Viertägige Kirmes in Roßbach mit abwechslungsreichem Programm
250 Fans kamen zur 3. Hüttengaudi
Schützen übernahmen die komplette Organisation - Junggesellen stellten Kirmesbaum auf
Roßbach. Welcher Bürger braucht schon einen Kirmesbaum? Schon einige, aber nicht in voller Länge, sondern eher stückchenweise und zu Brennholz verarbeitet. Jedenfalls wurde bei der großen Tombola, erster Preis war eine Reise, am 4. und letzten Tag der Roßbacher Kirmes der Kirmesbaum verlost. Der musste zuerst aber auf dem Rummelplatz an der Wiedhalle mit Buden und Karussell aufgestellt und geschmückt werden. Das übernahm der Junggesellenverein Roßbach, der aber ansonsten mit der Kirmes nichts zu tun hat. „Das machen die Schützen“, sagte Jonas Reuschenbach, Vorsitzender des etwa 30 Mitglieder starken Junggesellenvereins, den es erst seit zehn Jahren gibt. Und als die Junggesellen mit Stangen, Traktor und Seilen den Baum aufgerichtet hatten, stieg ein Mitglied in die Höhe: Nico Weber, der nicht nur eine Baumkletterlizenz, sondern auch eine professionelle Ausrüstung besitzt. Oben, also etwa in 23 Metern Höhe, löste Nico Weber schnell die Halte- und Zugseile, warf sie zu Boden und war auch bald wieder unten. Währenddessen hatten einige der 170 Mitglieder starken St. Hubertus Schützenbruderschaft, sie gestaltete und organisierte die gesamte viertägige St.-Michael-Kirmes, am Bierbrunnen an der Wiedhalle den Auftakt vorbereitet. Brudermeister Jörg Gries eröffnete offiziell die Kirmes und dankte allen Helfern, das waren mehr als 100, die zum Gelingen beigetragen haben. Und schon spielte das Tambour Corps Roßbach, der ebenfalls zur Schützenbruderschaft gehört, zur Freude der Schützen und einiger Bürger.
Das Tambour-Corps sorgte für die passenden Klänge
„Wir machen hier alles, organisieren, vorbereiten und die Bewirtung“, erläuterte Jörg Gries und fügte hinzu: „Lediglich die Bedienung haben wir vergeben, die können wir nicht noch selbst übernehmen.“ Das verwundert nicht, denn das große Kirmesprogramm war sehr abwechslungsreich. Am zweiten Kirmestag zogen die Schützen nach dem Festgottesdienst in einem imposanten Fackelzug durch das bengalisch beleuchtete Roßbach. Dabei waren auch das Schützenkönigspaar Manfred und Renate Füllenbach sowie Jungschützenkönig Philipp Gries. Für die passenden Klänge sorgten das Tambour-Corps Roßbach und der Musikverein „Westerwaldklänge Asbacher-Land“. Als „Highlight“ der Kirmes bezeichneten die Schützen die „3. Roßbacher Hüttengaudi“. Dabei spielten in der Wiedhalle erst der Musikverein Rahms auf und schließlich die „Grabenland Buam“. Diese aus dem Fernsehen bekannte Volksmusikgruppe aus Oberösterreich brachte auch in Roßbach alpenländische Stimmung, sodass viele der etwa 250 Fans völlig aus dem Häuschen waren. Tags darauf waren die Schützenfrauen im Einsatz, denn sie sorgten nachmittags für Kaffee und Kuchen. Danach formierte sich ein Festzug, um die Majestäten abzuholen, zu dessen Ehren abends der Königsball mit der Tanzband „Happy Hour“ begann.
Am letzten Kirmestag weckte das Tambour-Corps mit seiner Musik schon um 6 Uhr die Dorfbewohner. Nach dem Gottesdienst gestaltete in der Wiedhalle der Musikverein Rahms den „Bayrischen Dorffrühschoppen“, der in den Kirmesausklang mit Tombola mündete.
HEP
