SPD-Frauen Bad Neuenahr-Ahrweiler/Grafschaft
pro familia Koblenz zu Gast in „Petras Lädchen“
Beratungsstelle für Prostituierte „Roxanne“ vorgestellt
Lantershofen. Im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung begrüßten die SPD-Frauen Bad Neuenahr-Ahrweiler/Grafschaft Achim Klein, Geschäftsführer von pro familia Koblenz und Christine Bangert, die Mitarbeiterin der pro familia-Beratungsstelle „Roxanne“. Die AsF-Vorsitzende und SPD-Landtagsabgeordnete Petra Elsner hatte die beiden eingeladen, da sich die AsF seit Langem für die Arbeit von pro familia interessiert und aus dem Erlös des AsF Gebrauchtkleiderladens „Petras Lädchen“ auch schon einige Projekte finanziell unterstützt hat. Aus dem Kreis Ahrweiler nehmen viele Bürgerinnen und Bürger die Beratung durch pro familia in Anspruch.
Achim Klein war zum wiederholten Mal zu Gast in „Petras Lädchen“ und berichtete auch dieses Mal lebhaft von der aktuellen Arbeit. Da sich die SPD-Frauen diesmal in besonderem Maße für die Beratungsstelle „Roxanne“ interessierten, steuerte Christine Bangert ihre Erfahrungen mit diesem von Land initiierten Projekt für Frauen bei, die ihren Lebensunterhalt als Prostituierte verdienen und sich als „Sexarbeiterinnen“ bezeichnen. Sexarbeit, das erfährt Christine Bangert immer wieder, ist kein Beruf wie jeder andere. Entsprechende Dienstleistungen werden in der Bundesrepublik täglich von etwa 1,2 Millionen Männern in Anspruch genommen, doch die Dienstleisterinnen selbst stehen im gesellschaftlichen Abseits. Oftmals führen sie ein Doppelleben, damit außerhalb des Milieus niemand etwas von ihrer Arbeit bemerkt. Die Gründe, warum eine Frau sexuelle Dienste anbietet, sind vielfältig, ebenso die Gründe, warum sie im Gewerbe bleiben will oder aussteigen möchte. Für „Roxanne“ geht Christine Bangert zu den Frauen und versucht, deren zumeist schwierige soziale Lage zu verbessern. Zwangsprostitution und Menschenhandel, so hörten die Anwesenden, spiele kaum eine Rolle, dagegen habe etwa kaum eine Sexarbeiterin eine Krankenversicherung und die meisten lebten von einem Einkommen weit unterhalb des Existenzminimums. Sie berät die Frauen in allen Problemlagen und Fragen, denen sich Sexarbeiterinnen ausgesetzt sehen. Die Beratungsstelle bietet psychosoziale Einzelberatung, Krisenintervention, unterstützende Betreuung beim Ausstieg aus der Prostitution und stellt auf Wunsch Kontakt zu weiterführenden Hilfen her.
Da ein Großteil der Prostituierten aus dem osteuropäischen Raum kommt, ist die Verständigung meist schwierig, oft hilft nur eine Dolmetscherin. Da der finanzielle Spielraum der Beratungsstelle eng gesteckt ist, fehlt es hierfür jedoch häufig an Geld. Die SPD-Stadtratskandidatinnen Renate Schmitt und Doris Walther, sowie Kreistagskandidatin Doris Bruch zeigten sich vom engagierten und sensiblen Einsatz von „Roxanne“ für Frauen in schwierigen Situationen sehr beeindruckt. Sie setzten sich daher bei der Diskussion nach dem Besuch der Delegation von pro familia dafür ein, die aufwendige Arbeit zu unterstützen. Die anderen Mitglieder der AsF sahen es ebenfalls als wichtig an, Prostituierten dabei zu helfen, ein menschenwürdiges Leben führen zu können.
Die Versammlung beschloss einstimmig, „Roxanne“ mit einer Spende zu fördern. Pressemitteilung
Petra Elsner, MdL
