Stadt Bendorf
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben
Der ehemalige Sparkassenfilialdirektor Herbert Scholz erlebte 90. Geburtstag im Krankenhaus
Bendorf-Sayn. Der Mensch plant, aber das Schicksal entscheidet. Das musste nun auch der ehemalige Sparkassenfilialdirektor Herbert Scholz anlässlich seines 90. Geburtstags in diesen Tagen akzeptieren. Geplant war die Feier im Kreis seiner Familie, doch am Tag zuvor stürzte Herbert Scholz und musste ins Elisabeth-Krankenhaus in Neuwied eingeliefert werden. Besuch bekam er dort aber dann doch. Der Erste Beigeordnete der Stadt Bendorf, Herbert Wiemer, handelte kurz entschlossen und fuhr zu Herbert Scholz ans Krankenbett, um die Geschenke namens der Stadt Bendorf und seine besten Genesungswünsche zu überbringen. Die Freude bei dem Jubilar war groß, als er den Blumenstrauß übernahm. Gerade mal ein Jahr war es her, dass Herbert Scholz mit seiner Ehefrau Elfriede geborene Braun das seltene Fest der eisernen Hochzeit hatte feiern können. Doch kurz darauf starb sie im Alter von 90 Jahren.
Herbert Scholz
Kennengelernt hatte sich das Paar seinerzeit in Weitersburg, als Herbert Scholz, der im Krieg bei der Luftwaffe diente, einen dort befreundeten Kriegskameraden und Jagdflieger besuchte. Wenn Scholz an diese Zeit zurückdenkt, erinnert er sich vor allem daran, dass er nach Kriegsende vielerlei Hilfe erfahren konnte. Dass er bei der Sparkasse eine Anstellung erhielt, obwohl er bedingt durch die Kriegswirren keinerlei Zeugnisse vorweisen konnte, war eine solche Hilfe. Später besuchte der Jubilar die Schule der Sparkasse, arbeitete sich Schritt für Schritt voran, bis ihm die Sparkasse Koblenz die Leitung der Filiale in Bendorf (Siegburger Straße) übertrug. Als Filialdirektor trat Scholz 1987 in den Ruhestand. Was einmal bitterer Ernst war, wurde nun zu einem mit Begeisterung ausgeübten Hobby: die Fliegerei. Dass er auch ein guter Hobbyfotograf war, wurde unversehens zu einem Glücksfall. Auf Nachfrage einer Tageszeitung, die auf ihn aufmerksam geworden war, lieferte Herbert Scholz Luftaufnahmen. Die waren so hervorragend, dass sie immer wieder nachgefragt wurden. Auch in anderen Bereichen war Herbert Scholz lange Jahre aktiv: als Mitglied des Verwaltungsrats der Kirchengemeinde St. Marien in Sayn ebenso wie im Förderkreis Abtei Sayn. Nun hofft er aber nichts sehnlicher als das Krankenhaus wieder verlassen und seinen Geburtstag zu Hause, nachfeiern zu können.