Liedern - seit langem ein gern gesehener Gast beim Maibaumaufstellen. Auch andere Dorfvereine waren eingeladen worden und hatten sich angesagt. Unter den Besuchern war auch Weinkönigin Laura Heinen, die zusammen mit Ortsvorsteher Georg Schikowski gekommen war, nachdem sie zuvor noch eine Weinrebe als Zeichen ihrer nun zu Ende gehen Regentschaft gepflanzt hatte.
Unter dem Kommando von Schultes Christian Heinen wurde der Maibaum in Bachem an der St.-Pius-Str. aufgestellt.
