Politik | 19.10.2015

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

Die Kommunen bereiten sich auf weitere Flüchtlinge vor

Koblenz. Städte, Verbandsgemeinden und der Landkreis Mayen-Koblenz arbeiten weiter an gemeinsamen Konzepten, um den Zustrom von Flüchtlingen zu bewerkstelligen. Dazu werden derzeit kurz-, mittel-, und langfristige Konzepte erarbeitet. An der dezentralen Unterbringung halten die Kommunen fest. Die Kreisverwaltung übernimmt gleichzeitig ergänzend die Aufgabe, größere Unterkünfte zu suchen, die als Puffer zur Erst- und dann zur weiteren Unterbringung dienen.

Bei der von Landrat Dr. Alexander Saftig einberufenen Bürgermeisterdienstbesprechung in der Verbandsgemeinde Weißenthurm machten alle Beteiligten deutlich, dass eine Lösung zur Frage der Unterbringung von Flüchtlingen nur gemeinsam erarbeitet werden kann. Der Landrat hat daher Arbeitsgruppen im Kreishaus eingerichtet, die derzeit größere Einrichtungen auf ihre Eignung hin prüfen: „Wir schauen nach der Lage, nach der Ausstattung, bestimmen den Aufwand, sie in einen für diesen Einsatz notwendigen Zustand zu versetzen. Gleichzeitig sind logistische Fragen zu klären, um beispielsweise kurzfristig die Wasserversorgung dort sicherzustellen.“ Saftig stellte den Bürgermeistern erste Optionen vor, die diese jetzt in ihre Überlegungen einbeziehen wollen.

Georg Hollmann, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Weißenthurm und Sprecher der Kreisgruppe der Bürgermeister beim Gemeinde- und Städtebund, unterstrich, dass weiterhin alle Anstrengungen unternommen werden, um Flüchtlinge dezentral unterzubringen: „Es gibt noch Wohnraum. Den zu akquirieren, ist aber sehr zeitintensiv und wird immer schwieriger.“ Auch Hollmanns Stellvertreter in der Kreisgruppe, Fred Pretz von der Verbandsgemeinde Vallendar, betonte, wie sehr die Kommunen ihrer Aufgabe bisher nachgekommen sind: „Hier muss weiterhin jeder Bürgermeister offen der Frage nachgehen, wo es Möglichkeiten in seiner Verbandsgemeinde oder Stadt gibt.“

Derzeit sind seit Jahresbeginn 1200 Flüchtlinge im Kreis angekommen, nach vorliegenden Zahlen wird mit wöchentlich weiteren 140 Personen gerechnet. Um eine geordnete Verteilung zu ermöglichen, soll eine gemeinsame Plattform den kreisweiten Überblick zum verfügbaren Wohnraum ermöglichen. Zugleich geht der Kreis weiter auf Suche nach Einrichtungen für eine Aufnahme in Mayen-Koblenz, wenn die Kapazitäten der Kommunen, etwa durch Anmietung, erschöpft sind.

Dazu soll eine eigens dafür zu gründende GmbH neuen Wohnraum durch den Bau sogenannter „Low-Cost-Häuser“ schaffen. Diese Gesellschaft soll bereits in der Novembersitzung des Kreistags auf den Weg gebracht werden.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Mayen-Koblenz

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