Neues Stück der Theater-Gruppe Simmern/WW. e.V.
1.200-Jahr-Feier mit Hindernissen
Theatergruppe Simmern lässt mit dem Lustspiel „Zwei wie Hund und Katz“ kein Auge trocken
Simmern. Man nehme: Einen Pastor und einen Bürgermeister wie Don Camillo und Peppone, einen italienischen Opernstar, ein im Seniorenalter befindliches laut lachendes, sich über alles erheiterndes, und im Hintergrund die Strippen ziehendes Männergespann wie in der Muppet-Show, eine sprudelnde Heilwasserquelle, eine auf gute Ausstattung lechzende Feuerwehr, eine diensttreue Magd und eine unterwürfige Pfarrhaushälterin, einen Regierungsdirekor aus Mainz, und sonst noch ein paar bewährte Rollen und Zutaten – und schon hat man ausverkaufte Säle und Lachtränen im Dauerakkord! Schon wieder seit 21 Jahren den seit 1910 mit Unterbrechungen bestehenden Spielbetrieb ununterbrochen wiederaufgenommen, garantiert die Theater-Gruppe Simmern durch ihre lustigen Aufführungen in moselfränkischer Mundart strapazierte Lachmuskeln und einfach eine nette Kurzweil.
Worum dreht es sich? Die 1.200-Feier steht in Simmern bevor. Bürgermeister Johannes Restle (Hans-Jürgen Sommer) und Dorfpfarrer Sebastian (Michael Koletzki) kommunizieren sich gegenseitig den Rücken zugewandt indirekt über Magd Lina (Erika Wittelsberger) und Pfarrhaushälterin Hedwig (Marita Hahn), werfen sich charmante verbale Scharmützel zu. Was um Gottes Willen und um aller Welt kann die Beiden zusammenbringen, ein Herz und eine Seele werden lassen? Eine gemeinsame sprudelnde Geld-, nein Verzeihung, Heilquelle! Die Bürgermeistertochter Bärbel (Patricia Strefler in ihrer Debüt-Rolle) hat sich zudem in den Musikstudenten Michael, nein Verzeihung, in den Opernstar Guiseppe Parmesani, verguckt. Doch dieser fühlt sich eher von der sprudelnden Geld- und Heilwasserquelle nach Simmern angelockt und treibt mit seinen horrenden Honorarforderungen den Bürgermeister fast in den wirtschaftlichen und politischen Ruin. Eine schillernde Rolle spielt für den Bürgermeister auch Klothilde Sonnenschein (Margit Krupp), die ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert, worauf seine Ehefrau Erna (Ellen Barz) dauerkreischend und mit dem Teppichklopfer vertrimmend reagiert. Klothildes Ehemann Knut (Volker Veit) erscheint zunächst als der willenlose Gatte im Schlepptau, was vom Altherren-Duo Opa Wilhelm (Adalbert Wittelsberger) und Knecht Karl (Hans-Jürgen Mirow) eher belächelt wird. Diese befinden sich in ihrer Phantasiewelt eher in der autoritären Männerrolle: sie fühlen sich wie Dragoner im Dienste Kaiser Wilhelms! Ob Feuerwehrchefin Gerda (Alexandra Eckert) sich berechtigte Hoffnungen machen darf, die Floriansjünger bestmöglich mit großen Investitionen auszustatten? Vielleicht kann ja der angereiste Regierungsdirektor Leo L. (Volker Nengel) im Dienste der Ministerpräsidentin Malu Dreyer das Dorf inspizieren und zur Klärung beitragen? Ob der verheißene Reichtum des Dorfes eintrifft und anhält, sei an dieser Stelle noch nicht verraten. Aber man darf gespannt sein.
Die Regie des lustigen Schwanks führte die in Theater und Fernsehen erfahrene Michaela Vary. Unterstützt wird die Inszenierung des Lustspiels aus der Feder von Bernd Gombold von der Souffleuse Monika Strefler. Für die Tontechnik zeichnet sich Tobias Kram verantwortlich.
Weitere Spieltermine im Haus Siebenborn sind am 16. und 17. November (jeweils 20 Uhr). Karten gibt es nach Verfügbarkeit bei Marita Hahn, Tel. (0 26 20) 5 49 und an der Abendkasse.
Unter den Augen der Feuerwehrchefin zeigt die Bürgermeisterfrau dem Dorfoberen zärtlich, wo es lang geht.
Hier wird gelacht, getrascht, spekuliert und intrigiert.
Verbale Scharmützel zwischen Bürgermeister und Pfarrer.
