Bei extremem Hochwasser:
Nette und Krufter Bach können zum reißenden Strom werden
Kreis MYK. „So hoch stand das Wasser noch nie“ oder „Hier gab es noch nie Hochwasser“ - das sind Sätze, die derzeit aus Süd-, Nord- und Ostdeutschland zu hören sind.
Ungeahnte Wassermassen bahnen sich ihren Weg durch die Landschaft und überfluten meterhoch ganze Ortschaften.
Die Menschen an Rhein und Mosel und deren Zuflüssen kennen die Situation.
Doch die aktuellen Hochwassergefahrenkarten des Landes zeigen, dass neben den großen Flüssen auch in Plaidt und Kruft, Mendig und Monreal Überflutungen und Schäden an Gebäuden und Infrastruktur möglich sind. Bereits 2011 haben sich die Kommunen im Landkreis Mayen-Koblenz zur Hochwasserpartnerschaft zusammengeschlossen und beraten gemeinsam, wie den Gefahren aus Nette, Krufter Bach und Elzbach begegnet werden kann. Seitdem wurden mehrere Work-shops durchgeführt. „Es war richtig, die die Gefahrenkarten und die Frühwarnung, die Alarm- und Einsatzplanung sowie die Flä-chenvorsorge mit der Regional- und Bauleitplanung anzupassen“, erklärt Landrat Dr. Alexander Saftig. Denn auch im Kreis hat man gesehen, dass sich die Wetterlagen seit einigen Jahren dramatisch verändert haben. „Wir wollten vorbereitet sein, wenn extrem starke Regenfälle und Dauerregen wie aktuell in Ost- und Norddeutschland zusammenkommen.“ Überschwemmungsgebiete sind zu aktualisieren, die Flächennutzung muss angepasst werden und Möglichkeiten und Grenzen des natürlichen Wasserrückhalts gesucht werden.
Ein weiteres Thema war die Information und Einbindung der Bevölkerung.
Klar ist jedoch auch, dass der Hochwasserschutz bei jedem einzelnen zuhause beginnt. Gemäß Wasserhaushaltsgesetz ist jeder einzelne selbst vorrangig dafür verantwortlich, sich vor Hochwasser zu schützen und Vorsorgemaßnahmen zu treffen, erklärt Astrid Dott vom Referat Natur-schutz/Wasserwirtschaft im Kreishaus: „Das fängt mit der Elementarschadenversicherung an, geht über die Bauvorsorge bis hin zu hochwassersicherer Haustechnik. Darüber wollen wir in den kommenden Wochen gemeinsam mit den Städten und Gemeinden verstärkt informieren.“
Anrainer von Nette und Krufter Bach sollten sich vor allem informieren, wie groß die Gefahr ist, künftig von einem Hochwasser betroffen zu sein: „Hier ist das Bewusstsein leider noch nicht so ausgeprägt, wie schnell man von steigenden Pegeln betroffen sein kann. Interessierte finden unter www.hochwassermanagement.rlp.de die Hochwassergefahrenkarten. Über die aktuelle Hochwassersituation informiert die Internetseite www.hochwasser-rlp.de.
Weitere Informationen
Weitere Infos gibt es bei Astrid Dott, Referat Naturschutz/Wasserwirtschaft, Tel. 0261-108370, und Rainer Nell, Referat Zivil- und Katastrophenschutz, Tel. 0261-108330.
Pressemitteilung der
Kreisverwaltung Mayen-Koblenz
