Im Buchfinkenland sollen Senioren regelmäßig zu Konzerten eingeladen werden
555 Schritte sind tot - es leben 555 Töne
Buchfinkenland. Die ebenso traditionsreiche wie modellhafte Senioreninitiative „555 Schritte - fit bis ins höchste Alter“ im Buchfinkenland mit den Gemeinden Gackenbach, Hübingen und Horbach ist tot! Es lebe aber das neue Projekt für Menschen ab 75 Jahre unter dem Namen „555 Töne - fit bis ins höchste Alter“! Dies ist das Ergebnis eines Workshops zur Zukunft des Angebotes in der Jugendbegegnungsstätte Karlsheim im Gelbachtal. Dazu waren unerwartet viele ältere und jüngere „Buchfinken“ erschienen, die ein Ziel vereinte: es darf nicht so einfach enden mit den lange beliebten Seniorenangeboten rund um die Zahl 555. Nun soll bald das neue Projekt starten, bei dem dann bei allen monatlichen Treffen die Einladung zu einem ebenso schönen wie seniorengerechten Konzert im Mittelpunkt stehen wird. Dafür werden schon jetzt interessierte Musikgruppen gesucht.
Zunächst stand im Gelbachtal bei Kaffee und Kuchen eine allgemeine Aussprache zur Situation der Initiative 555 - Schritte im Mittelpunkt. Diese wurde über 13 Jahre vom Förderverein des Seniorenzentrums Ignatius-Lötschert-Haus und der Einrichtung in Kooperation mit dem örtlichen Westerwald-Verein Buchfinkenland und der Spielvereinigung Horbach organisiert. Zuletzt waren jedoch immer weniger „Hochaltrige“ zu den Treffen gekommen. „Das Alter hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren stark verändert“, meinte Heimleiter Chris Martin. Senioren hätten heute auch im höheren Alter noch andere Möglichkeiten und viele würden auch vor einer Weltreise nicht zurückschrecken.
„Aber bei guter Musik sind ältere Menschen immer gerne dabei“, fasste Margit Schüller als Leiterin der Freizeitangebote im Altenheim ihre Erfahrungen zusammen. Dem konnte Heinz-Günter Knopp aus Hübingen als einer der betroffenen 555er-Senioren nur zustimmen: „Bei Live-Musik kommen sicher auch viele Ältere aus den Dörfern ringsherum“. Als Musiker und Teil des in der Region bekannten Folk-Duos „Orange Moon“ meinte Franz Schmitz spontan: „Da sind wir dabei!“.
Die Idee, bei einem neuen Projekt immer ein schönes Konzert in den Mittelpunkt zu stellen, beurteilte Bianca Westphal als Seniorenbeauftragte des Westerwaldkreises als zukunftsweisend. „Damit landet ihr einen Volltreffer und viele ältere Menschen auch von außerhalb des Buchfinkenlandes werden gerne eure Einladung annehmen“, meinte die ebenfalls anwesende und für die VG Montabaur zuständige Gemeindeschwester+ Barbara Spiegelhoff, die schon bisher regelmäßig Gast bei den 555ern war.
Gesprochen wurde dann darüber, welche Konzerte denn künftig angeboten werden sollen. Grundsätzlich soll zunächst keine für Senioren geeignete Musikform ausgeschlossen werden: vom Udo-Programm (sowohl Jürgens als auch Lindenberg) bis zu Klassik und Folk soll alles zumindest angedacht werden. Und sogar ein Bayrischer Nachmittag mit entsprechendem Sound wurde vorgeschlagen. Eingeladen werden sollen vom Musikverein bis zur Gesangsgruppe und Folkbands alles, was handgemacht Musik ist - die einigermaßen seniorentauglich ist! Eine große Gage kann (ohne Sponsoren) nicht gezahlt werden, aber eine Aufwandsentschädigung soll möglich sein.
Schnell bestand in der Runde Einigkeit darin, dass monatlich Treffen organisiert werden, die immer am ersten Mittwoch des Monats um 15 Uhr beginnen sollen. Es schließt sich dann jeweils nach einer Stunde in einem anderen Raum ein Kaffeeklatsch mit Quiz und anderen Unterhaltungselementen an. Teilnehmende die das möchten, können abschließend gegen 17 Uhr noch einen geführten gemeinsamen Spaziergang in die benachbarte Natur unternehmen. Also immer drei Bestandteile: Konzert, gesellige Kaffeerunde und Spaziergang.
Hervorgehoben wurde von allen, dass die örtlichen Bedingungen im Buchfinkenland mit Einrichtungen wie dem Familienferiendorf, dem Karlsheim und dem Seniorenzentrum jeweils ideal sind: bei allen gibt es eine Kapelle für ein Konzert und einen Speisesaal für die Kaffeerunde. Ähnliches gilt für den Lindenhof, den Wild- und Freizeitpark sowie das Gasthaus „Zum grünen Baum“ sowie einige Unternehmen.
Klar ist allen Verantwortlichen, dass die Planung des Projektes und die Vorbereitung der Konzerte und Treffen mit viel Engagement und Aufwand verbunden sein wird. „Aber wir sind hoffnungsvoll, genug engagierte Helfer/innen, Sponsoren und interessierte Musikgruppen zu finden, die das neue Projekt gemeinsam stemmen“, gab sich Projektkoordinator Uli Schmidt optimistisch. „Wenn dann noch genug Senioren und Seniorinnen ab 75 Jahre kommen, wird das einer Renner“ meinten Hans-Jürgen Merfels vom Westerwald-Verein und Franz-Josef Jung vom Sportverein zustimmend. Bis Mitte März haben nun alle Beteiligten Zeit, Kontakte zu knüpfen und Ideen auf den Weg zu bringen. Am Mittwoch, 15. März um 15 Uhr soll dann bei einem Vorbereitungstreffen das künftige Programm mit dem Ziel erstellt werden, dass es noch im Sommer losgehen kann. Weitere Infos gerne per Email beim Organisationsteam unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de.
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