Festkonzert zum 250-jährigen Bestehen der Dernauer Pfarrkirche
Würdiger Abschluss des Festjahres
Dernau. Ein Festkonzert mit dem Kirchenchor „Caecilia“ Dernau, dem Männergesangsverein (MGV) „Loreley“ Dernau 1857 und dem Pfarreiengemeinschaftschor „CantAhre“ bildete am Sonntagabend den würdigen Abschluss der Festlichkeiten zum 250-jährigen Bestehen der Dernauer Pfarrkirche St. Johannes Apostel. Das betonte auch Georg Josten vom Kirchenchor in seinen einleitenden Worten. Leider musste er die mehr als 100 Zuhörer darüber informieren, dass der einzige auswärtige Chor, das Vokalensemble Stotzheim unter Leitung von Julia Wunsch, wegen einiger Krankheitsfälle die Teilnahme absagen musste.
Reiche Auswahl an Werken
Das hielt die verbliebenen drei Chöre jedoch nicht davon ab, eine reichhaltige Auswahl an Chor- und Orgelwerken aus 250 Jahren zu präsentieren – ein „Querschnitt durch die Kirchenmusikgeschichte“, wie Josten es ausdrückte. An der Orgel startete der Organist der 250 Jahre alten Pfarrkirche Markus Prange, der auch die musikalische Gesamtleitung übernommen hatte, mit dem modernen Stück „Trumpeting Tune“ von Robert Jones (*1945). Es folgte der erste Auftritt des Kirchenchors Dernau. Er hatte sich eine bunte Mischung aus verschiedenen Musikepochen vorgenommen.
Kanon und Meditation
Den Start machte ein Komponist des 20. Jahrhunderts mit Klaus Ewald Fischbach (1958-2008) und seinem Stück „Eine große Stadt ersteht“, wobei auch die Zuhörerschaft aktiv werden und mitsingen konnte. Es folgte das „Ave Maria“ in der Fassung von Carl Jacob Arcadelt (1505-1568) und der Bearbeitung von Franz Liszt (1811-1886). Ein reizvoller Kanon mit „Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses“ von Carl Heinrich Graun (1703-1759) und „Dextera Domini“ von Josef Gabriel Rheinsberger (1839-1901) schlossen den ersten Chorblock ab. In der ersten von zwei Meditationen betonte Pastor Lothar Anhalt, dass Kirche ein Gesicht brauche – auch ein historisches Gotteshaus wie die 250 Jahre alte Dernauer Kirche. „Von uns bekommt sie das Gesicht.“ Anschließend zitierte er aus Psalm 1. Zum Vortrag des MGV Loreley wechselte Organist Prange von der Empore in den Altarraum und begleitete „seinen“ Männergesangsverein am Keyboard. Der hatte den Schwerpunkt auf Stücke des 20. und vor allem des 19. Jahrhunderts gelegt – mit „Preiset froh den König“ von Willy Trapp (*1923), „Herr, Deine Güte reicht so weit“ von August Ernst Grell (1800-1886), „Sancta Maria“ von Johannes Schweitzer (1831-1882) und „Preis und Anbetung sei unserm Gott“ von Johann Christian Rinck (1770-1846). Nach dem „Pastorale“ von Louis Vierne (1870-1937) auf der Orgel folgte der Auftritt des Pfarreiengemeinschaftschors CantAhre. Er hatte seine Stückauswahl vor allem aktuellen Komponisten wie Klaus Heizmann (*1944), Jean-Marc Morin und Thomas Gabriel (*1957) gewidmet. Von letzterem stammt das Chorstück „Der Herr wird dich in seiner Güte segnen“, das im Wechsel mit der Gemeinde gesungen wurde. Klassischer ging es da beim zweiten Vortrag des Kirchenchors zu. „Jesu meine Freude“ von Johann Sebastian Bach (1685-1750) oder „Der Englische Gruß“ von Johannes Brahms (1833-1897) gehören zum Repertoire vieler Chöre. Das gemeinsam gesungene Schlusslied „Christus König aller Zeiten“ und das „Preludio“ von Joseph Gabriel Rheinberger bildeten den Abschluss des festlichen Chorprogramms, das dem feierlichen Jahr der Dernauer Pfarrkirche in der Tat würdig war. Da der Eintritt frei war, spendeten die meisten Zuhörer gerne für die Renovierung der Orgel.
