Allgemeine Berichte | 03.04.2019

Kabarett-Abend von Togo-Hilfe und Rheinbach liest e.V.

400 Euro Benefiz und eine neue Lesebrille

Kölner Autor und Kabarettist Thomas Lienenlüke war zu Gast

Der Kölner Kabarettist Thomas Lienenlüke mit seinem Gastgeber Michael Firmenich.Foto: privat

Rheinbach. Der Kölner Autor und Kabarettist Thomas Lienenlüke war vor Kurzem auf Einladung von Rheinbach liest und der Rheinbacher Togo-Hilfe zu Gast im voll besetzten Ladenlokal von Optik Firmenich und bot beste Unterhaltung.

Die Eltern von Thomas Lienenlüke waren nicht begeistert, als er seinerzeit dem Rat Rudi Carrells folgte und sein geisteswissenschaftliches Studium schmiss. „Du kannst doch schreiben“, habe der Altmeister gemeint und dem ursprünglich als Kabelträger jobbenden Studenten 1991 Starthilfe gegeben.

Aus dem Schreiben von ersten Sketchen und Gags als Redaktionsassistent sei bald mehr geworden. Die typisch ostwestfälische Reaktion von Vater Lienelüke, langes Schweigen und dann ein geknurrtes „Wiaste schon sehn, wasse davon hass!“ bewahrheitete sich auf unerwartete Weise.

Heute blickt Thomas Lienenlüke nämlich schon auf ein abwechslungsreiches Berufsleben zurück. Als Autor, Regisseur, Coach und Dramaturg arbeitete er für und mit den verschiedensten Künstlern zusammen. Die illustre Riege reicht von Anke Engelke über Bastian Pastewka, Ingolf Lück, Cordula Stratmann, Jürgen von der Lippe, Sebastian Sick bis zu Dieter Hallervorden. Am meisten Eindruck habe Vico von Bülow alias Loriot auf ihn gemacht. „Der hat mir auch meine jetzige Frau vorgestellt, aber ich finde ihn immer noch toll“, ulkte der Wahlkölner.

Der hochbegabte Malte und das Wesen des Rheinbachers

Dass der oft im Hintergrund agierende Lienenlüke auch selber eine gute Figur vor Publikum macht, bewies er bei seinem Besuch in Rheinbach. Der Bogen seines Programms reichte von Texten über seine ostwestfälische Heimat, eine Liebeserklärung an den kettenrauchenden Schuster im Kölner Veedel bis zu seinen Liedern, die vor Pointen nur so sprühen: über die Absonderlichkeiten einer Safarigruppe, die aus Sicht der Tiere betrachtet werden; die Eltern des vermeintlich hochbegabten Malte oder die Deutschlehrer, die man unweigerlich an ihren Jack-Wolfskin-Jacken erkenne. Dieses Lied hatte dem Abend auch seinen Namen gegeben.

Vor der Pause bekam Mitinitiator und Rheinbach-liest-Vize Gerd Engel als „featured artist“ Gelegenheit, sich über das Wesen des Rheinbachers auszulassen. „Jetzt kann ich mir mit nur minimaler Übertreibung in die Vita schreiben, ich sei mit Thomas Lienenlüke auf Tournee gewesen“, freute sich das Mitglied der Lesebühne Stuss mit Lustig. Als Nächstes komme dann nur noch der Grimme-Preis, was nicht schlecht sei für einen Grundschullehrer mit Ohrenhaaren.

In einem Gespräch mit Engel bot der Gast aus der Domstadt noch ein paar Einblicke in seine Arbeit: „Für jeden Künstler schreibe ich anders, denn jeder hat seinen eigenen Rhythmus und eine andere Art, Pointen vor der Kamera oder auf der Bühne zu setzen.“

Die Chemie stimmte

Die Chemie zwischen dem Rheinbacher Publikum und dem schlagfertigen und sympathischen Bühnenprofi stimmte. Auch die Gastgeber Michael Firmenich und seine Tochter Beatrice kamen aus dem Lachen kaum heraus und sahen über die Lesebrille aus einer bekannten Drogeriekette höflich hinweg.

Was der Rheinbacher Optiker seinem Gast über die Arbeit der Togo-Hilfe erzählen konnte, beeindruckte diesen zutiefst. So machte Lienenlüke dem Publikum, das zu dem Benefiz-Abend freien Eintritt gehabt hatte, ein verlockendes Angebot: „Jeder gibt ein bisschen mehr, als er eigentlich wollte, und im Gegenzug verzichte ich auf meine Gage.“ So kamen am Ende 400 Euro für die Togo-Hilfe Rheinbach sowie die Arbeit von Rheinbach liest zusammen. Und auch Lienenlüke musste nicht mit leeren Händen die Heimfahrt antreten: Die Firmenichs schenkten ihm spontan eine neue Lesebrille aus dem Sortiment des Hauses.

Pressemitteilung Togo-Hilfe und Rheinbach liest e.V.

Der Kölner Kabarettist Thomas Lienenlüke mit seinem Gastgeber Michael Firmenich.Foto: privat

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