Wilhelm-Remy-Gymnasium Bendorf
„Hirngespinste“ begeisterte das Publikum
Bendorf.In Anlehnung an den Klassiker „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt entwickelten Schülerinnen und Schüler des „Darstellenden Spiel“ –Kurses des Wilhelm-Remy-Gymnasiums zusammen mit ihrer Lehrerin Elke Mattern das Theaterstück „Hirngespinste“. Die Theatergruppe investierte viele Wochen in die Textgestaltung und Proben, bevor die Arbeiten unter der Regie der erfahrenen Theaterexpertin Elke Mattern auf die Zielgerade kamen und an drei Spieltagen das Publikum des restlos ausverkauften Alten Kinos in Bendorf begeisterten. Der spannende und zugleich amüsante Theaterabend wurde mit einem Rückblick auf den tragischen Autounfall der Familie Oxford eröffnet. Lisa Oxford (Vivienne Kowalczuk) kam dabei ums Leben und Sohn Ben (Niclas Skalicky) fiel ins Koma. Am Steuer war Vater Henry (Dennis Lukat), dessen Schuldgefühle und Versuche, seinen Sohn aus dem Koma zu befreien, in Besessenheit übergehen und ihn in die Nervenheilanstalt bringen. Umgeben von verstörten Mitbewohnern - unter anderem ein Kriegsgeschädigter, Napoleon und andere von Aggressionen oder Neurosen besetzte Gestalten - versucht Oberarzt Frank Stone (Florian Hof), die Patienten mit mehr oder weniger Erfolg zu therapieren. Für den im Mittelpunkt des Stückes stehenden Henry Oxford wird bald klar, dass er für sein Vorhaben Verbündete in der Anstalt finden muss. Da kommen ihm die von Schuldkomplexen beladene Ärztin Dr. Laura Spring (Tabea Gottschalk) und der Rüpel Mike Callaghan gerade recht. So treibt das Geschehen, gepaart mit einer Mordserie und dem drohenden Tod des Sohnes Ben, auf das große Finale zu. Groteske Szenen erwachsen aus diesem gruppendynamischen Szenenspiel, sodass bei aller Tragik die Komik in dem Stück nicht zu kurz kommt. Hinter jedem Patienten steckt ein persönliches Schicksal und es wird schnell klar, dass Genialität und Wahnsinn sehr eng beieinander liegen können. Mit gekonnten Anspielungen an unvergessene Filmszenen verlieh die Regie dem Theaterstück kreativen Witz und ließ bewusst Raum für philosophische Momente. Der Monolog von Mike Callaghan (Philipp Küper) wurde zum Offenbarungseid und sein martialisches Auftreten ließ die Zuschauer vor Angst erstarren. Weiterhin wurden die Gäste durch die Integration des Zuschauerraums in das Stück zum gefühlten Bestandteil des Geschehens. Und spätestens als die Patienten der Nervenheilanstalt eine heiße Choreografie auf das Parkett legten, tobte der Saal vor Begeisterung.
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