Lebenshilfe Mayen-Koblenz e.V. und „Netzwerk Inklusion“
Gelungener Einsatz für die Gleichstellung von Behinderten
Kreis Mayen-Koblenz/Berlin. Auf Einladung von Mechthild Heil (MdB) machte sich die Lebenshilfe Mayen-Koblenz zusammen mit dem „Netzwerk Inklusion“ kürzlich auf den Weg nach Berlin.
„Wenn einer eine Reise tut, so kann er viel erleben“, so heißt es wohl - und genau das taten die zehn Teilnehmer auf ihrer 3-tägigen Reise tatsächlich. Schon bei der Anreise gab es interessante Begegnungen und Gespräche: So traf man im Zug auf Küchen-Chef Mario Kotaska, der sich gerne mit einem Teil der Gruppe fotografieren ließ und sich Zeit für ein kurzes Gespräch nahm. Im Abteil wurde die Gruppe von einem Verantwortlichen der Reha-Care-Messe beobachtet und buchte Michaela Kurp als Rollstuhlfahrerin für eine Dokumentation zur Barrierefreiheit auf der im September stattfindenden Messe in Düsseldorf. Neben diesen positiven Erlebnissen gab es allerdings auch Hindernisse, die Menschen im Rollstuhl alltäglich behindern, so zum Beispiel defekte oder erst gar nicht vorhandene Aufzüge an Bahnhöfen. Um in diesem Fall überhaupt zum Bahnsteig zu gelangen, waren weite Wege und Kraftanstrengungen erforderlich und immer wieder war man angewiesen auf fremde Hilfe.
Angekommen in Berlin, ging es direkt los ins Gewusel und Gewimmel der Hauptstadt. Berlin stellte sich hierbei direkt als eine kommunikative Weltstadt vor, in der es normal ist, verschieden zu sein. Menschen helfen, ohne viel zu fragen, Menschen mit Behinderungen gehören selbstverständlich zum Alltagsbild und die Stadt ist auf Menschen mit Beeinträchtigungen gut eingestellt: Busse besitzen ausklappbare Rampen, Menschen rücken mal eben zur Seite und reichen Hände, wenn eigene Kräfte nicht ausreichen. Eine gute und mutmachende Erfahrung für die Gruppe, die man direkt am zweiten Tag ins Gespräch mit Mechthild Heil einbrachte. Dass die Umsetzung von Inklusion allerdings noch ein sehr weiter Weg ist und oft schon an „Barrieren in den Köpfen“ scheitert, blieb nicht unerwähnt.
Mechthild Heil war sichtlich betroffen von den persönlichen Erfahrungen, die Michaela Kurp und Frau Hofmann vom „Netzwerk Inklusion“ schon in ihrem Leben machen mussten - und immer noch machen.
Den Aufbau eines „Netzwerkes Inklusion“ für den Landkreis MayenKoblenz fand Mechthild Heil sehr wichtig und unterschrieb direkt auch die Gründungserklärung. Aber nicht genug, denn „nur Reden und Nichts-Tun“ möchte sie nicht: Daher sagte sie spontan ihre Teilnahme an der „Inklusiven Disco“ am 12. Juli in der Laacher See Halle in Mendig zu und stimmte hier Bereichsleiterin Frau Reuter-Nossin zu: „Inklusion muss man leben, nicht machen. In kleinen Schritten und eben einfach mittendrin dabei sein“. Die Gruppe freut sich auf das Wiedersehen und war sich nach Verlassen des Bundestages sicher: Es war nicht die letzte Begegnung mit Mechthild Heil und sicher auch nicht die letzte Fahrt der Lebenshilfe Mayen nach Berlin.
Nähere Infos zum „Netzwerk Inklusion“ sind bei Elke Steckenstein, Lebenshilfe Kreisvereinigung Mayen-Koblenz e.V., Tel. (0 26 51) 96 91 10 oder elke.steckenstein@lebenshilfe-mayen.de erhältlich.
Küchen-Chef Mario Kotaska traf man im Zug. Foto: E. Steckenstein
Besuch der Vertreterinnen und Vertreter der Lebenshilfe und des Netzwerkes Inklusion im Bundestag bei Mechthild Heil (MDB). Foto: M. Reiss
