Allgemeine Berichte | 12.05.2015

Ausstellung der Kunstakademie Rheinland e.V. in Koblenz eröffnet

Künstlerisch mit dem Rheintal auseinandergesetzt

Künstlerisch mit dem Rheintal auseinandergesetzt

Koblenz. In der Hauptstelle der Sparkasse Koblenz, Bahnhofstraße 11, wurde kürzlich die Ausstellung der Kunstakademie Rheinland e.V. durch ihren Präsidenten, Dr. Alexander Saftig, Landrat des Kreises Mayen-Koblenz, eröffnet. Präsentiert werden hundert Arbeiten von rund 40 Studierenden und Dozenten der 1999 gegründeten und in Andernach ansässigen Kunstakademie sowie aktuelles Kunstschaffen von Künstlern der Pfälzischen Sezession, Bad Dürkheim, der Arbeitsgemeinschaft Bildender Künstler, Koblenz, der Künstlergruppe Pellenz, Plaidt, sowie der Europäischen Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen. In der Liste der ausstellenden Künstler finden sich Namen wie Uta Birkenhauer, Monika Bozem, Elisabeth Hansen, Karl-Heinz Hennerici und Adelheid Wollinsky. Künstler, von denen sich etliche mit zahlreichen und erfolgreichen Ausstellungsbeteiligungen einen Namen in der Kunstszene errungen haben. Gleich fünf seiner Arbeiten stellt Fred Schäfer-Schällhammer aus, der unter anderem mit dem Staatspreis für Kunst und Architektur ausgezeichnet wurde. Er ist Mitbegründer der Künstlergruppe Pellenz und künstlerischer Leiter und Dozent der Kunstakademie.

„Die Arbeiten berühren mich“

Schwerpunktthema aller ausgestellten Arbeiten ist die Interpretation von Landschaften im Mittelrheintal. Ein Teil der Bilder wurde bereits Ende vorigen Jahres bei der Ausstellung „Rhine-Art“ in der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz anlässlich des 40-jährigen Jubiläums der Künstlergruppe Pellenz gezeigt. Die Verschiedenartigkeit der ausgestellten Kunst in Bezug auf Machart und Ausdrucksweise hob der Vizepräsident der Kunstakademie, Ernst Josef Lehrer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Koblenz, hervor. „Die Arbeiten berühren mich“, zeigten sie doch, dass das Mittelrheintal zu einer der schönsten Landschaften gehöre. Ansichten von Moselhöhen, Rheinauen, von Burgen und Mühlen im Rheintal, von Rheinlandschaften, vom Deutschen Eck, von Bacharach und Ehrenbreitstein bestätigen seine Einschätzung. Lehrer vergaß bei seiner Begrüßungsansprache nicht, die Besucher daran zu erinnern, dass Künstler allein vom Gespräch über ihre Arbeit nicht leben könnten. Er motivierte zum Kauf, zumal diese Original-Werke zu wahrlich zivilen Preisen angeboten würden. Gemäß Ausstellungsverzeichnis sind einige tatsächlich schon ab knapp zweihundert, die teuersten für dreitausend Euro beziehungsweise „Preis auf Anfrage“ zu haben.

Fantastische Ausstellung

Neben Malerei, Zeichnung und Grafik ist mit ein paar Arbeiten, wie zum Beispiel denen von Dagobert Stanke oder Eberhard Linke, auch die Gattung Bildhauerei in der Ausstellung vertreten. Dr. Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord und Schirmherr des Projekts „Komm, mal mit! 2015“, erachtet für besonders interessant die in den Arbeiten erkennbare künstlerische Auseinandersetzung mit dem Rheintal auf den Spuren alter Meister wie William Turner, aber mit Mitteln der modernen Malerei gänzlich anders umgesetzt. In einer von feinem Humor geprägten Laudatio pries Dr. phil. Klaus Schäfer, Leiter des Kulturamtes Andernach, die Originale, die zweibeinigen und die gerahmten. Die Faszination von ehrlichen, nicht manipulierten Originalen, wie sie zu sehen seien in dieser fantastischen Kunst-Ausstellung, durchaus mit einer Landesausstellung vergleichbar, gehe zwangsläufig verloren, indem die Originale immer mehr hinter Bildschirmen verschwänden. Ganz gegen den Strom schwimmend seien hier und heute noch Originale und originelle Künstler erfahrbar, ungeliftet, nicht von Facebook verzerrt, sondern greifbar aus Fleisch und Blut. Das animiere zum Innehalten und zur Entschleunigung. Ob die junge Generation wohl genau so denke, fragte sich Saftig. Ähnlich wie Kleemann betrachte er, der als Kind des Rheins eine besondere Beziehung zu dem Strom und seinen Landschaften habe, die hier ausgestellten Arbeiten speziell unter dem Gesichtspunkt ihrer Verbindung zu den Bildern aus der Zeit, als die Rheinromantik entstand. Die Ansichten ließen den Betrachter erfahren, wie Wanderer und Genießer das Rheintal erleben.

Nicht nur zur besonderen Freude von Dr. Schäfer war zur Ausstellungseröffnung Live-Musik zu erleben. Das Flötenquintett der Kreismusikschule Mayen-Koblenz umrahmte die Veranstaltung mit sehr beachtlichen musikalischen Darbietungen. Die im Erdgeschoss und auf der Galerie im 1. Obergeschoss installierte Kunstschau kann während der Geschäftszeiten der Sparkasse bis zum 30. Mai besichtigt werden.

Dr. phil. Klaus Schäfer bei seiner Ansprache.

Rita Gierens „Frauenakt“-Bilder flankieren Eberhard Linkes Skulptur „Das Paar“.

Gemeinsam mit den Eröffnungsgästen genossen (v.l.) Ulrich Kleemann, Alexander Saftig, Ernst Josef Lehrer und Klaus Schäfer die musikalischen Darbietungen. Fotos: BSB

Die ausgestellten Arbeiten stießen schon bei der Vernissage auf reges Interesse.

Künstlerisch mit dem Rheintal auseinandergesetzt
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