Allgemeine Berichte | 25.11.2024

180 Meter langer Düker sichert Trinkwasserversorgung in Niederwerth, Vallendar und VG Montabaur

117 Tonnen schwere Wasserleitung versenkt

Eine Lösung für den stecken gebliebenen Düker muss gefunden werden, links die riesige Seilwinde.  Fotos: HEP

Niederwerth/Vallendar. 45 Zentimeter Durchmesser, 180 Meter lang und 117 Tonnen schwer. Das ist die Wasserleitung, genannt Düker, die jetzt im Rhein zwischen Niederwerth und Vallendar versenkt wurde. Das hatte die Energieversorgung Mittelrhein (EVM mit Sitz in Koblenz) mit ihrer Tochter Energienetz Mittelrhein veranlasst, um die Trinkwasserversorgung in den Verbandsgemeinden Vallendar und Montabaur zu sichern.

Das Wasser ist aufbereitetes Rhein-Uferfiltrat von Oberwerth und wird von Koblenz-Wallersheim aus durch eine 2 km lange Leitung, erst durch einen Tunnel im Rhein, dann über Niederwerth und schließlich durch den Düker im Rheinarm nach Vallendar und in die VG Montabaur gepumpt. Die Rhein- und Inseldurchquerung kostet fast 11 Millionen Euro, die praktisch von den Kunden der vereinigten Wasserwerke Mittelrhein aufgebracht werden. Wolfgang Kochhahn, Bereichsleiter Wasserwirtschaft bei der EVM, erklärte gegenüber Blick aktuell: „Wir können 5 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr rüber pumpen und maximal 600 Kubikmeter pro Stunde, wodurch ein Hochbehälter in zwei Stunden voll wäre. Machen wir aber nicht wegen des hohen Energieverbrauchs, ein Hochbehälter wird nur langsam gefüllt, denn wir wollen in Koblenz ja auch noch Wasser haben.“

Der Düker ist etwa 2 Meter tief unter dem Rheinarmgrund eingegraben und hat einen Betonmantel mit Dehnungsfugen, also eine Art Gliederkette. „Das ist notwendig, um das Monstrum in den Rhein zu ziehen. Trinkwasserleitung sowie die zusätzlichen Leerrohre sind von einem Betonmantel umgeben. Dieser schützt nicht nur das Rohrsystem, sondern sorgt auch für das notwendige Gewicht, damit das Rohrpaket auch auf die Flusssohle hinabsinkt und nicht oben schwimmt“, erläuterte Marcelo Peerenboom von der Energieversorgung Mittelrhein.

Seit Juli wurde der Düker zusammengeschweißt und auf ein Zentimeter dicken Stahlplatten betoniert. Eine Winde mit einer Zugkraft von 76 Tonnen sollte von Niederwerth aus den an einem dicken Seil, auf der Vallendarer Seite war die Umlenkstation, befestigten Düker ins Wasser ziehen.

Das funktionierte anfangs aber nicht, denn der Betonklotz blieb an einigen Stellen regelrecht stecken. Die Facharbeiter mussten ihn dann per Bagger Stück für Stück anheben und Stahlrollen unterschieben, um die notwendige Beweglichkeit zu erreichen.

Deshalb konnte die neue Leitung erst mit einem Tag Verzögerung zu Wasser gelassen werden. Für die evm und die beauftragten Unternehmen, war es ein beruhigender Augenblick, als das 180 Meter lange Rohr wie eine Gliederkette langsam im Rhein glitt und auf der anderen Rheinseite dann wieder zum Vorschein kam.

Obwohl die neue Trinkwasserleitung bald benutzt wird, bleibt für Niederwerth die alte über die Brücke bestehen, also doppelte Sicherheit. HEP

Über diese Rutschbahn glitt die Trinkwasserleitung in den Rhein, gezogen über ein dickes Seil an einer Hochleistungswinde.

Über diese Rutschbahn glitt die Trinkwasserleitung in den Rhein, gezogen über ein dickes Seil an einer Hochleistungswinde.

Dieser Stahlschlitten bildete die Spitze des Dükers.

Dieser Stahlschlitten bildete die Spitze des Dükers.

180 Meter lang ist der Düker, der jetzt im Rheinarm zwischen Niederwerth und Vallendar liegt.

180 Meter lang ist der Düker, der jetzt im Rheinarm zwischen Niederwerth und Vallendar liegt.

Bagger mussten den Betonklotz anheben, damit Rollen untergeschoben werden konnten.

Bagger mussten den Betonklotz anheben, damit Rollen untergeschoben werden konnten.

Eine Lösung für den stecken gebliebenen Düker muss gefunden werden, links die riesige Seilwinde. Fotos: HEP

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