Politik | 01.06.2015

Initiative Region Mittelrhein e.V. tagte zum Thema „Integration von Flüchtlingen“

Sprachförderung als erster Schritt zur Arbeitsmarktintegration

Der Fachbeirat möchte nach weiteren Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesamtsituation suchen. privat

Koblenz. In der Commerzbank Koblenz fand eine Veranstaltung auf Einladung der Initiative Region Mittelrhein e.V. mit ihrem Fachbeirat zum Thema „Fachkräftesicherung/Integration von Flüchtlingen“ statt. Helmut Gehres begrüßte von der Arbeitsagentur Koblenz Ulrike Mohrs, Natalie Grings und Frank Schmit, von der Industrie- und Handelskammer Koblenz Dr. Holger Bentz, von der Handwerkskammer Koblenz Ursula Westermann und aus der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz Annette Feilen und Michael Kock.

„Viele Menschen, die auf der Flucht vor Krieg, Vertreibung oder politischer Verfolgung zu uns kommen, bleiben für längere Zeit oder sogar für immer. Damit sie ihren Lebensunterhalt schnell selbst bestreiten können, braucht es verstärkte Unterstützung und Förderung bei der Arbeitsmarktintegration, insbesondere bei der Sprachförderung, und die gibt es nicht zum Nulltarif“, so Ulrike Mohrs, Leiterin der Arbeitsagentur Koblenz. Dr. Holger Bentz stellte für die Industrie- und Handelskammer Koblenz die sogenannten „Welcome Center“ vor. „In Rheinland-Pfalz sind im März vier Stück gestartet. Dort erhalten alle Menschen, die im Land arbeiten möchten, Antworten auf Fragen rund um das Leben und Arbeiten in Rheinland-Pfalz. Sie haben dabei eine Lotsenfunktion inne, übernehmen eine Erstberatung und vermitteln im Anschluss den Kontakt zu den weiteren wichtigen Beratungsstellen im Land“, so Dr. Bentz.

Deutschland verzeichnet zunehmend einen Mangel an Fachkräften. Der demografische Wandel ist auch beim Handwerk angekommen. Zum Beispiel haben Jugendliche in Spanien aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit in ihrer Gegend kaum Chancen auf Ausbildung und eine berufliche Zukunft. Deshalb gibt es organisiert durch die Handwerkskammer Koblenz eine Initiative mit Valencia. Die Spanier werden nach dem dualen System in erfahrenen Handwerksbetrieben als Kfz-Mechatroniker, Mechatroniker für Kältetechnik, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ausgebildet. Vor und während der Lehre werden die spanischen Lehrlinge intensiv unterstützt und sozialpädagogisch betreut. „Das Fazit ist durchweg positiv“, so Ursula Westermann von der Handwerkskammer Koblenz. „Auch der Kreis Mayen-Koblenz hat schnell reagiert“, so Annette Feilen, zuständige Referentin für sonstige Soziale Aufgaben. Neben einer zweiten Sachbearbeiterstelle für die Integration wurde eine Koordinierungsstelle mit Lotsenfunktion für Asylsuchende und Flüchtlinge eingerichtet.

Die Anwesenden führten anhand der vorliegenden Zahlen, Daten und Fakten die Dramatik der Flüchtlingsproblematik aus. Oft verbringen die Menschen bis zu drei Monate an Orten, wo es weder wichtige Datenerhebungen gibt, noch erste Sprachkurse, die für eine Vermittlung in Arbeit unabdingbar sind. Abschließend verständigten sich die Anwesenden darauf, nach weiteren Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesamtsituation zu suchen.

Deshalb ist ein weiteres Treffen Ende Juni geplant.

Für den Fachbeirat der Initiative Region Mittelrhein waren anwesend: Helmut Gehres (Commerzbank Koblenz), Konrad Einig, Volker Grabe (DRK Koblenz), Herbert Grohe, Prof. Dipl.-Vw. Ingeborg Henzler, Beate Kraemer (BBSW Koblenz), Inga Jonas (Rechtsanwältin), Maximilian Mumm (Verbandsbürgermeister Maifeld), Sandra Hansen-Spurzem (Geschäftsführerin Initiative Region Mittelrhein e.V.).

Pressemitteilung

Initiative Region Mittelrhein e.V.

Der Fachbeirat möchte nach weiteren Möglichkeiten zur Verbesserung der Gesamtsituation suchen. Foto: privat

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