Frühlingsfest an der Julius-Wegeler-Schule Koblenz
171 Mal Leukämiekranken helfen
Schüler und Lehrer riefen zur Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung auf
Koblenz. Frühling – da bekommt man Lust auf Neues, auf Leben. Diese Lebenslust haben 171 Schüler beim Frühlingsfest der Julius-Wegeler-Schule Koblenz, in Hilfe umgewandelt. Jetzt sind sie als Stammzellspender bei der Stefan-Morsch-Stiftung, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke, registriert.
Das Bildungsprogramm für die verschiedenen Gesundheits- und Sozialberufe wird an der Schule nicht nur gelehrt, sondern auch gelebt: Die Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums Gesundheit und Soziales wollten sich beim Frühlingsfest für Leukämiepatienten engagieren. Deswegen organisierten sie mit der Birkenfelder Stiftung einen Typisierungsaufruf. „Wir haben schon mehrfach mit der Datei an der Schule zur Typisierung aufgerufen. Das wollten die Schüler jetzt wieder machen“, erklärt Claudia Krawczyk, Ärztin und Lehrerin für Gesundheit und Biologie. „Ich finde das super! Alle paar Jahre haben wir einen komplett neuen Schülerstamm. Viele wissen nicht, dass es diese Form der Hilfe gibt. Wir möchten sie für das Thema Stammzellspende sensibilisieren und so Blutkrebspatienten ermöglichen, wieder gesund zu werden“, betont sie.
Als Medizinerin weiß Krawczyk genau: Blutkrebs kann jeden treffen. 11.000 Mal pro Jahr wird in Deutschland die bösartige Blutkrankheit diagnostiziert. Helfen Chemotherapie oder Bestrahlung nicht, kann die Transplantation gesunder Stammzellen von einem genetisch passenden Spender die letzte Möglichkeit sein. Diese Chance auf Leben ist aber nur möglich, wenn sich Menschen, wie die jetzt 171 frisch Typisierten, zur Spende bereit erklären.
Seit 30 Jahren bietet die Datei die Registrierung als möglicher Knochenmark- oder Stammzellspender an. Vor allem bei jungen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit größer, als Spender für einen Blutkrebspatienten ausgewählt zu werden. Deshalb arbeitet die gemeinnützige Stiftung eng mit Schulen und Hochschulen zusammen, hält altersentsprechende Fachvorträge und bietet Infotage und Typisierungen an. Umgekehrt können Schulklassen und Studienkurse Führungen und Workshops im hauseigenen Labor der Spenderdatei machen und theoretisches Wissen aus dem Bio-Unterricht oder der Genetik in die Praxis umsetzen. So wird nachvollziehbar, welche Rolle Molekulargenetik im weltweiten Netzwerk der Leukämiehilfe spielt.
Und die Schüler machen gerne mit, um Blutkrebskranken Hoffnung zu geben. „Einmal ein Held sein!“, kommentiert Melisa Mutu ihre Registrierung als mögliche Spenderin. Mnazokan Hakobjan möchte irgendwann einem Leukämiepatienten mit einer Stammzellspende helfen: „Wenn jemand meine Hilfe braucht, soll er sie auch bekommen!“
