„Stroomer“ sagen „Ja“ im Karneval
Tolle Narrenschau in Stromberg - Wortwitz und Tanz
Bendorf-Stromberg. Der Traditions-Sitzungskarneval im Höhenstadtteil Bendorf glich einem Hexenkessel in der Dieter-Trennheuser-Halle. Präsident Heiner Eidenberg mit der Schelle und sein Elferrat entführten „ins Land des Lächelns“ und zu geballtem Wortwitz, Sketch, Musik und Tanz. Der Musikverein Stromberg unter Stabführung von Maik Schöneberg brillierte dabei und gab den Takt prächtig an. Ganz prächtig: der Tanzbefehl der Maskottchen und der Tanz der kleinen Garde zur Löwenzahlmelodie. Als Prinzessin trat Büttennachwuchs und Kindersitzungspräsident Tobias Lang auf die Bühne, erwachte aber leider irgendwann aus seinem Traum, indem man alles darf. Lachende, schmucke kleine Hexen zauberten einen fantastischen Tanz der Minis und der Zippel-Zappel-Garde: ein Augenschmaus. Über die „Lochologie“ wusste Christel Kleudgen so manches zu berichten - „es ist immer etwas mit etwas drumherum und mit nichts drin“. Ein Meisterwerk des Solotanzes zeigte Lea Kragt perfekt. Lachtränen und Schenkelklopfen, das gabs bei Olga und Igor. Hilde und Max Weiler von den Freunden der Bendorfer Narrenzunft bestachen bei ihrem Bühnendebüt in Stromberg. „Die arbeiten alle bei Mc Donalds, die rufen alle den ganzen Abend ‚Mäc Mäc‘“. „Ich bin ’ne Räuber“ und viele weitere Karnevalshits spielte Clown Heiner Eidenberg im Saal mit seiner Trompete und der Saal sang bei den bekannten Karnevalsmelodien von Herzen mit. Das geschliffene Wort beherrscht Bühnenass und Traditionsfigur Günter Kronimus. Er beleuchtete das „allerschönste Wappentier“ der „Stoomer Gäs“ und besonn sich auf Traditionen und Traditionspflege. „Alles ist im Wandel, lasst der Jugend Raum, um die Stromberger Kirmes auf ein neues Fundament zu stellen“ und der Saal brachte einen tosenden Beifall. Bei den herrlichen Piraten war einem keinesfalls Angst und Bange. Die Schau der mittleren Garde überzeugte mit guten Tanzschritten. Als „Rentner“ ein gewohntes Bild auf den närrischen Brettern: Wolfgang Hoppen. „Im Neubaugebiet könnte man auch einen Flugplatz bauen, die große Schallmauer am Ortseingang ist ja schon da“, witzelte er und blickte auch sonst schelmisch auf das Ortsgeschehen. Prinz Stefan und ihre Lieblichkeit Sabine „auf Reisen“
Erfüllten die Bühne mit großem Gefolge aus Höhr-Grenzhausen mit ihrer farbenfrohen und schönen Schau und vielen persönlichen Worten. „Ich bin sooooo schööööön“, wusste der Prinz bei „Aschenputtel der besonderen Art“, einem humorvoll-inszenierten Märchen mit Einzelwortbeiträgen und Urkomik. Exaktheit und Brillanz bietet der Marsch der Garde Grün-Weiß Stromberg. Diesen Rahmen nutzten die Karnevalisten, um Nicole Dörr mit der RKK-Verdienstmedaille in Bronze und Petra Fieweger in Silber auszuzeichnen. Sie gehören zum Stromberger Karneval dazu: die Formation „Kakadu“, in diesem Jahr als „SSENPP“ („Stromberg sucht ein neues Prinzenpaar“), um das Prinzenpaar der Kampagne 2003/04 mit Prinz Walter I. von Mine de Bocki und Prinzessin Karin I. von Übersee abzulösen. So traten die Schützen an, Margit Sponheimer mit Prinz Bibi und das Kölner Dreigestirn. Letztlich wurde aber ein ganz neues Motorrad-Prinzenpaar auf den Thron, besser, den „heißen Ofen“ gehoben. Die „Flying Gäse“ mit Y.M.C.A. der Village People. Die Frauenherzen schlugen höher und der Humorlevel ebenfalls. Das GSK-Männerballett hatte wieder die richtige Wahl getroffen. Eine Augenweide ist immer der Paartanz von Sarah Neuheisel und Sascha Arndt, die bei diesem für sie unvergesslichen Auftritt auch noch für Livegesang und Rührung bei einem Heiratsantrag auf der Bühne sorgten. Natürlich gab’s ein „Ja“ und viele Freuden- und Rührungstränen. Für Lachtränen hingegen sorgten die „Piano Boys“. Die Starpianisten hatten ihre Arme in Gips und betätigten die Pianotasten letztlich unsichtbar, aber bestens hörbar mit „ihrem besten Stück“. Zu den Indianern entführte die große Tanzschau mit tollen Tanzfiguren und Hebern der großen Garde. Eine tolle, große Truppe, die einen brillianten Abschlusspunkt in der großen Kostümsitzung voller Narretei und guter Laune setzte. -PS-
Günter Kronimus ist Tradition.
Einen Piratentanz führte die mittlere Garde auf.
Das Männerballett Flying Gäse immitierte Y.M.C.A.