Allgemeine Berichte | 15.12.2025, 11:09 Uhr

Die GdbR Dönges vermietet an Vereine und für Feiern

125 Jahre Wasserturm: Das Engerser Wahrzeichen öffnet sich

Freunde und geladene Gästen hatte Familie Dönges anlässlich 125 Jahre Wasserturm zur Adventsfeier eingeladen.  Fotos: FF
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Engers. Der Wasserturm ist das Wahrzeichen von Engers schlechthin. Das Stadion vom FV ist nach ihm benannt und auch im Karneval ist das Bauwerk für Gruppen namensgebend. Viele Gerüchte, Mythen und immer wieder neue Pläne ranken sich um den Wasserturm.

Mal war von Wohnraum, dann einem Restaurant oder einer Aussichtsplattform die Rede. Und trotz seiner Allgegenwärtigkeit haben viele Engerser den Wasserturm noch nicht betreten. Mit allem räumen die Eigentümer jetzt auf. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens hat Frau Ruth Dönges am Sonntag zu einer Adventsfeier im und am Turm eingeladen. Der Wasserturm kann zukünftig von Vereinen, Firmen oder Familien- und Freundeskreisen für Feiern gemietet werden, erklärt Ruth Dönges. Dafür wurde einiges getan. Mit Hilfe von Freunden ist eine gemütliche Räumlichkeit mit wohliger Atmosphäre entstanden. Als Toiletten dient ein Dixi-Klo. Aber für den Fall, dass das Angebot angenommen wird, hat die GdbR Dönges schon eine komfortablere Lösung im Kopf. Dass man am historischen Gebäude Hand anlegen darf, liegt daran, dass es lediglich unter Ensembleschutz und nicht unter strengem Denkmalschutz steht. Das heißt, dass nur das Äußere vom Wasserturm geschützt ist. Und dennoch können aus baulichen Gründen nicht alle Etagen genutzt werden. Der Wassertank mit 150.000 Liter in der Turmspitze gibt dem Gebäude die Statik.

Zu den Eröffnungsgästen zählte auch der ehemalige Ortsvorsteher und Heimatkundler Richard Erben. Er erklärte: „Um die Jahrhundertwende wuchs Engers an Bevölkerung und Gewerbe. Die Häuser wurden nun mehrgeschossig gebaut. Um das Wasser in die oberen Stockwerke zu bekommen, bedurfte es eines höheren Wasserdrucks. Der kam durch die 36 Meter Höhe zustande“. Überliefert sei, dass der Druck nun jedoch so hoch wurde, dass Rohre platzten und verstärkt werden mussten. Das Wasser kam damals nicht wie heute aus dem Engerser Feld. Vor Ort gab es mehrere Brunnen. Geplant wurde der viergeschossige Hochbehälter von einem Experten, dem Bauingenieurs Oskar Smereker (Mannheim). Den ersten Weltkrieg überstand der Wasserturm und ebenfalls den zweiten. Lediglich ein Treffer im Blech des Behälters ist dokumentiert. Das Engers generell recht verschont bliebt ist wohl einem mutigen Mann aus dem Sanitätsdienst zu verdanken. Er trat den heranrückenden Amerikanern mit der Rotkreuzflagge entgegen. Mit der Eingemeindung der Stadt Engers in die große Stadt Neuwied ging der Wasserturm in den Besitz der Stadtwerke Neuwied (SWN) über. 1982 wurde er stillgelegt. Modernste Technik machte das 150 Kubikmeter große Reservoir überflüssig. Hals über Kopf trennten sich die SWN vom Wasserturm. „Zu schnell und juristisch nicht ganz einwandfrei“, blickte Richard Erben zurück. Für lediglich eine DM wurde das Eigentum an einen mittellosen Sozialhilfeempfänger übertragen. Während der Wasserturm zunehmend vermüllte, liefen die Bemühungen des Bürgervereins Engers, zur Gründung einer Stiftung, mit dem Ziel der Errichtung eines Museums, ins Leere. Kaufinteressenten gab es immer wieder mal. „Einmal kam ein Bendorfer zur Besichtigung und hatte die Vision eines Kunstmuseum. Das Problem aber war, er hatte kein Geld“, blickte Richard Erben schmunzelt zurück. Mehrmals wechselte der Wasserturm seinen privaten Besitzer. 2014 wollte ein weiterer Käufer den Wasserturm als Wohngebäude, idealerweise mit Fernblick, nutzten. Auch daraus wurde nichts. Derlei hochfliegende Pläne sind Jochen Dönges fremd. Er hat lediglich die Eventlocation im Sinn. Und er hat noch eine Intension: „Wichtig ist doch, dass der Wasserturm, das Wahrzeichen von Engers, langfristig erhalten bleibt“. Wenn ein Teil der Kosten für die Instandhaltung, die Versicherung und Grundsteuer nun über Mieterlöse reinkommt, umso besser

FF

Im Inneren des Wasserturms ist eine gemütliche Räumlichkeit mit wohliger Atmosphäre zum Feiern entstanden.

Im Inneren des Wasserturms ist eine gemütliche Räumlichkeit mit wohliger Atmosphäre zum Feiern entstanden.

Der Wasserturm ist das Wahrzeichen von Engers.

Der Wasserturm ist das Wahrzeichen von Engers.

Freunde und geladene Gästen hatte Familie Dönges anlässlich 125 Jahre Wasserturm zur Adventsfeier eingeladen. Fotos: FF

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