Jusos Mayen-Koblenz organisieren Mahnwache für Familie Bulut
Kein Platz für Rassismus
Bassenheim. Es war nicht das erste Mal, dass so eine Tat am Haus der türkischstämmigen Familie Bulut in Bassenheim geschehen ist: In der Nacht zum 25. April haben Unbekannte an das Fenster des Restaurants ein Hakenkreuz gemalt. „Das war bereits das dritte Mal, dass das passiert ist. Doch verliert es nie seinen Schrecken“, so Zerrin Bulut. Die beiden Töchter Zerrin und Zehra Bulut sind seit fast zwei Jahren bei den Jusos und der SPD aktiv, Zehra Bulut sitzt sogar im Gemeinderat in Bassenheim. „Es ist eine Schande, dass so etwas immer noch in Deutschland passiert, dass es immer noch rassistisches Gedankengut in unserer Gesellschaft gibt. Von vielen wird dies heutzutage geleugnet, aber solche Taten beweisen das traurige Gegenteil“, so Sebastian Durben, Öffentlichkeitsreferent der Jusos MYK. Doch dieses Mal ging Zehra Bulut mit dieser Tat direkt an die Öffentlichkeit, stellte Fotos in diverse soziale Medien und bat ihre Genossinnen und Genossen der Jusos MYK um Hilfe: „Eine solche Schandtat darf nicht totgeschwiegen werden. Die Leute sollen wissen, dass so etwas immer noch passiert, dass Rassismus kein Schreckgespenst des letzten Jahrhunderts ist, sondern leider immer noch allzu aktuell.“ Als Gegenaktion organisierten die Jusos Mayen-Koblenz spontan für den folgenden Tag eine Mahnwache vor dem Restaurant der Familie Bulut. „Wir wollten Familie Bulut beistehen, ihnen zeigen, dass sie sich auf uns verlassen können. Denn das ist es, was Solidarität bedeutet: Helfen, wenn andere in Not sind“, erläutert Faisal El Kasmi, Vorsitzender der Jusos MYK. Das letztendliche Ausmaß der Versammlung überraschte alle. Gekommen waren Clemens Hoch, Leiter der Staatskanzlei, Marc Ruland, MdL, Bürgermeister der VG-Weißenthurm und zahlreiche Ortsbürgermeister der umliegenden Gemeinden sowie viele Bürger von Bassenheim. Insgesamt mehr als 170 Menschen waren vor Ort, um ihre Solidarität mit der Familie zu bekunden, alle regionalen Zeitungen berichteten, Zehra Bulut wurde im Radio interviewt. Die einstimmige Meinung: „Wir wollen solches Gedankengut in unserem Ort nicht haben. Wir sind froh, dass die Familie Bulut hier lebt.“ Zerrin und Zehra sagten abschließend: „Mit so einer starken Unterstützung haben wir nicht gerechnet. Wir sind sehr dankbar für dieses Zeichen der Solidarität von so vielen Menschen und danken auch unseren Genossinnen und Genossen für die spontane Organisation dieser Mahnwache. Wir leben gerne hier und fühlen uns in Bassenheim wohl. Diese Aktionen zeigen, dass Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zwar immer noch nicht Geschichte sind, aber dass der Großteil der Bevölkerung sie hier nicht haben wollen. Auch im Hinblick auf die momentane Zunahme an Flüchtlingen in unserem Land können wir rechts-extremistisches Denken und Handeln nicht tolerieren. Wir wollen eine bunte Gesellschaft und dafür müssen und werden wir uns einsetzen.“
Pressemitteilung
Jusos Mayen-Koblenz
