39. Landeskongress der Europa-Union in Koblenz
„Transparenz schafft Vertrauen“
Koblenz. Über 60 Delegierte, darunter sechs Mitglieder des Kreisverbands Mayen-Koblenz der Europa-Union, nahmen am 39. Landeskongress der Europa-Union Rheinland-Pfalz im historischen Rathaus in Koblenz teil.
Der zweitägige Kongress wurde vom Landesvorsitzenden Dr. h.c. Friedhelm Pieper, der „Europa- Ministerin“ des Landes, Margit Conrad, und der Bürgermeisterin der Stadt Koblenz, Marie-Theres Hammes-Rosenstein, eröffnet. Margit Conrad stellte in ihrem Grußwort das Aktionsprogramm ihres Ministeriums vor und begrüßte die Aktivität der Europa-Union in den Schulen des Landes – es gelte, gerade die jüngere Generation, angefangen bei den Schülerinnen und Schülern der Grundschulen, wieder für den Gedanken der europäischen Einigung zu begeistern. „Europa in die Schule“, insbesondere der „Europäische Wettbewerb“, werde den Schulen vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur empfohlen und von der Vertretung des Landes Rheinland-Pfalz beim Bund und bei der Europäischen Union unterstützt.
Den anschließenden Vortrag unter dem Motto „Wann handelt Europa endlich gemeinsam?“ hielt der Vizepräsident des Europäischen Parlaments, Rainer Wieland, der auch Präsident der Europa-Union Deutschland ist. Angesichts der vielen Ereignisse innerhalb und außerhalb Europas werden die Stimmen nach einer souveränen, gemeinsamen politischen Richtung der Europäischen Union immer lauter. Werden das neue Europäische Parlament und die Junker-Kommission es gemeinsam schaffen, die EU stärker in der globalen Welt zu positionieren und die europäische Integration voranzutreiben?
Wieland beleuchtete den Handel im Binnenmarkt, die Außen- und Sicherheitspolitik und die Bürokratie mit den Standards für Arbeitnehmer- und Verbraucherinteressen durchaus kritisch und kam immer wieder auf das Thema „Transparenz“ zu sprechen - Transparenz über Ausschreibungen, aber auch im Hinblick auf das geplante Freihandelsabkommen „TTIP“. Da die Verhandlungen zu TTIP noch laufen, sei jetzt der richtige Zeitpunkt, das Thema zu diskutieren. Als überparteilicher und unabhängiger Verband freue sich die Europa-Union, eine Plattform für diese Debatte zu bieten. Seine zentrale Botschaft dabei lautet: „Transparenz schafft Vertrauen“.
Auch in der anschließenden Podiumsdiskussion, an der sich die beiden Europa-Abgeordneten Dr. Werner Langen und Norbert Neuser, Prof. Dr. Siegmar Schmidt (Universität Koblenz-Landau), Dr. Stephan Koppelberg (Leiter der regionalen Vertretung der EU-Kommission in Bonn) und Dennis Feldmann als Vertreter der Jungen Europäischen Föderalisten beteiligten, wurden der erreichte Stand und die Chancen der Weiterentwicklung der europäischen Einigung erörtert - so wurde am Beispiel des Verbots der Glühbirne aufgezeigt, wie Vertrauen aufgrund mangelnder Transparenz zerstört werden kann. Einig waren sich alle Teilnehmer der Diskussionsrunde, dass die Nationalstaaten den Herausforderungen einer globalisierten Welt nicht gewachsen sind. Mit Blick auf die Krisenherde, die sich an den Rändern der EU ausbreiten, betonte Norbert Neuser nach dem Motto der Französischen Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ die Wichtigkeit der Aufnahme von Flüchtlingen - Brüderlichkeit bedeute Solidarität .
Nach einem gemeinsamen geselligen Abend beim Italiener mit Musik und Gesang von Django Reinhardt fanden am nächsten Tag die Vorstandswahlen statt: Dr. h.c. Friedhelm Pieper wurde wiedergewählt, auch der ehemalige Vorsitzende des Kreisverbands Mayen-Koblenz, Rolf Berendes aus Mayen, ist für weitere zwei Jahre im Landesvorstand vertreten.
Pressemitteilung
Europa-Union Deutschland,
Kreisverband Mayen-Koblenz
