Rhein in Flammen zwischen Spay und Koblenz begeisterte fast 150.000 Zuschauer
150.000 Euro in traumhafte Lichterspektakel verwandelt
Koblenz. Verpulvert, im positiven Sinn, hatten die Feuerwerker von Nico rund 150.000 Euro. Und das ergab für Rhein in Flammen zwischen Spay und Koblenz ein traumhaftes Lichterspektakel mit roten Bengalfackeln und unglaublich tollem Feuerwerk. Rund 80.000 Euro gingen drauf für das 25-minütige Schlussfeuerwerk über der Festung Ehrenbreitstein, das etwa 150.000 Zuschauer an Rhein- und Moselufer begeisterte. Eingebettet war die flammende Show in passende Musik aus den Lautsprechern des Koblenzer Sommerfests und dem traditionellen Schiffskonvoi auf dem Rhein. 29 bunt beleuchtete Schiffe mit etwa 6500 Fahrgästen rundeten das beeindruckende Szenario ab.
Aber warum so wenig Schiffe, denn vor einigen Jahren bestand der Konvoi aus mehr als 60? Grund ist, dass wegen des Lockdowns einige Reedereien schließen mussten. Ferner lohnt sich aus Kostengründen die weite Anfahrt aus dem Bonner Raum nicht mehr.
Jetzt startete der Rhein in Flammen-Schiffskorso am Samstag gegen 21.40 Uhr in Spay, wo es für das erste Feuerwerk eigentlich noch etwas zu hell war. Doch das trübte die Begeisterung nicht, denn der Rheinwasserstand und die laue Sommernacht waren einfach ideal. Schließlich gingen bei der 17 Kilometer langen Fahrt die Lichterspektakel in Rhens, Braubach, Lahnstein und Stolzenfels an den Himmel. Und die historischen Gebäude waren mit insgesamt 600 Bengalbeuteln in rotes Licht getaucht. Fahrtende war dann vor in Koblenz wo sich Mosel und Rhein vereinigen und um 23 Uhr das große Abschlussfeuerwerk von der Festung Ehrenbreitstein aus startete.
Um das zu sehen drängten sich die Zuschauer, manche hatten schon Stunden zuvor mit Stühlchen einen Platz belegt, an Rhein- und Moselufer und auf dem deutschen Eck. Deren Eingänge wurden etwa 15 Minuten vor dem Hauptevent geschlossen, da die Kapazität von 5.000 Menschen erreicht war. Mehr könnten im Ernstfall nicht rechtzeitig evakuiert werden.
Apropos Ernstfall: Der blieb aus, denn über 440 Sicherheitskräfte von Polizei, Ordnungsamt, DRK, Malteser, Feuerwehr und THW waren auf den sechs Arealen und den Zuwegen präsent.
So schreibt das Koblenzer Polizeipräsidium: „Die Polizeidirektion Koblenz zieht eine positive Bilanz zu Rhein in Flammen, denn es kam zu keinen größeren Zwischenfällen. Aufgrund des überwiegend friedlichen Verlaufs konnten die polizeilichen Kräfte nach Mitternacht sukzessive aus dem Einsatz entlassen werden.“
Das grandiose Abschlussfeuerwerk mit unterschiedlichen bunten Figuren wie Herzen, Goldregen und Chrysanthemen war nahezu unbeschreiblich. Dazu passte auch die Musikdramaturgie mit dem Thema „Disney Klassiker“, darunter Werke von Hans Zimmer, Elton John und Phil Collins. und die Zuschauer waren hellauf begeistert von dieser tollen Feuershow.
Tags zuvor hatte schon das dreitägige Koblenzer Sommerfest an Rhein- und Moselufer begonnen und bot Alt und Jung Spaß und Unterhaltung mit 200 Künstlern und zahlreichen Bands auf mehreren Bühnen. Und es wurden in Buden und Ständen unterschiedliche Speisen und Getränke, überwiegend Bier und Wein, angeboten.
Gesamtveranstalter war die Koblenz-Touristik, da die Rheinland-Pfalz-Tourismus GmbH sich aus der Rolle der Veranstalterin im vergangenen Jahr zurückgezogen hat. Eine neue Betreibergesellschaft mit den Anrainerkommunen wird gegründet.
Aber nicht nur die insgesamt etwa 150.000 Besucher waren hellauf begeistert von der tollen Feuershow und dem Sommerfest, sondern auch die Protagonisten. Koblenz-Touristik-Geschäftsführer Claus Hoffmann sagt: „Wir wollten ein Fest für alle und das ist uns gelungen. Rhein in Flammen ist ein einzigartiges Event von Spay bis Koblenz.“
Der Koblenzer Oberbürgermeister David Langner betont: „Es war großartig, gemeinsam mit so vielen Menschen ein solches Ereignis friedvoll feiern zu können. Für mich ist Rhein in Flammen in Kombination mit unserem Sommerfest pure Faszination. Das Koblenzer Sommerfest hat an drei Tagen eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig Koblenz ist.“ HEP
Das Riesenrad an der Mosel war weithin sichtbares Zeichen für die Pink Area auf dem Sommerfest.
