Frauenchor Bendorf-Sayn
„Der Zuspruch steigt und steigt“
An Pfingsten zeigten die Damen an der Heins Mühle wieder, was in Ihnen steckt
Bendorf.Die Geschichte von Frauenchören reicht bis in die sogenannte mittlere Zeit Ägyptens zurück, als angesehene Tempelsängerinnen ihre Melodien zum Besten gaben. In Sayn entstand die Idee zu einem Frauchenchor auf der Rückfahrt des Männergesangvereines im Jahr 2009 von Oberwiesenthal nach „Sään“. Zwei Busse fuhren im Konvoi Richtung Heimat und im hinteren Bus erreichte die Stimmung den Höhepunkt, als Alois Müller auf seinem Schifferklavier und Oskar Pompetzki auf der Geige die Reisenden bestens musikalisch unterhielten. „Das feine Gehör von Alois Müller ist damals schon begeistert von den Frauenstimmen, die im Bus erklingen“, erinnern sich die Damen heute. Bei den Sayner entstehen Ideen ja immer sehr schnell und so sind Wilma Grande, Ursula Gurkau, Rosi Hoppen, Elvi Kirstein, Anita Müller, Gabi Pompetzki, Gisel Sangenberger, Ingrid Schiffer, Rosi Schmitt und Ute Seifert gleich Feuer und Flamme, „wir gründen den Sayner Frauenchor!“. Beim nächsten Halt wurden auch die Frauen im vorausfahrenden Bus informiert und „infiziert“. „Die erste Probe wurde von den Männern noch belächelt, doch der Frauenchor fand schnell rasanten Zuspruch. Über dreißig Damen übten für den ersten öffentlichen Auftritt“, erinnert sich Alois Müller. Beim Weihnachtskonzert des Männergesangvereines in der Abteikirche mit dem Lied „Stille Nacht“ ist es dann soweit. Auftritte gibt es auch am Schwerdonnerstag auf der Möhnensitzung. Seit diesem Jahr startet der Frauenchor dann so richtig durch, mit Dirigent Alois Müller findet seit März an jedem Donnerstag im Sayner Gasthaus „Lindenhof“ von 19 bis 20 Uhr eine Sangesprobe statt. „Musikalische Vorkenntnisse oder Notenlesen sind nicht erforderlich“, ermutigt Müller auch weiterhin alle Interessierten. Inzwischen sind es ganz knapp vierzig Frauen. Am Pfingstmontag erfreute der Chor die Gäste beim Jubiläumsfest rund um das Museum der Heins Mühle. Und wie immer gibt es ein Einsingen mit einem Gläschen Sekt. „Ich alleine unter vierzig sympathischen und attraktiven Frauen - mein Lebenstraum hat sich erfüllt“, so Alois Müller bei der Vorstellung des Chores. „Mancher Ehegatte hat mich schon gefragt, ob ich nicht zwei- bis dreimal die Woche eine Probe ansetzen könne“, fügt er verschmitzt hinzu, bevor die Damen „Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen“ und „Was kann ich denn dafür“ singen. „Der kleine Italiener“ muss leider wegen eines Wolkenbruchs entfallen. Doch der nächste Auftritt ist beim Konzert des Männergesangvereines am 23. Juni bereits fest im Kalender notiert.
PS
Dirigent Alois Müller.