Allgemeine Berichte | 12.09.2013

Abfallkonzept 2016

Im Altpapier steckt bares Geld

Erlöse aus dem Recycling reduzieren Entsorgungskosten

Der Bedarf an Altpapier steigt von Jahr zu Jahr. So kann der Kreis das Altpapier vermarkten, um die Gebührenlast für die Bürger zu begrenzen. Gleichzeitig werden Umwelt und Ressourcen geschont.privat

Kreis Mayen-Koblenz. In jedem Kilo Papier stecken durchschnittlich 700 Gramm Altpapier. Entsprechend groß ist das Interesse, möglichst viel Papier wieder in den wirtschaftlichen Kreislauf zu bringen. Hier hat sich in Deutschland ein bedeutender Markt entwickelt, der auch in Mayen-Koblenz beim Abfallwirtschaftskonzept 2016 eine große Rolle spielt: Je mehr Papier der Kreis einsammeln und verkaufen kann, desto geringer und stabiler bleiben die Gebühren für die Abfallentsorgung insgesamt. „Von allen Rohstoffen, die wir aus dem Abfall für eine neuerliche Verwertung gewinnen können, ist Altpapier mit 61 Prozent der mengenmäßig bedeutendste“, erklärt Carsten König, Leiter des Abfallreferats im Kreishaus. „Wir haben ein großes Interesse, dieses Potenzial auszuschöpfen, denn im Markt gibt es eine große Nachfrage nach Altpapier. Das wollen und werden wir nutzen.“

Beim Thema Papier ändert sich für die Bürger im Kreis mit dem neuen Abfallwirtschaftskonzept 2016 recht wenig. Die Tonne für Papier, Pappe und Kartonagen wird wie bisher alle vier Wochen abgefahren. Diese Leerungen können zu einem Grundpreis genutzt werden. Als Stellschraube für die Grundgebühr können Eigentümer zwischen den Behältergrößen 120, 240 oder 1100 Liter wählen: „Somit haben die Bürger durch die Wahl der Tonnengröße eine weitere Möglichkeit, die Höhe ihrer Abfallgebühren zu beeinflussen“, so König.

Wie die Tonnen für Bio- oder Restmüll, so wird auch die Papiertonne einen Chip haben, sodass sie einem Grundstück genau zugeordnet werden kann. Noch nicht konkretisiert, aber schon in den Überlegungen enthalten, ist das Konzept eines Bonussystems, wie Dagmar Menges, Leiterin der Umweltabteilung, betont: „Der Chip eröffnet uns die Möglichkeit einer Payback-Option, also einer Gutschrift in Abhängigkeit des bereitgestellten Papiers und der Marktpreisentwicklung.“ Auf einen genauen Zeitpunkt mag sie sich noch nicht festlegen: „Aber ich gehe derzeit davon aus, dass wir das zeitnah mit dem Start des neuen Systems 2016 angehen.“

Voraussetzung für eine effiziente Nutzung ist dabei die Frage: Wie sauber trennen die Bürger künftig ihren Müll? Nur sortenreines Papier kann im Recycling beste Ergebnisse erzielen. Ins Papierfach gehören daher Verpackungen aus Papier und Pappe, auch Faltschachteln, Kartons, Zeitungen, Zeitschriften, Illustrierte und Kataloge sowie Schreib-, Kopier- oder Computerpapier. Auch Bücher können in der Papiertonne entsorgt werden, wenn der Einband aus Karton oder dicker Pappe besteht. Da Milch- und Safttüten mit Kunststoffen verklebt sind, haben sie in der Papiertonne ebenso wenig zu suchen wie Tapeten, Kohle-, Paus- und Faxpapier oder Aktenordner.

Papier wird im Schnitt sechsmal wiederverwendet. Im Kreis Mayen-Koblenz ist erklärtes Ziel, beizutragen, dass Deutschland von den Spitzenplätzen des Papierverbrauchs absteigt. Rund 250 Kilo stehen pro Kopf und Jahr bei jedem Bürger zu Buche. Zum Vergleich: Nachbar Frankreich kommt mit gut 150 Kilo aus, Belgien dagegen ist Spitzenreiter im Verbrauch mit 330 Kilo. „Die Abholzung wertvoller Regenwälder und die damit einhergehende Belastung des Klimas sind gewichtige Argumente, sorgsam mit den Ressourcen umzugehen. Die Ökobilanz von Recyclingpapier ist außerordentlich gut im Vergleich mit sogenannten Primärpapierfasern“, sagt Carsten König. „Wenn wir lokal unseren Beitrag zu einem umweltfreundlichen Landkreis leisten, wenn wir das bundesweit beherzigen, dann wird auch global der Verbrauch sinken. Und nicht zuletzt: Ein sinkender Verbrauch reduziert auch die Entsorgungskosten - und entlastet die Haushaltskasse der Bürger.“

Pressemitteilung

Landkreis MayenKoblenz

Der Bedarf an Altpapier steigt von Jahr zu Jahr. So kann der Kreis das Altpapier vermarkten, um die Gebührenlast für die Bürger zu begrenzen. Gleichzeitig werden Umwelt und Ressourcen geschont.Foto: privat

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