Bürgermeister Sven Schnieber stellte Fortschritte und Herausforderungen für Meckenheim vor
100 Tage im Amt
Meckenheim. Seit dem 1. November 2025 ist Sven Schnieber als Nachfolger von Holger Jung Bürgermeister von Meckenheim. Im Rahmen einer Pressekonferenz blickte er kürzlich nicht nur auf die ersten 100 Tage seiner Amtszeit zurück, sondern auch auf das bereits Erreichte sowie auf zukünftige Aufgaben, Herausforderungen und Ziele. Im Wahlkampf stellte Sven Schnieber unter anderem einen 10-Pinkte-Plan vor, auf dessen derzeitigen Stand er detailliert einging. In Sachen Kinderbetreuung und Kitas initiierte der Bürgermeister einen im April stattfindenden „Betreuungsgipfel“, an dem Elternvertreter, Verwaltung und Träger, aber auch externe Experten teilnehmen werden. „Wichtig ist, transparent zu machen, wo stehen wir, wo sind die personellen und finanziellen Herausforderungen und wie begegnen wir diesen. Parallel wurden neue Ideen im Bereich zur Gewinnung von Fachkräften für die Kitas, aber auch für andere Bereiche entwickelt, die im Rahmen des Gipfels vorgestellt werden“, so Schnieber.
Stadt plant interkommunale Anschaffung vonRadarkontrollgeräten
Mit dem Start des Programms „Sichere Schulwege“, der Vorbereitung weiterer Tempo-30-Zonen, dem Austausch mit dem Polizeipräsidenten zur Stärkung von Präsenz und Prävention sowie mit der Umsetzung erster Fahrbahnmarkierungen und Piktogramme ging eine „Sicherheits- und Verkehrsoffensive“ an den Start, die für mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden sorgen soll. Diese umfasst auch die geplante Anschaffung von zunächst zwei mobilen, interkommunal genutzten Radarkontrollgeräten bis Ende des Jahres. Einer der dicksten Brocken im Plan war und ist das Thema „Digitalagenda & Finanz-Check“. Sven Schnieber: „In Sachen Digitalisierung können wir einiges in der nächsten Zeit in die Wege leiten, um den Digitalisierungsstand weiter voranzubringen, so auch mit dem Digitalisierungsfahrplan für die Jahre 2026 bis 2030, beispielsweise mit dem Ausbau der IT-Sicherheit, der Einführung eines E-Rechnungsworkflows, der Einführung eines Dokumentenmanagementsystems samt E-Akte und der Einführung eines digitalen Meldeverfahrens. Bei letzterem fehlt noch der endgültige Name, derzeit ist die Tendenz Richtung ‚Hinweisportal‘. Was die Finanzen betrifft, haben wir im Haupt- und Finanzausschuss eine sehr ausführliche Darstellung der finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt Meckenheim gegeben und sind gerade dabei, aufzubereiten, wo die Reise hingeht – sowohl strategisch, was neue Einnahmen betrifft als auch, welche Sparpotentiale wir sehen.“ So hatte die Stadt im vergangenen Jahr rund 8 Millionen Euro weniger Gewerbesteuereinnahmen, als geplant.
Unternehmerpark:Qualität statt Quantität
Um eben mehr dieser Einnahmen zu generieren, spielt Punkt 4, „Unternehmerpark & lebendige Innenstadt“ eine wichtige Rolle. Mit dem Ziel, den Standort mit innovativen und arbeitsplatzstarken Unternehmen zu besetzen, setzt Sven Schnieber beim Unternehmerpark weiterhin auf Qualität statt Quantität – auch mit klaren Ansiedlungskriterien. Der Prozess „Innenstadt 2035“, eine langfristige Vision für eine lebendige, nachhaltige und attraktive Innenstadt wird parallel weiterentwickelt. Positiv: es gibt in Meckenheim sehr wenig Leerstand, für den Unternehmerpark liegen zahlreiche Anfragen vor. Ein weiterer Fokus liegt auf der interkommunalen Zusammenarbeit. Hier gab es Gespräche mit Nachbarkommunen, die Weiterentwicklung der interkommunalen Bibliothek „Bücherbrücke“ und die Identifikation möglicher Synergien in Verwaltung, Kultur und Infrastruktur. Zudem übernahm Sven Schnieber den Vorsitz im Rhein-Voreifel-Touristik e.V. Zur Stärkung des Ehrenamtes wurden erste Gespräche mit Vereinen, Feuerwehr und Initiativen geführt, das Ehrenamt wird zudem direkt an das Bürgermeisterbüro angebunden. Eine Ehrenamtskoordinatorin wird als zentrale Ansprechpartnerin für Vereine eingestellt. Im Punkt 7, „schnelle Erfolge im Stadtbild“ habe man, so Sven Schnieber, durch Aufstellung weiterer Ruhebänke, zusätzliche Maßnahmen für Grünschnitt und Sauberkeit sowie der Einführung eines digitalen Meldeverfahrens erste Erfolge erreicht.
„Jugendkonferenz“ imzweiten Halbjahr 2026
In Punkto „Seniorenforum“ gab es Gespräche mit Wohlfahrtsverbänden, Seniorenvertretungen und Pflegeeinrichtungen, ein strukturiertes, dauerhaftes Senioren-Dialogformat ist in Vorbereitung und auch die Jugend, die aktiv an der Stadtentwicklung beteiligt werden soll, wird mit der im 2. Halbjahr 2026 stattfindenden „Jugendkonferenz“ zu Themen wie Freizeitgestaltung, Zukunftsperspektiven und Teilhabe entsprechend berücksichtigt. Darüber hinaus werden Jugendorganisationen und Schulen mit einbezogen. Beim abschließenden Punkt „Bürgernähe dauerhaft stärken“ sind neben Bürgergesprächen in den Ortsteilen, regelmäßigen Bürgersprechstunden und schnellerer Bearbeitung von Anliegen weitere Dialogformate in Vorbereitung. Mit dem Neubauprojekt am Schulcampus stemmt die Stadt derzeit das größte Bauprojekt ihrer Historie (BLICK aktuell berichtete) – eine enorme finanzielle wie organisatorische Herausforderung. „Die ersten 100 Tage im Amt standen im Zeichen zweier großer Herausforderungen: der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen und der Verantwortung für das Neubauprojekt am Schulcampus. Zwischen notwendigen Sparvorgaben und dem Wunsch nach sichtbaren Verbesserungen galt es, eine verantwortungsvolle Balance zu finden. Mir geht es um Prioritäten, Transparenz und nachhaltige Entscheidungen für unsere Stadt – auch durch konstruktive, interfraktionelle Zusammenarbeit mit den im Rat vertretenen Fraktionen“, so Sven Schnieber.
