Verkehrsunfallanlayse der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler für 2012
Zahl der Unfälle mit Todesfolge überschattet das Ergebnis
Bad Neuenahr-Ahrweiler. Betrachtet man lediglich die nackten Zahlen der Unfallauswertung für den Bereich der Polizeiinspektion Bad Neuenahr-Ahrweiler, so ist man geneigt, von einer schwerwiegenden Fehlentwicklung und beängstigenden Gefahrenerhöhung im öffentlichen Straßenverkehr der Kreisstadt und Umgebung auszugehen.
Die Anzahl der bei der PI Bad Neuenahr-Ahrweiler registrierten Verkehrsunfälle stieg im Vergleich zum Vorjahr von 1425 auf 1509. Stellt man dann noch fest, dass sich die Unfallfolgen bei der Zahl der getöteten Personen verdoppelt haben, nämlich von drei auf sechs Todesopfer, dann wird dieser Eindruck mehr als nur verstärkt. Dadurch bedingt ist die Unfallbilanz der PI Bad Neuenahr-Ahrweiler auf Ebene der Polizeidirektion besonders negativ geprägt.
Aus diesem Grunde ist es wichtig, bei Bewertung der Unfälle mit Todesfolge eine Einzelauswertung vorzunehmen, und dann stellt man fest, dass viele unterschiedliche Faktoren zusammengekommen sind, die letztlich ursächlich für die schwerwiegenden Folgen waren. Keiner dieser Unfälle ist mit Blick auf die Verhaltensweise oder den Ablauf nur annähernd in einen sachlichen Zusammenhang zu bringen. Die Steigerung der Gesamtunfallzahlen ist nicht zuletzt auf die Vergrößerung des Zuständigkeitsbereichs um das Ahrtal und Vinxtbachtal zurückzuführen.
179 Personen wurden bei Verkehrsunfällen verletzt, davon 31 schwer. Einer besonderen Betrachtung in einer Stadt mit mehr als 5000 Schülern bedarf die Anzahl der Unfälle mit verletzten Kindern: Von zwölf im Jahr 2011 stieg die Zahl auf 17. Drei Kinder wurden schwer und 14 leicht verletzt. Jeder dieser Unfälle ist einer zu viel, weil Kinder besonderen Schutz benötigen. Betrachtet man jedoch die Fahr- und Verhaltensweisen, besonders in der dunklen Jahreszeit, dann muss man sich wundern, dass nicht mehr passiert.
Die Unfallursachen
Man verkennt vielfach, dass die Unfallstatistik einer Stadt nicht wie vermutet, Geschwindigkeit als Hauptunfallursache ausweist.
1318 Unfälle mit Sachschaden von 1509 Unfällen insgesamt machen deutlich, dass Auffahrunfälle an Ampeln, Kreuzungen und beim Wenden und Rückwärtsfahren an Einkaufszentren einen Großteil der Unfallbilanz prägen.
In 17 Fällen wurden Alkohol und Drogen als mitursächlich für das Unfallgeschehen festgestellt.
Viele Bürger haben sich im Laufe des Jahres mit Hinweisen auf besondere Gefahrenquellen oder nicht akzeptable Verhaltensweisen an die Polizei gewandt. Alle Eingaben wurden überprüft, aber es muss auch einmal erlaubt sein, zum Ausdruck zu bringen, dass diejenigen, die in verkehrsberuhigten Bereichen erwischt wurden, meist Anlieger waren und die Polizei benötigten, um sich vor sich selber zu schützen. Für große Gefahren an Kindergärten und Schulen sorgen vielfach die, die ihre Kinder dorthin verbringen. Hier gilt es auch weiterhin, aufmerksam zu sein.
Pressemitteilung der
Polizeiinspektion
Bad Neuenahr-Ahrweiler

In der Tat ist es beinahe erstaunlich, dass nicht mehr im Strassenverkehr von Bad Neuenahr-Ahrweiler passiert. Viele Verkehrsteilnehmer sind zu aggresiv, zu ungeduldig und aus meiner Sicht unverantwortlich "unterwegs". Dennoch muss man feststellen, dass auch die Verkehrspolitik bzw. -steuerung der Kreisstadt zu reaktiv ist. Offensichtliche Gefahrenstellen werden nicht behoben, z.B. diverse Kreuzungen Hauptstrasse/Sebastianstrasse, Bad Neuenahr. Verkehrsberuhigende Massnahmen werden in keinster Weise unterstützt, noch nicht einmal vor Schulen und Kindergärten. Die Einbahnstrassenregelungen sind verworren. Häufig sind verkehrsberuhigte Strassen viel zu eng für beidseitigen Verkehr, haben aber dennoch - zumindest in den Kernzeiten - ein hohes Verkehrsaufkommen. Mein Wunsch: Mehr Schutz für Verkehrsteilnehmer durch eine proaktivere und intelligentere Verkehrspolitik. Aus meiner Sicht reichen die angekündigten Geschwindigkeitskontrollen hierzu nicht aus.