Schützengesellschaft 1843 e.V.
175 Jahre bewegte Geschichte
Festwochenende am 18./19. August auf dem Schützenplatz
Bendorf-Sayn. Die Schützengesellschaft 1843 e.V. blickt Anfang August auf 175 Jahre Vereinsgeschichte zurück. In bewegten Jahren der Historie sind die „Sayner Schützen“ im Vereinsleben des Ortes aktiv am Geschehen beteiligt. Gemeinsam mit den Ortsvereinen, mit befreundeten Schützenvereinen, der Bevölkerung und Freunden wird am Festwochenende des 18./19. August dieses besondere Jubiläum gefeiert. Am Samstag-Abend beginnt die Festveranstaltung mit einem Böllerschießen auf dem Schützenplatz im Brexbachtal. Ein Shuttle-Service bringt die Gäste von der Abteikirche zum Festplatz. Der 1. Vorsitzende Dieter Ullmann wird die Gäste willkommen heißen und der Männergesangverein 1862 Sayn bringt sein „musikalisches Geschenk“ mit. Protektor Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn wird das Jubiläumsfest dann offiziell eröffnen. Ab 19.30 Uhr spielt der Musikverein Heimbach-Weis und feierlich wird es ab 22 Uhr beim „Großen Zapfenstreich“.
Der Jubiläums-Sonntag beginnt dann mit einem Gottesdienst auf dem Schützenplatz ab 10 Uhr mit anschließendem Frühschoppen des Musikverein Sayn. Um 12 Uhr treten dann die Schützenvereine an und Vorsitzender Dieter Ullmann wird begrüßen. Ab 14 Uhr beginnt dann das Vogelschießen von König, Damenkönigin, Jugend und Bürgerschützenkönig, gleichzeitig gibt es ein Platzkonzert. Ab 15 Uhr folgt das Preisschießen der Ortsvereine und ab 18 Uhr werden die neuen Schützenkönige proklamiert. Für die Kleinsten gibt es am Sonntag nach dem Gottesdienst ganztägig eine Hüpfburg, das Sportmobil des Sportbund Rheinland steht bereit und Kinderschminken steht auf dem Programm.
Im Gründungsjahr 1843 konnten ordentliche Mitglieder nur solche Personen werden, die am Ort Sayn ihren Wohnsitz hatten und entsprechend den weiteren Bedingungen der Satzungen Antrag auf Aufnahme stellten und in der Hauptversammlung der Mitglieder durch geheime Abstimmung gewählt wurden. Dennoch war die Schützengesellschaft von Anfang an kein elitärer Verein, dem nur ein bestimmter Personenkreis angehörte. Wenn auch die angesehensten und einflussreichsten Bewohner von Sayn als Ehrenmitglieder in der Gesellschaft verzeichnet waren, so befanden sich im Bestand der ordentlichen und auch außerordentlichen Mitglieder Handwerker, Beamte und auch Arbeiter. Hierbei hatten die Beamten sicher eine besondere Bedeutung. Direktoren, höhere Vorgesetzte und Facharbeiter, in der zum preußischen Staat gehörenden Sayner Hütte, waren Beamte, also Staatsangestellte.
Die Gründung der Gesellschaft erfolgte zum Zwecke der Übung im Büchsenschießen, sowie Hebung des Bürgersinns und der Geselligkeit. Der geübte Umgang mit der Büchse erhöhte die Wehrhaftigkeit des Bürgers und konnte somit im Notfalle zu einer Verbesserung der Verteidigung von Volk und Vaterland dienen. Eine solche Zweckbestimmung wurde von der Obrigkeit gewünscht und somit auch genehmigt. Die älteste noch vorliegende Satzung stammt aus dem Jahre 1890.
Protektorat der Fürstenfamilie
Gesellschaften suchten auf ihrem Weg einen Schutzherren, dem sie sich anschließen und unterstellen konnten. Häufig wurde diese Funktion von dem jeweiligen Landesherren, einer hochgestellten Persönlichkeit oder aber gar vom König wahrgenommen. In Sayn hat die fürstliche Familie das Protektorat inne mit Ludwig-Adolph Friedrich zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg. Sein Sohn Alexander – der spätere Graf von Hachenburg – folgte 1878. Er war sehr aktiv in Sayn. Nachfolge des Protektorates übernahm wiederum sein Sohn Ludwig, Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn. Auch Fürst Ludwig beteiligte sich rege an den Geschehnissen der Gesellschaft, wurde im Jahre 1960 Schützenkönig und ist mit einer Plakette in der Königskette vertreten. Durch einen tragischen Verkehrsunfall verstarb Fürst Ludwig leider sehr früh. Alexander Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Sayn übernahm von seinem Vater das traditionsreiche Protektorat, im Jubiläumsjahr folgt Casimir Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Sayn.
Der erste Schießplatz der Gesellschaft befand sich im Ort Sayn, zwischen den Mühlen, also zwischen der heute wieder hergerichteten Hein’s Mühle und der sogenannten Holler’s Mühle. Das Terrain des Schießplatzes war von der Gemeinde Sayn gepachtet. Geschossen wurde gegen den Berg als natürliche Deckung. Im Jahr 1862 pachtet die Gesellschaft von der Gemeinde Sayn Wiesenflächen im Distrikt Ackergrün. Im Jahr 1889 beschließt die Gesellschaft die Verlegung des Schießplatzes aus dem Distrikt „Ackergrün“ in das Brexbachtal. Hierzu werden die vorhandenen eigenen Grundstücke mitsamt den vorhandenen Aufbauten verkauft. Im gleichen Jahr werden Wiesengrundstücke im Brexbachtal auf den Namen der Gesellschaft gekauft.
Zu Beginn des Jahres 1890 informierte der Generalverwalter des Herrn Protektors den Vorstand, dass dieser beabsichtige, der Gesellschaft eine neue Fahne zu stiften. Die Fahne konnte durch Spenden in den Jahren 2008/2009 restauriert werden. Die Fahnenweihe fand in der Abteikirche Sayn am 15. August 2009 statt. Die Fahne befindet sich heute im Schützenhaus der Gesellschaft. Im Jahr 1988 stiftete der damalige Schützenkönig Herbert Imig der Gesellschaft eine neue Fahne. Diese Fahne sollte die ehrwürdige alte Fahne entlasten und schonen und bei Ausmärschen der Gesellschaft voran getragen werden.
Die Durchführung von Schützenfesten gab Schützengesellschaften in der Vergangenheit wie auch heute Gelegenheit, sich in Ausmärschen mit Musikbegleitung, mit dem Tragen von Schützenuniformen und Fahnen in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Hierbei unterstützen befreundete Gesellschaften sich durch gegenseitige Besuche und Teilnahme an den Umzügen und Festen. Die Aktiven der Schützengesellschaft 1843 e.V. freuen sich über den Besuch von Vereinen, Bevölkerung und allen Interessierten. Zum Jubiläum wurde vom Heimatarchiv Sayn auch eine Chronik erarbeitet.
-PS-
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