Pilgerkirche Vallendar
Bach-Chor Koblenz - Matthäuspassion
Am 23. März 2014
Vallendar. Im Frühjahr 1706 hatte sich der Organist an der Neuen Kirche zu Arnstadt, Johann Sebastian Bach, vor dem dortigen Konsistorium zu verantworten.
Man warf ihm vor, dass sein Orgelspiel zu kompliziert sei und er mit vielen wunderlichen Variationen die Gemeinde derart verwirre, dass sie nicht einmal mehr den zu singenden Choral erkennen könne. – Dieser Vorwurf, dass seine Werke zu kompliziert seien, wird den Komponisten sein Leben lang begleiten.
Auch als Thomaskantor in Leipzig konnte er sich nicht beliebt machen, sechs Jahre nach Amtsantritt hatte er schon den Rat der Stadt, das Konsistorium und die Universitätsleitung gegen sich aufgebracht. Der neue Kantor forderte unentwegt neue Mittel, um die Qualität der Chöre und des Orchesters zu verbessern. Schon mit der Aufführung seiner Johannespassion machte er sich bei den Oberen unbeliebt, erschien ihnen das Werk doch zu aufwändig und kompliziert.
Unvergängliches Werk
Umso größer war die Aufregung, als Bach sein größtes und umfangreichstes Werk zur Aufführung bringen wollte: die Matthäuspassion. Der Kantor forderte für die Umsetzung seiner Komposition zwei Chöre, zwei Orchester, unterstützt von zwei Orgeln! Bach gab nicht auf, er kämpfte für seine Idee und so kam es am Karfreitag 1727 zu einer ersten Aufführung.
Das Werk wurde noch mehrmals überarbeitet; maßgebend für heutige Aufführungen ist die Fassung von 1736.
Eines der größten Musikwerke des Abendlandes
Erregte das Werk bei seiner ersten Aufführung Kopfschütteln und Ratlosigkeit, so ist man sich heute zwar einig, mit der Matthäuspassion eines der größten Musikwerke des Abendlandes zu besitzen, aber für jede Aufführung sind eine Reihe von Problemen zu lösen: Da ist zunächst die Doppelchörigkeit. Es handelt sich dabei nicht einfach um einen achtstimmigen Chor, sondern jeder Chor verkörpert bestimmte Personengruppen der Passionsgeschichte: die Chöre singen gegeneinander, dann auch wieder miteinander und auch völlig durcheinander. Das doppelt besetzte Orchester und die größere Anzahl der Solisten erfordern den Einsatz höherer Geldmittel. Und dann ist noch die grundsätzliche Frage zu lösen: wie soll das Werk interpretiert werden?
Folgt man Felix Mendelssohn Bartholdy, der das Werk wieder neu belebt hat und setzt es mit einem großem Chor und einem großen Orchester um oder versucht man es in barocker Tradition mit zwei kleinen Orchestern und zwei kleinen Chören zu gestalten, oder sucht man gar einen Mittelweg. Für welche Möglichkeit man sich auch entscheidet, eines ist sicher: das Werk wird nie verlieren und darin liegt die große Kunst seines Schöpfers.
Vorzüge der Akustik
Der Bach Chor Koblenz, 1985 aus dem Madrigalchor hervorgegangen, ist mit der Matthäuspassion seines Namensgebers eng vertraut. Viele Male wurde das Werk neu einstudiert, aber – wie das bei großen Kompositionen der Fall ist – nie kommt man an ein Ende. So darf man der Aufführung der Passion am 23. 3., um 17.00 Uhr in der Pilgerkirche in Vallendar gespannt entgegensehen.
Diese Kirche verbindet zudem in einmaliger Weise das Erlebnis von Kirche mit den Vorzügen der Akustik eines großen Konzertsaales.
Begleitet wird der Chor von der Cappella Musica Sacra auf historischen Instrumenten und den Solisten (Susanna Martin, Sopran – Diana Schmid, Alt – Andreas Karasiak, Tenor – Thilo Dahlmann, Bass) unter der künstlerischen Leitung des Dirigenten Herman Wagener.
Vorverkauf
Karten im Internet unter www.ticket-regional.de , den bekannten Vorverkaufskassen und der Pilgerzentrale in Vallendar.
Weitere Informationen unter www.bach-chor-koblenz.de
