2900 Weihnachtspäckchen an Kriegskinder in der Ukraine verteilt
Region. Vor Weihnachten sind von der Sammelstelle der Gesellschaft Bochum-Donezk e.V. in Bochum rund 2.900 Weihnachtspäckchen per LKW auf die Reise in die Ukraine gestartet und inzwischen an Kinder, die von der Kriegsfront evakuiert wurden oder unter schlimmen Umständen dort ausharren müssen, verteilt worden. Beachtliche 500 davon wurden – organisiert vom Vereinsmitglied Hans-Jürgen Tlusty aus Breitscheid - liebevoll von Schüler/-innen, Familien und Bürger/-innen in der Rhein-Westerwald-Region gefüllt und verpackt: von Leutesdorf über Bad Hönningen und Linz bis Unkel am Rhein, von Niederbieber über Waldbreitbach bis Neustadt an der Wied und von Rengsdorf über Horhausen bis Asbach im Westerwald. Vielen herzlichen Dank für diese große Unterstützung.
Begleitet wurden die Geschenke wie im Vorjahr von Ivan Stuckert, dem Vorsitzenden des Vereins, der sie vor Ort zusammen mit dem Einsatzteam des ukrainischen Kriegskinderheims „Sonnenblume“ verteilt hat und darüber berichtet: „Die Freude, die Dankbarkeit, die leuchtenden Kinderaugen –all das lässt sich kaum in Worte fassen.“
Allerdings: Bei aller Freude, die sie den Menschen bereiten konnten und die sie und wir dabei auch selbst empfinden: Die unmittelbare Konfrontation mit der aktuellen Situation führt auch zu einer schmerzlichen Ernüchterung. Ivan schreibt: „Wir wissen nicht, was das neue Jahr für uns bereithält. Alle reden vom Frieden, aber die Realität vor Ort ist eine ganz andere. Es hagelt von Munition, Raketen und Drohnen. Luftalarm hört nicht auf zu heulen. Lasst uns auf das Beste im neuen Jahr hoffen, aber keine Illusionen hegen.
Infolge der erhöhten Reichweite russischer Drohnen sind viele frontnahe Orte, in denen im Vorjahr Weihnachtspäckchen verteilt wurden, nicht mehr zugänglich. Kinder und ihre Eltern werden zu Tausenden aus den Frontgebieten evakuiert. So konnte nur ein Teil der Weihnachtspäckchen und humanitären Hilfe in gefährlichen und aufreibenden Fahrten in Notgebiete wie das Überflutungsgebiet zwischen Mikolajiw und Cherson gebracht werden.
Doch wir bleiben wachsam und lassen nicht nach, unvermindert humanitäre Hilfe zu leisten: materiell, finanziell und durch menschlichen Beistand. Dafür brauchen wir auch weiterhin jede Unterstützung, denn wir haben selbst nicht die Mittel und können nur weitergeben, was wir gespendet bekommen.
Ein großer Kostenfaktor dabei ist der LKW-Transport der Sachspenden in die Ukraine (ca. 3.500 Euro pro Ladung). Neben der laufenden Hilfe ist eines unserer aktuellen Projekte der Aufbau einer größeren Bäckerei in unserem Kriegskinderheim in der Zentralukraine (die auch Menschen in der Umgebung und im Frontgebiet mitversorgt). Durch die Finanzierung und Lieferung von Baumaterial und Maschinen aus Deutschland."
Wer die humanitäre Arbeit mit einem kleinen oder größeren Beitrag unterstützen möchte, kann eine Geldspende an: Gesellschaft Bochum-Donezk e.V., IBAN: DE85 4305 0001 0001 3907 07, Stichwort „Ukrainehilfe“ überweisen.
„An vier Orten zwischen Mikolajiw und Cherson warteten sie bereits auf uns – viele Kinder, viele ältere Menschen. Heute konnten wir helfen. Mit Lebensmitteln. Mit Weihnachts-päckchen. Mit einem Zeichen: Ihr seid nicht vergessen.“ Foto: Bochum-Donezk e.V
