Der Bendorfer Ortsverband der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN spendete
Opferschutz ist auch eine kommunale Aufgabe
Bendorf. Frauen und Mädchen als Opfer sexualisierter Gewalt im Landkreis Mayen-Koblenz finden in der Beratungsstelle des Frauennotrufes Koblenz Hilfe und Unterstützung. Die Formen der Gewalt sind vielfältig: Oft ist die sexualisierte Gewalt verbunden mit körperlicher und psychischer Gewalt. Die Täter haben dann ein Interesse daran, die betroffenen Frauen und Mädchen zu isolieren, indem ihnen zum Beispiel eigenes Geld verweigert wird oder ihnen gedroht wird, wenn sie sich Freunden oder Verwandten anvertrauen wollen. Das Gefühl von Scham, Ohnmacht und Hilflosigkeit erleben nicht allein die Frauen als direkte Opfer, sondern natürlich auch deren Kinder. Die Polizei hilft in akuten Gefahrensituationen.
Schutzkonzepte entwickeln
Zudem betreibt die rheinland-pfälzische Polizei ein bundesweit beachtetes Projekt zur Verhinderung von dauerhafter Gewalt in sogenannten „engen sozialen Beziehungen“. Wenn es um die Verarbeitung des Erlebten, die Entwicklung von Schutzkonzepten für die Zukunft, ein sicheres Unterkommen, die Rechtsstellung von Frauen und Kindern und den Kontakt mit Ämtern und Behörden geht, benötigen die Gewaltopfer darüber hinaus jedoch eine weitere mögliche Anlaufstelle, so wie die Koblenzer Fach- und Beratungsstelle für vergewaltigte Frauen und Mädchen. „Bei uns finden Frauen und Mädchen vertrauliche Unterstützung, wenn sie sexualisierte Gewalt erfahren haben oder diese befürchten. Auch für Freundinnen, Angehörige und nahestehende Bezugspersonen der Betroffenen sind wir gerne da, so wie auch für professionelle Fachkräfte mit dem Angebot kollegialer Intervision,“ so Franziska Godlewsky, eine der vier Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt die Arbeit dieser Einrichtung mit jährlich rd. 40.000 Euro. Hinzu kommen rund 11.000 Euro die die professionellen Fachfrauen explizit für Prävention einsetzen müssen.
Gewalt verhindern
Der Frauennotruf trägt selbst für seine Finanzierung bei, indem die Mitarbeiterinnen dort beständig sogenannte Eigenmittel akquirieren. Im Jahr 2013 waren dies 28.000 Euro aus Vereinsbeiträgen, Spenden und Bußgeldern. Das allein reicht jedoch für die Arbeit bei Weitem nicht aus, erstreckt sie sich doch auf Koblenz und die umliegenden Landkreise Mayen-Koblenz, Neuwied, Ahrweiler, Cochem-Zell und Rhein-Lahn. Deshalb beantragt der Frauennotruf jährlich angemessene Zuschüsse bei den Landkreisen und Verbandsgemeinden, für die er sein Beratungsangebot vorhält. Immer wieder werden diese notwendigen Förderungen jedoch abgelehnt mit dem Argument, „dann könnten ja alle kommen und um Geld bitten“. Dazu erklärt Katharina Raue, MdL: „Wer von Gewalt betroffen ist – unabhängig davon, wer sie ausübt – braucht Hilfe und Unterstützung durch die Gesellschaft. Dieses Prinzip gilt für alle Menschen. Es ist daher eine ureigene kommunale Aufgabe, Gewalt zu verhindern und Gewaltopfern zu helfen. Land, Kreise und Kommunen müssen hier an einem Strang ziehen!“ Auch die Stadtverwaltung Bendorf hat bislang jegliche Unterstützung für die Gewaltopfer verweigert. Der Bendorfer Ortsverband der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nahm den alljährlichen Weihnachtsmarkt zum Anlass, die Erlöse dem Frauennotruf als Ersatz für die fehlende kommunale Unterstützung zur Verfügung zu stellen.
Verlässliche Finanzierungsgrundlage
„Wir werden uns mit aller Kraft dafür einsetzen, in den nächsten Haushalten die Summe der vom Frauennotruf Koblenz beantragten von 545 Euro einzustellen, um eine verlässliche Finanzierungsgrundlage für die Verhinderung von Gewalt und die Hilfe für die Opfer zu schaffen“, erklären Maria Starke und Elke Sodemann-Müller stellvertretend für die Ortsverbands-GRÜNEN. „Wir müssen das Bewusstsein dafür schaffen, dass die Hilfe für Gewaltopfer ein notwendiger Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist“, ergänzt die Abgeordnete Raue.
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Bendorfer Ortsverband
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN