Allgemeine Berichte | 16.06.2015

Fotoausstellung im Schloss Sayn wird am Sonntag eröffnet

„Udi - 20 Jahre an meiner Seite. 1941-1961“

Bendorf. Im 100. Geburtsjahr von Fürst Ludwig zu Sayn-Wittgen-stein-Sayn (1915-1962) öffnet am Sonntag, 21. Juni, im Reiffenberg-Saal von Schloss Sayn die Ausstellung „Udi - 20 Jahre an meiner Seite. 1941-1961“.

Gezeigt werden bis zum Ende der Saison 2015 Fotografien der bekannten Fotografin Marianne Fürstin zu Sayn-Wittgenstein-Sayn aus ihrem kurzen gemeinsamen Leben mit Fürst Ludwig.

Die Ausstellung von etwa 50 großflächigen Fotografien weckt Erinnerungen an „unseren Prinz“, wie ihn die Sayner Mitbürger nannten. Kriegszeit, Zerstörung und der allmähliche Wiederaufbau prägten sein Leben ebenso wie die Reisen zur weitläufigen Verwandtschaft, seine Liebe zum Sport und die immer wieder gezeigte Freude, den Krieg und die Zeiten der Entbehrung überlebt zu haben.

Geöffnet ist die Ausstellung täglich für Besucher des Rheinischen Eisenkunstguss-Museums im Schloss Sayn mit Fürstinnenzimmer und Schlosskapelle. Gesonderte Führungen werden angeboten,

Anmeldung unter Tel. (0 26 22) 90 29 13.

Weitere Infos über Schlossverwaltung unter Tel. (0 26 22) 9 02 40, Email an verwaltung@sayn.de.

Aus der Vita:

Am 6. Mai 1915 wird Prinz Ludwig zu Sayn-Wittgenstein in Kopenhagen als ältester Sohn des Diplomaten Prinz Gustav Alexander und der Freifrau Walburga von Friesen geboren.

Die Familie lebt nach dem Ersten Weltkrieg in der Schweiz, wo „Udi“ aufwächst. Später besucht er das Landschulheim Neubeuern in Oberbayern, bis er in den Reichsarbeitsdienst gerufen wird. Es folgt eine landwirtschaftliche Lehre in England zur Vorbereitung auf die Übernahme des Sayner Besitzes von seinem kinderlosen Onkel Fürst Stanislaus.

Noch vor Kriegsbeginn kommt er zu dem Kavallerie-Regiment 18 (Canstatter Reiter) und schließlich als Aufklärer an die Ostfront.

Bei einem kurzen Fronturlaub lernt Ludwig in München Baronesse Marianne Mayr-Melnhof kennen. Im März 1942 wird bei ihren Eltern auf Schloss Glanegg bei Salzburg geheiratet. Es folgt die Geburt von Tochter Yvonne im Dezember des gleichen Jahres und von Sohn Alexander im November 1943. Im Januar 1944 fällt Ludwigs Bruder Heinrich, der hochdekorierte Major und Kommodore eines Nachtjagd-Geschwaders. Der jüngste Bruder Alexander bleibt in der Schlacht um Berlin vermisst.

Bei Kriegsende gerät Prinz Ludwig als Oberleutnant im Westerwald in Gefangenschaft, die er zunächst in Frankreich und später in England verbringt. Bei der Rückkehr nach Sayn im Herbst 1946 findet er ein in den letzten Kriegswochen durch eine Brückensprengung deutscher Einheiten zerstörtes Schloss vor. Die Familie erhält Zuflucht zunächst im Pfarrhaus und später in verschiedenen Mietwohnungen des Ortes.

Während sich Prinzessin Marianne mit viel Engagement um die Revitalisierung der Schlossgärtnerei bemüht, betreibt Prinz Ludwig die kleine Land- und Forstwirtschaft. Nach der Geburt von Prinzessin Elisabeth 1948 gibt es Überlegungen, nach Brasilien auszuwandern. 1951 fällt die Entscheidung, in Sayn am Hang des Friedrichsbergs das „Landhaus“ zu errichten.

Bald folgen zwei weitere Kinder, 1952 Teresa und 1954 Peter. In dieser Zeit ist Prinz Ludwig vorübergehend für Bell Helikopter in Winningen tätig. Mit dem Tod von Fürst Stanislaus 1957 wird Ludwig der sechste Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. In dieser Zeit beginnt er für die amerikanische Firma AMF in Frankfurt zu arbeiten, zuständig für den Vertrieb von Zigarettenmaschinen und Bowling Alleys in verschiedenen Ländern Europas. Im Sommer 1960 feiert eine begeisterte Sayner Bevölkerung ihren „Ferscht“ als Schützenkönig. Als er an einem regnerischen 9. Januar 1962 abends zum Briefkasten geht, beendet der schleudernde Anhänger eines Lastwagens sein junges Leben. Fürstin Marianne kehrt in ihre österreichische Heimat zurück und erhält bis zum heutigen Tag viel Anerkennung als Fotografin. Fürst

Alexander übernimmt im Alter von 18 Jahren die Verantwortung für den Sayner Besitz.

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