Allgemeine Berichte | 14.08.2026, 10:53 Uhr

Vier Wochen früher als üblich

Ahrtal: Die Weinlese ist vier Wochen früher als üblich gestartet

Die „heiße Phase“ im Weinberg hat begonnen.
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Kreis Ahrweiler. An der Ahr startete in diesem Jahr bereits am vergangenen Wochenende die Weinlese und damit die buchstäblich „heiße Phase“ im Weinberg. Die außergewöhnlich frühe Entwicklung der Reben, verbunden mit einem warmen Frühjahr und zunehmender Trockenheit stellt die Winzerinnen und Winzer vor besondere Herausforderungen. Gleichzeitig deutet vieles auf einen qualitativ vielversprechenden Jahrgang hin.

„Die Reben sind bereits Ende März beziehungsweise Anfang April ausgetrieben und damit etwa vier Wochen früher als im langjährigen Mittel“, berichtet Markus Bertram vom Weingut Gebrüder Bertram. Auch die Blüte setzte ungewöhnlich früh ein. Während die Bedingungen zunächst günstig waren und ausreichend Niederschläge für eine gute Entwicklung sorgten, machte sich ab Ende Juni ein zunehmender Trockenstress bemerkbar. „Den Trauben fehlt Wasser aus dem Boden, das sie in dieser Phase normalerweise noch aufnehmen würden. Dadurch schwellen die Beeren weniger stark an. Es dürften daher extraktreiche, konzentrierte Weine entstehen, allerdings in kleineren Mengen“, so Betram weiter.

Die anhaltende Hitze konfrontiert die Winzer auch im Arbeitsablauf mit besonderen Gegebenheiten. Da an der Ahr nahezu ausschließlich von Hand gelesen wird, werden die Arbeitszeiten an die Temperaturen angepasst. Ein Lesebeginn in den frühen Morgenstunden, bereits ab 5 Uhr, wird daher nicht unüblich sein.

Gute Aussichten für Rotweine

Für die Rotweine erwarten die Winzerinnen und Winzer einen guten Jahrgang. Die Trauben weisen laut Bertram eine intensive Farbausprägung auf, die Schalen enthalten viele Extraktstoffe und die Mostgewichte entwickeln sich zügig und gleichmäßig. Durch die erwarteten geringeren Erntemenge werde die Produktion von Blanc de Noir aus roten Trauben jedoch schwieriger. Für die gewünschte Saftmenge werden deutlich mehr Trauben benötigt. Einigen weißen Rebsorten macht es die anhaltende Hitze ebenfalls schwer. Vor allem beim Riesling fehlen die sonst typischen kühlen Nächte, wodurch sich die Säure weniger stark ausprägen kann.

Carolin Groß, Referentin des Ahrwein e.V., sagte: „Für die Weingüter heißt es nun, den optimalen Lesezeitpunkt für die jeweiligen Rebsorten abzupassen, um dann im Keller aus einem von Wärme und Trockenheit geprägten Jahrgang das bestmögliche Ergebnis herauszuholen zu können. Man darf also gespannt sein.“ Zu erwarten seien die ersten 2026er Weine im Januar/Februar 2027, die Spätburgunder ab Herbst 2027.

Die „heiße Phase“ im Weinberg hat begonnen. Foto: Max Harrus

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