Politik | 23.11.2015

Arbeit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft von Consultingfirma geprüft

Unternehmen bewerten die Dienstleistungen der WFG überdurchschnittlich gut

Landrat Dr. Alexander Saftig (l.) und Wirtschaftsförderungsgesellschafts-Geschäftsführer Henning Schröder stellten am Beispiel des Industrieparks an der A61 die Ergebnisse einer Studie der ExperConsult zur Kunden- und Standortzufriedenheit im Landkreis Mayen-Koblenz vor.WEC

Koblenz. Anfang des Monats wurde die landkreiseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH, kurz WFG genannt, in Berlin beim jährlichen Wettbewerb um den deutschlandweit begehrtesten Wirtschaftspreis „Großer Preis des Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung mit dem Sonderpreis „Premier-Kommune 2015“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung belegt die anhaltend gute Arbeit der Gesellschaft und als i-Tüpfelchen kommt hinzu, dass Nominierungen zu dem Wettbewerb nur über Dritte erfolgen können. „Einen derart bedeutenden Wirtschaftspreis erhält man nicht im Vorbeigehen“ hatte Landrat Dr. Saftig dem Kreistag stolz verkündet „da steckt sehr viel Arbeit dahinter.“ Zu ähnlich guten Ergebnissen kommt eine vorher in Auftrag gegebene Studie der ExperConsult, die die Arbeit der WFG auf den Prüfstand stellen sollte. Weil die Consultingfirma bundesweit agiert, ist sie daher in der Lage, ihre Schlüsse mit anderen Regionen zu vergleichen. Die Ergebnisse der Studie, die Verbesserungspotenziale für den Landkreis als Wirtschaftsstandort und die Arbeit der WFG erkennen sollte, stellten kürzlich Landrat Dr. Saftig und WFG-Geschäftsführer Henning Schröder im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vor. „Wir sind ganz schön froh über die Ergebnisse,“ brachte Landrat Dr. Saftig gleich eingangs die Resultate der Studie auf den Punkt. Allgemein hob der Landrat in seinen einführenden Worten den Kreishaushalt hervor, der für das Jahr 2016 in erster Linie nur deshalb ausgeglichen werden konnte, weil die Einnahmen stärker stiegen als die Ausgaben. 5 Mio. Euro mehr Kreisumlage seinen sicher auch ein Kennzeichen dafür, das an den „harten Standortfaktoren“ wie beispielsweise Steuern, Abgaben, Infrastruktur oder Arbeitskräftepotenzial ständig hart gearbeitet würde. Ausruhen auf den Ergebnissen der ExperConsult-Studie komme weder für den Landrat noch den WFG-Geschäftsführer in Frage. Die Studie deckt zwar keine direkten Schwachpunkte auf, gibt aber dennoch Hinweise, wo man in Zukunft noch besser werden sollte.

Die Arbeit der Beratungsfirma startete im Mai und Juni mit einer Unternehmensbefragung, zu der 1.973 im Kreis ansässige Unternehmen angeschrieben wurden, von denen 241 Rückläufe einflossen, was eine zufriedenstellende Quote sei. 94 Prozent der Antwortenden sind Inhaber oder Gesellschafter sowie Geschäftsführer und Prokuristen oder gehören zur Werks- oder Betriebsleitung. Das Gast- und Baugewerbe waren die dominierenden Branchen bei den Teilnehmern, wobei der WFG im Rahmen der Qualitätsoffensive Tourismus kürzlich 4 Mio. Euro Fördermittel zur Verfügung standen, die über ihre Hebelwirkung vier Mal soviel Investitionen auslösten. Die WFG verfügt über ein positives Image. Attribute wie kommunikativ, präsent, kundenorientiert, professionell und kompetent werden von den Befragten hervorgehoben, von denen mehr als die Hälfte mit dem Wirtschaftsförderer in diesem Jahr Kontakt hatte. Der wichtigste Anlass, mit der WFG in Kontakt zu treten, sind Betriebserweiterungen. Naturgemäß gehören Förderprogramme zu den wichtigsten Projekten der Wirtschaftsförderung. 83 Prozent der Unternehmen, die bereits Kontakt zur WFG hatten, waren zufrieden. Das ist eine sehr positive Beurteilung und ebenso herausragend fühlen sich 85 Prozent der Unternehmen im Landkreis wohl bis äußerst wohl. Die höchste Zufriedenheit ist bei der Autobahnanbindung gegeben und dem interregionalen Verkehr. 22 Prozent sind jedoch mit der DSL-Verfügbarkeit beziehungsweise ihrer Breitbandanbindung „gar nicht zufrieden“. Landrat Dr. Saftig verwies dazu auf einen vom Landkreis erarbeiteten Masterplan, der noch am 23. November im Kreisausschuss beraten werden soll, und WFG-Geschäftsführer Henning Schröder ergänzte, dass „schnelles Internet“ künftig noch verstärkter in den Blickpunkt der Aktivitäten rücken soll. Noch im Dezember beabsichtige die WFG, einen ersten Aufruf zu starten, der auf die bereitgestellten Bundesfördermittel zum Breitbandausbau hinzielt.

Insgesamt sind die Ergebnisse der Unternehmensbefragung im Landkreis Mayen-Koblenz überdurchschnittlich gut ausgefallen, resümierte die ExperConsult, dies bezieht sich nicht nur auf die Bewertungen des Wirtschaftsraums, sondern auch auf die Tätigkeiten der WFG.

Landrat Dr. Alexander Saftig (l.) und Wirtschaftsförderungsgesellschafts-Geschäftsführer Henning Schröder stellten am Beispiel des Industrieparks an der A61 die Ergebnisse einer Studie der ExperConsult zur Kunden- und Standortzufriedenheit im Landkreis Mayen-Koblenz vor.Foto: WEC

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