Angriff auf die Sayner Fußballjugend
Sabotage erfolgreicher Jugendarbeit ?
Tore im Bach, Fahrräder auf dem Dach und Mülltonnen im Park
Bendorf-Sayn. Kopfschüttelnd steht das Sayner Fußball-Urgestein Rüdiger Döll Anfang Mai auf dem Sportplatz. Was er sieht, lässt ihn den Glauben an Anstand und Menschenverstand verlieren. Jugend- und Kleinkinder-Tore liegen im angrenzenden Saynbach und ein Fahrrad auf dem Dach der Kabinen. Von den Mülltonnen am Sportplatz fehlt jede Spur. Diese tauchten einige Tage später im Park auf. Döll kennt den Sayner Fußball als Spieler und Spieler-Papa seit Jahrzehnten: „Sowas habe ich noch nicht erlebt und habe es bis auf den heutigen Tag auch nicht für möglich gehalten.“ Mit seinem Entsetzen steht er nicht alleine da. Vorstand, Trainer, Eltern und Kinder können es kaum fassen, mit wie viel Brachialgewalt und Zerstörungswut wertvolle Trainingsgeräte der Jugend des SV Blau Weiß 1911 Sayn e.V.mutwillig zerstört werden. Auch die Seniorenfußballer des Vereins trauen ihren Augen nicht: „Das ist eine bodenlose Schweinerei“, schimpft Lill. Auf seine Initiative hin ziehen die tapferen Männer der zweiten Seniorenmannschaft Sayn das mehrere hundert Kilo schwere Tor aus dem Bach. Vorsitzender Frank Matthies hat direkt die Polizei eingeschaltet und Anzeige erstattet. Diese nahm vor Ort den Schaden und die Anzeige auf. „Auf den ersten Blick sieht es wie Vandalismus aus, ein Streich im Zuge der ersten Mainacht“, kommentiert Matthies. „Dagegen spricht jedoch die Planmäßigkeit des Vorgehens. Zu gezielt und zu überlegt sind die Täter vorgegangen. Außerdem handelt es sich hier leider nicht um einen Einzelfall. Im Frühjahr schon wurde der Verein Opfer einer heimtückischen Hacker-Attacke, die die Homepage des Vereins zerstörte.“ Einiges spricht dafür, dass von interessierter Seite die fußballerische Jugendarbeit des SV Sayn mit hinterhältigem Vorsatz sabotiert werden soll. Sabotage statt Vandalismus? Daran zweifeln im Sayntal nur noch wenige. Aber wer hat es auf die Sayner Fußball-Jugend abgesehen? Und warum? Ist Neid oder Dummheit oder dumpfe Wut auf den Verein das Motiv? Noch fehlen hier die Antworten. „Wer auch immer es ist: Die Täter sollen wissen, dass der Verein jede weitere Beschädigung und jeden Diebstahl konsequent zur Anzeige bringen wird. Wer also erwischt wird, darf nicht darauf hoffen, mit einem simplen „Sorry“ aus der Verantwortung entlassen zu werden, er wird die rechtlichen Folgen zu tragen haben“, hält Geschäftsführer Dr. Benedikt Descourvières fest. Besonders schmerzt es den Vorstand, dass die feigen Attacken in erster Linie die Vereinsjugend treffen. „Wir stellen seit zwei Jahren den Verein sportlich und sozial auf sehr gesunde Füße. Unsere innovativen Projekte wie zum Beispiel. die Fußball-Schule, der Mädchenfußball und die systematische Trainer-Ausbildung stoßen auch überregional auf sehr positive Resonanz. Daher klingt mir Sachbeschädigung viel zu abstrakt: Konkret sehe ich in der böswilligen Zerstörung unseres Trainingsmaterials eine unglaubliche Aggression gegenüber unserer erfolgreichen Jugend- und Bildungsarbeit“, so Descourvières.