Politik | 05.05.2015

Infoveranstaltung in Bendorf zeigte positive Seiten auf und machte Mut

Kriegsflüchtlinge willkommen!

Etwa 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger besuchten die Infoveranstaltung im Rathaussaal.

Bendorf. Bürgermeister Michael Kessler begrüßte im großen Sitzungssaal des Rathauses etwa 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger zu einem Thema, dass kein Alltagsthema ist, aber immer mehr unseren Alltag bestimmen wird, sagte er zu Beginn. „Wir haben eine Herausforderung und das sind die Menschen, die aus Kriegsgebieten zu uns kommen, die alles verloren haben und hier bei uns eine neue Heimat suchen“, so Kessler weiter. "Die Aufgabe der Verwaltung ist es das zu organisieren, was von Staats wegen zu organisieren ist und die Herausforderung der Gesellschaft, als Bürger dieser Stadt ist es mit den Menschen die zu uns kommen anständig und ordentlich umzugehen", so seine Einführungsworte. Im Anschluss wurden in einer zweistündigen Informationsveranstaltung zahlreiche Themen aufgegriffen. Verwaltungsaufgaben wurden dabei aufgezeigt, wie viel hilfswillige Gruppen und Einzelpersonen es gibt, die sich bereits engagieren. Wie geht es den Flüchtlingen hier bei uns ? Welche Rolle spielen wir als Gastgeber oder auch was können wir tun ? Diese Fragen und noch vieles mehr wurde eingehend hinterfragt und auch beantwortet. Darstellung und Einführung in den Umgang mit der Flüchtlingsproblematik im Bereich der Stadt Bendorf kamen genauso unter die Lupe, wie auch die Ermittlung von Wohnraummöglichkeiten in Bendorf. Dazu gab es dann Fragen zur Bereitstellung von Wohnraum und Bürgerinnen und Bürger erfuhren auch an wen sie sich bei weiteren Fragen wenden können. Nicole Fischer (Fachgebietsleiterin „Soziales“) zeigte in einer Präsentation zunächst einen Einblick in den Umgang mit der Zuwanderungspolitik im Bereich der Stadt Bendorf auf. Voraussetzungen für Asylgewährung und Anerkennung, das Asylverfahren im Überblick, Verteilungsquoten für 2015, eine Beschreibung des Asylbewerberleistungsgesetzes, die einzelnen Leistungssätze, die Ankunft und Unterbringung der Flüchtlinge, die anschließende Nachbereitung, die täglichen Arbeitsabläufe im Bereich „Soziales“ und zahlreiche Daten und Fakten wurden von Fischer eingehend erklärt und aufgezeigt. Dabei wurde ein Hauptproblem jedoch nicht verschwiegen, nämlich die ständige Suche nach angemessenem Wohnraum für die Flüchtlinge. Zur Wohnraumproblematik ging auch noch einmal Oliver Michels (Fachbereichsleiter „Ordnung und Soziales“) ein. In diesem Jahr werden noch etwa 100 Flüchtlinge in Bendorf erwartet, wobei zurzeit 28 aufgenommen wurden. So sind auch noch etwa 25 bis 30 Wohnungen bis Ende des Jahres bereitzustellen. Hier zeigte sich im Laufe des Abends eine Aussage: Bendorf ist Klasse im Bezug auf Kontakt aufnehmen. Und auch der Bürgermeister will keine Container, keine Zelte, keine Sammelunterkunft, keine Zusammenballung und man will erst recht kein Ghetto schaffen. Der Erfahrungsbericht einer Vermieterin brachte auch hier nur Positives. Diese war sehr zufrieden, eine pünktliche Zahlung ihrer Miete, eine Stellung der Kaution bereits im Vorfeld sind garantiert und eine ordentliche Grundausstattung von der Stadt ist auch immer gewährleistet. Auch eine zweite anwesende Vermieterin sagte nur Gutes aus und sprach von einem Vertrauen, welches aufgebaut werden sollte, denn die Flüchtlinge wollen am System teilnehmen. Jedoch sollten die Bendorfer diesen Kontakt suchen und auch Sprachbarrieren können eigentlich ganz gut überwunden werden. Hierzu hatte auch eine ehemalige Lehrerin einiges Positives zu berichten. Als Lernpatin ist sie jetzt weiter für die Flüchtlinge, ob Jung oder Alt gerne mit viel Eifer unterwegs. In zahlreichen Erlebnissen gab sie ein interessantes Bild, welches man so eigentlich noch nicht erlebt hatte. Hier erzählte auch sie von einer riesigen Bereitschaft seitens der Flüchtlinge. "Lernbereit sind sie alle und auch an unserer Tradition interessiert, man muss diese den Flüchtlingen nur näher bringen." So kamen an diesem Abend doch zahlreiche positive Erlebnisse mit Flüchtlingen in Bendorf auch aus dem Publikum heraus. Flüchtlinge sind nett und hilfsbereit, so der Tenor und wollen unbedingt integriert werden. Dabei sollte man nun mitmachen, sich nicht ausgrenzen, Zweifel beiseite werfen und den Kontakt suchen, jedoch ist hier die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger gefordert. „Diese Veranstaltung sollte ein paar Idee geben, wo man sich selbst engagieren kann, auf das man gute Freunde mit den Menschen, die zu uns kommen werden kann“, so Bürgermeister Kessler.

Etwa 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger besuchten die Infoveranstaltung im Rathaussaal.
Kriegsflüchtlinge willkommen!

Nicole Fischer (Fachgebietsleiterin „Soziales“) gab in einer Präsentation einen Einblick im Umgang mit der Zuwanderungspolitik im Bereich der Stadt Bendorf.

Etwa 80 interessierte Bürgerinnen und Bürger besuchten die Infoveranstaltung im Rathaussaal.

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