Politik | 25.01.2016

Mendiger Ortsverein Bündnis 90/Die Grünen hatte zum traditionellen Neujahrsempfang geladen

„Wir sind ein buntes, weltoffenes Land“

Der Vorstand der Grünen mit der Direktkandidatin des Wahlkreises 11 für die Landtagswahl, Natascha Lentes, und der Landtagsabgeordneten Anne Spiegel (v.l.): Ivette Mittler, Natascha Lentes, Konrad Böhnlein, Stephan Retterath, Anne Spiegel und Leo Heinen.FRE

Mendig. Anlässlich des traditionellen Neujahrsempfangs des Mendiger Ortsverbandes von Bündnis90/Die Grünen waren zahlreiche Gäste, darunter neben VG-Bürgermeister Jörg Lempertz und Stadtbürgermeister Hans Peter Ammel auch einige Vertreter der politischen Gremien im Stadtrat, ins Hotel Laacher Lay (ehemals Altes Casino) gekommen. Für ein wunderbares musikalisches Rahmenprogramm sorgte die Django Reinhardt Band, bestehend aus Jermaine (Gitarre), Marlon (Gitarre) und Sascha Reinhardt (Bass).

Nachdem er die Anwesenden, insbesondere die beiden Rednerinnen Anne Spiegel, Landtagsabgeordnete, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag und Sprecherin für Integration, Frauen, Flüchtlinge und Asyl, sowie Natascha Lentes, Geschäftsführerin Kreisverband Mayen, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Mayener Stadtrat und Direktkandidatin für den Wahlkreis 11 (Andernach, Mendig, Pellenz) willkommen geheißen hatte, stellte der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Mendiger Stadtrat, Stephan Retterath, zum Thema Flüchtlinge zunächst fest, dass er gewisse Ansichten nicht verstehen könne. Die Flüchtlinge seien gerade in der hiesigen Gegend sowohl wirtschaftlich als auch kulturell ein Gewinn, sagte er und stellte die Frage: „Wenn wir nicht helfen können, wer denn dann?“. Retterath unterstrich: „Wir dürfen das Asylrecht nicht antasten. Wenn unsere Kanzlerin sagt: 'Wir schaffen das', dann sage ich dreimal: 'Wir schaffen das'!“.

Als sein „Lieblingsthema“ stellte der Fraktionsvorsitzende den Konversions-Zweckverband vor und monierte zugleich, dass man inzwischen auf „den Trichter gekommen“ sei, das Gelände auf dem ehemaligen Flugplatz in ein Event-Gelände zu verwandeln. Wenngleich „Rock am Ring“ eine schöne Veranstaltung gewesen sei, dürfe das Land für weitere Investitionen nicht zur Kasse gebeten werden, da es sich hierbei schließlich um Steuergelder handele. „Es wäre schön, wenn auch die Eigner des Geländes einmal ein paar Millionen springen lassen würden“, so Stephan Retterath abschließend.

Mendiger Flugplatz als Beispiel für gelungene Konversion

Etwas anders sah dies Natascha Lentes, die den ehemaligen Mendiger Flugplatz ein tolles Beispiel dafür nannte, wie eine erfolgreiche Konversion militärischer Einrichtungen aussehen könne. Wörtlich sagte sie: „Und dass diese Konversion gelungen ist, ist spätestens mit dem Großevent 'Rock am Ring' in ganz Europa - wenn nicht sogar weltweit - deutlich geworden. Aber auch dies war nur möglich, weil alle Protagonisten der Region - auch überparteilich - an einem Strang gezogen haben. Vorneweg natürlich ein junger, dynamischer Bürgermeister, der allen Unkenrufen zum Trotz mit großem Engagement und Hartnäckigkeit seine Vision umgesetzt hat. Mendig hat dadurch viel gewonnen.“ An die Mendiger Grünen gerichtet sagte die engagierte Politikerin: „Ihr habt schon immer euer Ding gemacht - euer Mendiger Ding - und das mit ganzer Kraft, seit nun fast 22 Jahren. Seit etwa 15 Jahren seid ihr im Mendiger Stadtrat und länger noch im Verbandsgemeinderat vertreten. Ich erinnere mich, dass ihr anfangs vor allen Dingen viel für die Verkehrssituation in Mendig getan habt, euch für die Verkehrsberuhigung - zum Beispiel der Rennstrecke Pellenzstraße - stark gemacht habt. Auf eure Initiative hin wurde der erste Verkehrsausschuss in Mendig gegründet. Aber auch in der Jugendarbeit wart ihr aktiv und kreativ. Und dann natürlich euer Engagement für die Windkraft - die Anlagen in Rieden. Ihr Mendiger Grünen - ihr seid eine tolle Truppe. In Mendig und der Verbandsgemeinde mittlerweile eine Institution und aus dem politischen Reigen nicht mehr wegzudenken“.

Auch Anne Spiegel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende im rheinland-pfälzischen Landtag und Sprecherin für Integration, Frauen, Flüchtlinge und Asyl, ging als Hauptrednerin des Abends auf die Flüchtlingspolitik, insbesondere auf die Ereignisse in Köln (Silvesternacht) ein. „Gewalt, gerade Gewalt gegen Frauen, ist durch nichts zu rechtfertigen. Vollkommen egal, wer die Täter sind, woher sie kommen und welchen Status sie haben“, so die Landtagsabgeordnete. Rot-Grün habe erst jüngst die Mittel für Prävention, Frauenhäuser und Notrufe um 200.000 Euro auf jetzt fast drei Millionen Euro aufgestockt.

Klare Absage an Pegida und die AfD

Mit Blick auf Rheinland-Pfalz sagte sie: „Wir sind ein buntes und weltoffenes Land und das dürfen wir uns nicht kaputt machen lassen. In den vergangenen Monaten seien rechtspopulistische und rechtsextremistische Einstellungen auf erschütternde Weise sichtbar geworden. „Das müssen wir ernst nehmen und entschieden darauf reagieren“, sagte Spiegel, die zu einer klaren Absage an Neonazis, Pegida und AfD aufrief und für ein buntes Rheinland-Pfalz sowie für eine vielfältige Gesellschaft plädierte.

Im Anschluss an den offiziellen Teil der Veranstaltung machte der Ortsverband von Bündnis90/Die Grünen sich als vorbildlicher Gastgeber wieder einmal alle Ehre und verwöhnte seine Gäste mit köstlichen Leckereien.

Die Musiker der Django Reinhardt Band, Jermaine (Gitarre), Marlon (Gitarre) und Sascha Reinhardt (Bass) gestalteten den musikalischen Rahmen.

Die Musiker der Django Reinhardt Band, Jermaine (Gitarre), Marlon (Gitarre) und Sascha Reinhardt (Bass) gestalteten den musikalischen Rahmen.

Der Vorstand der Grünen mit der Direktkandidatin des Wahlkreises 11 für die Landtagswahl, Natascha Lentes, und der Landtagsabgeordneten Anne Spiegel (v.l.): Ivette Mittler, Natascha Lentes, Konrad Böhnlein, Stephan Retterath, Anne Spiegel und Leo Heinen.Fotos: FRE

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