Mundartdichter begeisterte bei den Freilichtfestspielen am Rheinblick die Bendorfer
Einmaliger Sommerabend mit Liedermacher Marcel Adam
Bendorf. Liedermacher, Mundartdichter, Chansonnier und Entertainer - Marcel Adam ist vieles in einem und bleibt bei all seiner Vielseitigkeit als Persönlichkeit dennoch immer authentisch. Bei seinem nach 2013 zweiten Konzert bei den Bendorfer Freilichtfestspielen am Rheinblick auf der Bühne an den historischen Eisenröstöfen begeisterte er sein Publikum – darunter auch zahlreiche „Wiederholungstäter“ erneut.
Auf rund 30 Jahre Bühnenerfahrung kann der charmante Sänger, Plauderer und Komponist inzwischen verweisen. Während dieser drei Jahrzehnte ist die Zahl der Liedermacher insgesamt deutlich kleiner geworden. Marcel Adam hat sich nicht nur gehalten, sondern ist gewachsen, gereift und erfahren. Noch immer ist er auf Tour, ja seine Bühnenauftritte scheinen eher noch zahlreicher geworden zu sein. Warum? Das wissen natürlich vor allem die, die ihn live auf der Bühne erleben. So wie eben jetzt wieder in Bendorf in Begleitung von Christian Di Fantauzzi, der schon als 14-Jähriger Weltmeister auf dem Akkordeon war, und Christian Conrad, der auf der Gitarre und Mandoline zaubert. Dieses Trio, das sich „La fin équipe“ nennt, versteht sich blind.
Bewegende Geschichten
Marcel Adam, der in der französischen, lothringischen und deutschen Sprache gleichermaßen zu Hause ist, erzählt in seinen Liedern und Balladen Geschichten. Lustige und fröhliche, melancholische und anrührende, aber immer zutiefst menschliche Geschichten, zudem interpretiert er neben eigenen Schöpfungen Lieder bekannter Kollegen wie Reinhard Mey und Hannes Wader; auch Vicki Leandros „Lago Maggiore im Schnee“ zählt beispielsweise dazu. Doch am authentischsten ist er immer dann, wenn er von der „Onna“ (Oma) singt, die vor dem Haus auf der Bank saß und Kartoffeln schälte, oder von der Kartenlegerin Caroline, die als Zigeunerin zwei Konzentrationslager überlebte. Dazwischen plaudert er nicht nur locker über die oft sehr eigenwilligen Beziehungen zwischen Mann und Frau, sondern spricht ab und zu auch die ernsten Dinge an, die das Land und die Menschen und somit auch ihn selbst bewegen – nicht als Richter oder Ankläger, sondern als aufmerksamer und durchaus kritischer Beobachter. Was sind in einer solchen Atmosphäre schon zwei Stunden, die für das Konzert vorgesehen sind? Doch nach diesen zwei Stunden hört Marcel Adam ja nicht einfach auf. Zwei, drei Zugaben gibt er ohne Weiteres obendrauf und zum guten Ende wählt er das Lied, mit dem einst Heinz Rühmann sein Publikum berührte. Er singt von dem Clown, der immer lustig anzuschaun war, aber selbst nie lachte. Mercy heißt seine jüngste CD, mit der er seinem Publikum für seine Treue danken will. Mercy sagt auch das Bendorfer Publikum mit langem Applaus nach einem unvergesslichen Abend.
Nächster Konzertabend im Zeichen George Gershwins
André Wittlich (Gesang) und Ulli Cleves (Piano) präsentieren am Samstag, 22. August, um 19.30 Uhr „The Glory of Gershwin – Eine musikalische Reise vom Jazz zum Broadway“. VVK: Bendorfer Buchladen am Kaufland | Berghotel „Rheinblick“ (Remystraße 79) | Tel. (0 26 22) 14 56 4 | Email: kulturforum-bendorf@t-online.de | www.kulturforum-bendorf.de.
Das Publikum erlebte einen unvergesslichen Abend.
Marcel Adam in seinem Element. Fotos: privat
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