Allgemeine Berichte | 27.04.2020

Jafar Mohamadi engagiert sich als Neuzugezogener im Moselkrampen

250 Masken in drei Tagen

Jafar Mohamadi an der Nähmaschine. Foto: privat

Bruttig-Fankel. Jafar Mohamadi und seine Frau Maryam gönnen sich kaum eine Pause. Seit einiger Zeit laufen in ihrer Wohnung in Bruttig-Fankel wie bei weiteren Ehrenamtlichen der „Initiative für Neuzugezogene im Moselkrampen“ die Nähmaschinen heiß – sie stellen Mund-Nasen-Bedeckungen her. Seit 2016 leben Jafar und Maryam Mohamadi mit ihren zwei Kindern in dem kleinen Moselort. Seitdem werden sie auch ehrenamtlich begleitet durch die „Initiative Zugezogene im Moselkrampen“. Das Ehepaar stammt aus Pakistan bzw. Afghanistan. In seiner Heimat war Jafar Mohamadi jahrelang in der Textilbranche tätig. Daran erinnerte sich Veronika Raß als in den letzten Wochen immer mehr Mund-Nasen-Bedeckungen (sogenannte community masks) von Privatpersonen und Gruppen genäht werden. Die Pastoralreferentin kennt das Ehepaar durch ihre Arbeit in der Flüchtlingshilfe und für die „Initiative Zugezogenen im Moselkrampen“. Petra Sehl, die die Aktion ehrenamtlich koordiniert, brachte Mohamadi eine Nähmaschine vorbei. „Dann habe ich ihm die Anleitung des Bistums Trier zum Nähen von Mundschutz zugesendet“, berichtet Veronika Raß. „Seither näht er jeden Tag Dutzende von Masken. Nach 72 Stunden hatte er mehr als 250 Masken genäht!“. Das Material wie Bettlaken erhält er von der Kleiderkammer Bruttig-Fankel und von Nachbarn. Diese Bedeckungen stellen zwar keine nachgewiesene Schutzfunktion für die Trägerin oder den Träger selbst dar, sie können bei einer Infektion aber dazu beitragen, das Virus nicht an andere weiterzugeben. Trotzdem ist der Bedarf ist groß, denn die selbstgenähten Masken werden unter anderem auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung für den privaten Gebrauch in öffentlichen Bereichen empfohlen ohne dabei die Husten- und Niesregeln, eine gute Handhygiene und das Abstandhalten zu anderen Personen zu missachten. Zudem verhängen immer mehr Bundesländer, darunter auch Rheinland-Pfalz eine Maskenpflicht. Daher erhält die Initiative täglich Anfragen, teilweise auch aus größerer Entfernung wie unlängst von einem Wohnheim in Ulmen. „Die müssen wir leider zurückstellen“, erklärt Petra Sehl, „wir könnten rund um die Uhr nähen, und es würde nicht ausreichen.“

Der Pfarrverwalter der Pfarreiengemeinschaft Beilstein-Moselkrampen, Paul Diederichs, befürwortet das Engagement der Ehren- und Hauptamtlichen und spricht seinen Dank aus: „Ich finde das toll, dass sich Herr Mohamadi und seine Familie auf diese Weise einbringen.“ Masken konnten bislang an die Intensivstation des Krankenhauses Kemperhof in Koblenz, an das Krankenhaus St. Josef in Zell (Mosel), an die Seniorenzentren St. Hedwig in Cochem und St. Josef in Alf sowie an das Humboldt-Gymnasium in Trier verteilt werden. Jafar Mohamadi arbeitet eigentlich in einem Gastronomiebetrieb. Bis dieser nach der Corona-Pandemie wieder geöffnet hat, wird er sicherlich noch einige Masken nähen. Die Initiative sucht weitere Näherinnen und Näher, die die Aktion unterstützen. Informationen gibt es bei Veronika Raß per E-Mail veronika.rass@bistum-trier.de oder telefonisch (01 51) 12 23 71 15.

Auch das Bistum Trier ermuntert nähfreudige Personen in den Gemeinden, sich an der Herstellung solcher Masken zu beteiligen. Eine Anleitung zum Nähen gibt es hier: https://www.bistum-trier.de/news-details/pressedienst/detail/News/masken-naehen-zum-schutz-anderer/

Die „Initiative für Neuzugezogene im Moselkrampen“ besteht seit 2015. Zur Zielgruppe gehören Flüchtlinge, die vom Sozialamt Cochem im Moselkrampen untergebracht werden, vor allem Familien mit Kindern. Der Initiative gehören zurzeit sieben Ehrenamtliche an, die Familien begleiten sowie engagierte Helferinnen und Helfer der Kleiderkammer Bruttig-Fankel. Die Initiative führt weitere Aktionen und Projekte wie „Fahrräder für Kinder in Flüchtlingsfamilien“ durch.

Pressemitteilung

Bistum Trier

Jafar Mohamadi an der Nähmaschine. Foto: privat

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