Frühjahrsempfang des CDU-Stadtverbands Bendorf
Strom, Flüchtlinge und die Sayner Hütte
Bendorf. „Eine Stromtrasse wird auch durch diese Gegend gehen. Ich erwarte, dass wir auch dazu Ja sagen. In der Erde wird es richtig teuer den Windstrom von Norden nach Süden zu transportieren“, erklärte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Michael Fuchs (Koblenz) beim Frühjahrsempfang des Bendorfer CDU-Stadtverbands im Berghotel Rheinblick. Genaueres sagte Dr. Fuchs aber nicht. Vorgesehen sind drei Mega-Stromautobahnen von denen eine von Emden nach Phillipsburg (Baden-Württemberg), also auch durch Rheinland-Pfalz, führen soll. Die genaue Trassenführung ist noch unbekannt, könnte sich aber am Verlauf der Autobahn 61 orientieren. Einige Zeit zuvor hatte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Bernhard Wiemer zu dem traditionellen Frühjahrsempfang knapp 120 Gäste begrüßt, darunter auch Landrat Dr. Alexander Saftig, den Landtagsabgeordneten Josef Dötsch, Stadtbürgermeister Michael Kessler, Beigeordnete, zahlreiche Kreistags- und Stadtratsmitglieder sowie CDU-Vorstände und Vertreter von Wirtschaft, Gruppen, Vereinen und Institutionen. Wiemer ging auf die Ehrenamtler, von denen viele anwesend waren, ein: „Jeder, der sich neben seinem Beruf zusätzlich bereit findet, sich für die Bürger unserer Stadt Bendorf zu engagieren, bringt unser Gemeinwesen voran und leistet damit einen beachtlichen Beitrag für ein menschliches Miteinander“, betonte der CDU-Vorsitzende. Der CDU-Landtagsabgeordnete Josef Dötsch (Mülheim-Kärlich) appellierte, in Rheinland-Pfalz die offenen Stellen bei der Polizei wieder zu besetzen. In diesem Zusammenhang erklärte er, dass es Freiheit nicht zum Nulltarif gebe.
Koordinierungs- und Sachbearbeiterstelle
Landrat Dr. Alexander Saftig ging auf die Auswirkungen des seit 1. März geltenden neuen Gesetzes für Flüchtlinge ein, die nach drei Monaten Aufenthalt arbeiten dürfen. „Daher müssten die Flüchtlinge schon ab ihrem ersten Tag in den Aufnahmestellen Deutsch lernen. Aber wenn sie nach sechs bis acht Wochen zu uns kommen, dann sind wir gefragt. Deshalb haben wir in der Kreisverwaltung eine Koordinierungs- und Sachbearbeiterstelle geschaffen. Die DEHOGA will 300 junge Menschen ausbilden, aber niemand kann garantieren, dass diese Flüchtlinge auch hier bleiben“, gab der Landrat zu Bedenken. Er lobte die Stadt Bendorf, die sich nach dem Rückzug der Schwerindustrie auf den Weg gemacht und viel Kaufkraft geholt hat. Der Bundesregierung dankte Dr. Saftig für den 2,5 Millionen Euro-Zuschuss für die Sayner Hütte. „Die wird von Nordrhein-Westfalen auf der Internationalen Tourismusbörse zusammen mit dem Kölner Dom dargestellt“, betonte der Bendorfer Stadtbürgermeister Michael Kessler. Auch er ging auf das Thema Flüchtlinge ein und kündigte an, dass es dazu in Bendorf einen zweiten „Runden Tisch“ geben wird. In der Stadtverwaltung habe man für Flüchtlinge bereits eine Drittelstelle geschaffen und einen Dolmetscher eingestellt.
Projekt Sayner Hütte
Völlig begeistert von der Sayner Hütte zeigte sich auch Dr. Michael Fuchs, der das Industriedenkmal vor dem Frühjahrsempfang besichtigt hatte. Er versprach, wenn er nächstes Jahr mit der Berliner Kulturstaatsministerin Monika Grütters seinen Wahlkreis bereist, auch die Sayner Hütte zu besuchen: „Dann schauen wir mal, ob sie dafür nichts in der Tasche hat. Denn Bendorf kann das Projekt Sayner Hütte nicht alleine meistern, auch das Land soll sich beteiligen“, forderte der Bundestagsabgeordnete. Als Hauptredner des Frühjahrsempfang hob Dr. Michael Fuchs die wirtschaftlichen Erfolge in Deutschland und die geringe Arbeitslosigkeit hervor: „Im Gebiet der Handwerkskammer Koblenz konnten im vergangenen Jahr 300 Stellen nicht besetzt werden, in diesem Jahr werden es wohl schon 500 sein. Wir brauchen Fachkräfte in Deutschland, denn sonst gehen die Unternehmen dorthin, wo es Fachkräfte gibt.“
Zur Energiewende
Zur Energiewende führte er aus, dass die Windräder im Hunsrück Strom produzierten, der dort nicht gebraucht werde, jedoch in Bayern oder Baden-Württemberg: „Wer Kernkraftwerke weg haben will, muss damit rechnen, dass Stromleitungen gebaut werden.“ Ende des Jahres gehe in der Nordsee die erste Offshore-Anlage in Betrieb, deren Windstrom in den Süden transportiert werden müsse. Weitere Themen im Hauptvortrag waren u.a. die Bürokratie beim Mindestlohn sowie fehlende Reformen in Europa, besonders aber in Griechenland. Zum Abschluss dankte Bernhard Wiemer den Rednern mit Weinpräsenten.