Zwei Teams von der Ahr absolvierten erfolgreich die nördlichste Rallye der Welt
16 Tage voller Abenteuer im hohen Norden
Kreis Ahrweiler. Erlebnisreiche 16 Tage und 8.100 Rallyekilometern lagen hinter den vier Ahrtalern, als sie am 2. Juli gegen 15 Uhr zurück am Start- und Zielpunkt Hamburg waren. Vom 17. Juni an hatte die Baltic Sea Circle Rallye 2017 die beiden Teams Blanc de NoAhr 1 (Dietmar Brand/Marc Sebastian im 5er BMW Touring) und Blanc de NoAhr 2 (Georg Giffels/Dieter Broicher im T4 VW-Bus), die im Teamnamen ihre Heimatverbundenheit dokumentierten, durch viele Staaten rund um die Ostsee und das Nordmeer sowie in bekannte Städte geführt: Stockholm, Tromsø, Murmansk, Helsinki, St. Petersburg, Tallinn, Riga und Kaliningrad, außerdem ans Nordkap und auf die Lofoten.
Doch im Einzelnen: Am ersten Tag ging es via Dänemark über die imposante Storebelt- und genauso außergewöhnliche Öresundbrücke bis nach Südschweden. Am zweiten Tag – auf dem Weg zum Etappenziel Stockholm – schlug bereits der Pannenteufel zu. Am BMW des Teams 1 kam es zu einem kompletten Ausfall der Elektrik. Gut, dass mit Dieter Broicher ein Kfz-Mechaniker mit von der Partie war. Nach Abschleppen und anderthalb Stunden Reparatur am Straßenrand sowie Tausch diverser Ersatzteile lief der Wagen wieder und hat den Rest der Rallye problemlos bewältigt.
Bis zum Erreichen des Polarkreises durchfuhren die Vier imposante Landschaften in Schweden und Norwegen. Hier galt es mitunter, auf kurvenreichen Strecken im Landstraßenverkehr mit den Lkw mitzuhalten, die dort durch eine ambitionierte Fahrweise auffielen.
Mitsommerparty auf den Lofoten
Am fünften Tag war seitens des Rallyeveranstalters eine Mitsommerparty auf den Lofoten organisiert worden. Dabei verließen die Teams die Landstraße und setzen mit der Fähre über – übrigens morgens um 1 Uhr bei taghellem Licht. Vor Ort wurde ausgiebig gefeiert, und die dort anwesenden 250 Teams hatten Gelegenheit, sich über erste Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen und ein wenig „Rallyelatein“ zu erzählen.
Die beiden folgenden Tage waren von der Vorfreude auf die Ankunft am Nordkap geprägt. Über Tromsø erreichten die Fahrzeuge nach nochmaligem Fähreinsatz und Durchfahrt kilometerlanger in den Fels geschlagener Tunnels gegen 19 Uhr endlich ihr heiß ersehntes Ziel. Sie waren beeindruckt von der Landschaft, aber auch von dem Trubel, der dort herrschte. Alle Teams hatten die Möglichkeit, in einem Zeitfenster von 1 Uhr bis 5 Uhr mit ihren Fahrzeugen vor die bekannte Weltkugel zu fahren und dort Erinnerungsfotos zu schießen. Alles kein Problem, das Wetter war gut, und es wurde ja auch nicht dunkel.
Nach diesem weiteren Highlight der Rallye ging es die folgenden drei Tage quer durch Finnland wieder Richtung Süden. Auf Höhe von St. Petersburg trennten sich die Teams. Der BMW machte sich Richtung St. Petersburg auf, während der VW-Bus nach Helsinki rollte. Beide Metropolen wurden ausgiebig besichtigt, wobei die vier Freunde bei der Ein- und Ausreise in Russland ausgiebige Bekanntschaft mit der dortigen Bürokratie machen durften.
An einer weiteren Partylocation in Estland, an der sich wieder alle Teilnehmer trafen, gab es auch ein Wiedersehen der beiden Teams von der Ahr. Während der BMW über den Landweg anreiste, setzte der VW Bus mit einer Katamaranfähre von Helsinki nach Tallinn über. Es war eine ausgiebige Feier bei hervorragendem Wetter, sie entschädigte für die vorangegangenen Regentage. Die Teilnehmer freuten sich über das Erreichte und nutzten die Zeit zu einem ausgiebigen Gedankenaustausch über Mensch und Technik, befeuert von dem ein oder anderen geistigen Getränk.
Zwischenstopp auf Rügen
Riga, die Hauptstadt Lettlands, stellte ein weiteres lohnendes Etappenziel dar. Vom frühen Nachmittag bis zum späten Abend erkundeten die Vier diese beeindruckende Stadt. Das Ende der Rallye kam immer näher und der Erinnerungsspeicher mit vielen außergewöhnlichen Eindrücken wurde immer voller. Mit Zwischenstopp im früheren Allenstein und einer weiteren Etappe nach Rügen und Sassnitz auf der Halbinsel Jasmund erfolgte der Zieleinlauf in Hamburg. Die vier Rallyeteilnehmer überquerten sichtlich stolz die Ziellinie. Sie werden sich sicher lange an das Erlebte zurückerinnern, an Land, Leute und die tolle Kameradschaft während der Tour. Aber echte Ahrtaler kommen eben auch gerne wieder nach Hause. BÜN
Ein besonderes Erlebnis war die Mitsommerparty auf den Lofoten – mitten in der Polarnacht im Licht.
So in etwa verlief die Route der Rallye.
Hatten ihren Spaß an der Rallye (v. l.) Georg Giffels, Dieter Broicher, Marc Sebastian und Dietmar Brand).
