Müll: Wirtschaftsfaktor mit Potenzial
„Von der Tonne zum Wertstoff“
Wirtschaftsarbeitskreis der CDU im Landtag informiert sich bei TOMAR Sorting
Mülheim-Kärlich. Erstaunlich, was aus vermeidlich wertlos aussehendem Müll werden kann. Dank perfekter Wiederverwertungs- und Aufbereitungssysteme ist aus der ursprünglichen Müllentsorgung ein lukrativer Wirtschaftszweig entstanden. Der Arbeitskreis Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung der CDU-Landtagsfraktion besuchte aktuell die Firma TOMRA Sorting GmbH in Mülheim-Kärlich, um sich über die Abläufe der Wiederaufbereitungsverfahren ein umfassendes Bild zu machen. Anlass des Besuchs war die derzeitige Diskussion zum Kreislaufwirtschaftsgesetz Rheinland-Pfalz. Der Gesetzentwurf hierzu wurde von der Landesregierung ins Parlament eingebracht und soll voraussichtlich im Herbst beschlossen werden, nachdem das entsprechende Bundesgesetz bereits 2012 in Kraft trat. Das Gesetz regelt, was in den normalen Hausmüll, Biotonne, gelben Sack und Sonder- oder Sperrmüll gehört und auf welche Weise was getrennt werden muss. Mit der Firma TOMAR besuchten die Landespolitiker ein Unternehmen, das über einen internationalen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet verfügt. In Mülheim-Kärlich sitzt die Forschungsabteilung des norwegischen Unternehmens. Der Wahlkreisabgeordnete Josef Dötsch zeigte sich überrascht über die Möglichkeiten modernster Sortiermaschinen, wies jedoch darauf hin, dass auch die beste Technik entstandenen Müll nicht vermeiden kann: „Ziel muss es sein, Müll im Ursprung zu vermeiden, dem unvermeidbaren Müll möglichst die noch nutzbaren Rohstoffe zu entziehen und den Rest energetisch zu verwerten.“ Wie wirtschaftsrelevant Müll mittlerweile ist, stellte Jürgen Priesters, Leiter von TOMAR in Mülheim-Kärlich eindrucksvoll dar. So bringt fein sortiertes Kupfer beispielsweise 5000 Euro pro Tonne und Aluminium immerhin 2000 Euro pro Tonne auf dem Weltmarkt ein. Müll ist also keinesfalls wertloser Abfall, sondern ein Wirtschaftsfaktor mit wachsendem Potenzial.
