Rund um den Weckmann in der Kreisstadt
Zeit für Weckmänner
Nach dem Regen tummelten sich die Besucher Verkaufsoffener Sonntag bescherte der Geschäftswelt reichlich Umsatz
Kreisstadt. Der verkaufsoffene Sonntag „Rund um den Weckmann“ feierte am Wochenende seine nunmehr 14. Auflage. Aber auch nach so langer Zeit hat der verkaufsoffene Sonntag an Attraktivität für Kunden und Gäste der Kreisstadt nichts eingebüßt. Nach der erfolgreichen Vorverlegung im letzten Jahr, wird an diesem Konzept weiterhin festgehalten. Tausende Gäste aus der Region hatten die gemeinsame Aktion der Werbegemeinschaften von Ahrweiler und Neuenahr zum Ziel. Um nicht nur mit Worten die herbstliche Zeit vor Sankt Martin anzukündigen, hatten sich die Werbegemeinschaften noch einige zusätzliche Attraktionen für ihre Kunden einfallen lassen. In beiden Stadtteilen drehte sich so zum Vergnügen der kleinen Besucher ein Karussell - in Ahrweiler auf dem Marktplatz und in Bad Neuenahr auf dem Platz an der Linde. Die überwiegende Anzahl von Geschäften in Bad Neuenahr und Ahrweiler hatte an diesem Sonntag, auch dank der Unterstützung durch die Stadtverwaltung, wieder geöffnet. Der Klassiker „Rund um den Weckmann“ ließ es vorweihnachtlich in den Kassen der kreisstädtischen Geschäftswelt klingeln. Dabei sah es lange Zeit nach einem mauen Nachmittag aus. Genau um 13 Uhr, zur Mittagszeit eröffneten die Einzelhändler in den beiden Verkaufsstädten Bad Neuenahr und Ahrweiler ihre Geschäfte. Zur selben Zeit fegte ein heftiges Unwetter mit Starkregen und Sturm über beide Orte hinweg. Alles, was nicht fest war, flog durch die Luft. Auf den Straßen herrschte Aquaplaning. Die Cafés nahmen ihre Stühle herein, an einem Café vor dem Blankartshof in Ahrweiler machten sich nur dicke Wasserpfützen breit in den ansonsten so begehrten Strandkörben – und die Händler? Sie hofften auf Petrus' Gnaden und taten dies erfolgreich. Denn wenig später kam die Sonne zum Vorschein und damit begann das Getümmel.
Bus-Shuttle
Zwischen Ahrweiler und Bad Neuenahr gab es einen Bus-Shuttle. Sind es die Sonderangebote, die Rabatte oder einfach nur die Atmosphäre, die tausende Gäste immer wieder locken? „Eine Mixtur aus allen Dingen zusammen“, glaubt Siegfried Eberle, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Ahrweiler. Skurril: Auf einer Busanzeigetafel stand nicht „Rund um den Weckmann“, sondern „Rund ums Ei“. Da war wohl jemand seiner Zeit ein wenig voraus.
Kopf ab, Beine ab!
„Der Kopf des Mannes muss weg“, hatten die fünf „Gänseliesel“ von der Grundschule Bad Neuenahr am frühen Nachmittag entschieden. Deshalb sägten die Viertklässler Kaltrina, Victoria, Jasmina, Max, Tim, Hamid und Rojin unter anderem im Beisein von Grundschulrektor Hubert Rieck, Volker Danko von der Werbegemeinschaft Bad Neuenahr, Bäckermeister Ulrich Brand sowie Patrick Küpper, Verkaufsleiter bei Moses und seinem Vater, Konditor Dieter Küpper, schon bald resolut an beiden Enden des Weckmanns. Nebst ebenfalls rund drei Kilogramm schwerer und knapp 70 Zentimeter langer Weckfrau und zwei kleineren Weckkindern ging er gegen einen Obolus Stück für Stück über den provisorischen Tresen. Gestiftet wurden die schmackhaften Wecken mit kandierten Kirschen und schokoladigen Beinen von der Bäckerei Brand – und das zum wiederholten Male. „Der Erlös kommt dem Erhalt des Martinszugs – dieses Jahr am 7. November, ab 18 Uhr - zugute, denn wir sind dringen auf Spenden angewiesen, dass dieser Brauch immer wieder realisiert werden kann“, erklärte Rieck, und warb ebenso bei der Bevölkerung auch für den Verkauf der Martinslose. Abnehmer für das Gebäck gab es freilich genug, und auch an vielen anderen Ständen in den Fußgängerzonen standen Passanten Schlange bei Waffeln oder Crepes. Besonders Heißgetränke wurden bei kalter aber sehr sonniger Witterung dazu gewünscht. Überhaupt hatte „Rund um den Weckmann“ einiges vom Weihnachtsmarkt mit den Kinderkarussells und Ständen auf den Plätzen und den Kunden, die erste Weihnachtsgeschenke kauften. Viele suchten schon nach warmer Kleidung. Zusätzliche Verkaufsstände auf den Straßen gab es nicht, so dass allein das Angebot des heimischen Einzelhandels zählte.
Siegfried Eberle und Hendrik Geschier beim Verteilen der Weckmänner in Ahrweiler.
Die Kinder hatten ihre helle Freude beim Karussellfahren in Bad Neuenahr.
Beim Waffelstand wurde geduldig in der historischen Ahrweiler Innenstadt gewartet.
