hbMartinszug in Rheinbach
111 Jahre Wecken, Laternen und mehr
Einige tausend Kinder, Eltern und Großeltern folgten dem neuen Heiligen Mann zum Martinsfeuer
Rheinbach. So gingen auch in diesem Jahr wieder buchstäblich Tausende von Kindern und Erwachsenen bei Einbruch der Dunkelheit vom Himmeroder Wall aus durch die ganze Stadt, sie wurden dabei von zehn Musikkapellen begleitet. In Vertretung des neuen Rheinbacher Pfarrers Damian Hungs richtete Pater Dieter Lieblein, eine kurze Ansprache an die Teilnehmer auf dem Himmeroder Wall, wo auch das riesengroße Martinsfeuer knisterte. Die Organisatoren verteilten im Laufe des Tages sage und schreibe 4600 Wecken an die Kindergärten, Altenheime, Schulen und Kleinkinder. Um die Unkosten hierfür zu decken, gingen die Feuerwehrkameraden von Tür zu Tür und sammelten in 26 Bezirken für den Martinszug und den Kameradschaftsverein der Feuerwehr. Doch was wäre der Martinszug ohne den heiligen Mann? Nach genau 25 Jahren hatte Oberfeuerwehrmann Christian Esser die schwere, messingglänzende Rüstung samt Helm des römischen Offiziers abgelegt und an seinen Sohn Jürgen Esser abgegeben. Für den war es die Premiere, die er jedoch vollkommen ohne Probleme und absolut souverän auf seinen Schimmel ablieferte. Hoch zu Ross führte er den Fackelzug durch die Straßen der Glasstadt an. Schon seit über 20 Jahren mit dabei ist auch schon sein Begleiter Thomas Gundlach, der im Laufe der Jahre von Erwin Rupp und Rainer Tiemann, später von Jürgen Funke und Jürgen Esser und jetzt von Regina Esser und Thomas Knoch unterstützt wurde.
Den ganzen Tag unterwegs
Schon am frühen Morgen machte sich St. Martin mit seinen Begleitern auf den Weg und besuchte alle zehn Kindergärten in Rheinbach, wo die Pänz nach kurzen Darbietungen jeweils zwei Wecken bekamen, die sie zu Hause mit ihren Angehörigen teilen sollten. Nach der Mittagspause ging es dann weiter in die drei Altenheime der Stadt, wo die Senioren nach einem Martinsliedchen und ein paar Worten des Heiligen Mannes auch ihre Wecken erhielten. „Die freuen sich fast mehr darüber als die Kinder“, weiß Esser. Bei einer kurzen Stärkung zwischendurch probierten St. Martin und seine Begleiter dann auch selbst einmal die Wecken, die von den drei Rheinbacher Bäckereien produziert werden. Mutter Agnes Esser deckte hierfür zu Hause den Kaffeetisch. Dann war es auch schon Zeit für den großen Zug durch die Straßen der Stadt Rheinbach, der wie jedes Jahr von der Bevölkerung hervorragend besucht wurde. Nach dem Zug und der Ansprache am Martinsfeuer mit der Verteilung der Wecken ging es dann zum letzten Auftritt des Tages in die Rheinbacher Feuerwache, wo die ganze Feuerwehr-Familie mit Kind und Kegel sich zum Kakao-Trinken und Wecken-Essen traf, bevor der Abschluss des Tages im Schützenhaus gefeiert wurde.
Jürgen Esser trat erstmals als St. Martin beim Rheinbacher Martinszug auf.
