Tambourcorps Frei Weg Heimerzheim feierte Jubiläum
80 Jahre Tradition, Spaß am Musizieren und Freude am Vereinsleben
Heimerzheim. Auf 80 Jahre Tradition, Spaß am Musizieren und Freude am Vereinsleben blickte das Tambourcorps Frei-Weg Heimerzheim bei seinem Jubiläumsfest auf dem Schützenplatz zurück. Dort empfingen die zwei Dutzend Aktiven um den Vorsitzenden Michael Ratzke nicht nur zahlreiche Bürger aus der Swisttal-Metropole, sondern auch ein halbes Dutzend befreundeter Musikvereine, die zu Unterhaltung des Publikums fast den ganzen Nachmittag über beim musikalischen Freundschaftsspiel die Instrumente erklingen ließ. Unter der Schirmherrschaft von Vizebürgermeister Manfred Lütz startete das Fest mit einem musikalischen Frühschoppen auf dem Schützenplatz, bevor sich der sehenswerte Festzug mit zahlreichen Ortsvereinen und befreundeten Musikvereinen durch die Heimerzheimer Straßen schlängelte. Nach den Worten von Bürgermeister Eckhard Maack, Schirmherr Manfred Lütz und Vereinschef Michael Ratzke galt es, einige verdiente Vereinsmitglieder zu ehren. Über 65 Jahre dabei sind Ehrenvorsitzender Willy Schumacher und die beiden Ehrenmitglieder Jakob Engels und Matthias Schneider, die sich über ein Jubiläums-Holzwappen freuen durften. Das gleiche nahmen auch die beiden „Goldjubilare“ Hans-Peter Hölz und Dieter Brüssel entgegen, die beide schon seit 50 Jahren Mitglied des Tambourcorps sind. Im Verlaufe des Nachmittags gab es noch zahlreiche weitere Ehrungen für langjährige Vereinstreue.
Rückblick in die Historie
Nachdem im Jahre 1934 in Heimerzheim die Freiwillige Feuerwehr gegründet war, kam dem damaligen Brandmeister, Wilhelm Meier, der Gedanke, innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr, einen Spielmannszug zu gründen. Das Interesse war bei vielen Männern groß. Somit wurde fast jeden Abend in der Schützenhalle sehr eifrig und intensiv geprobt. Der Ehrgeiz trug schon bald Früchte, denn der Heimerzheimer Spielmannzug konnte nach kurzer Zeit in der Öffentlichkeit auftreten. Instrumente, die nunmehr nötig waren, wurden von den Mitgliedern und deren Eltern angeschafft. 1939 sah das Tambourcorps aufgrund des 2. Weltkrieges einem jähen Ende entgegen. Bei einem Luftangriff am 3. März 1945 wurden zudem die mit viel Liebe gepflegten Instrumente völlig zerstört. Nach Kriegsende setzte man sich mit den heimgekehrten Spielleuten zusammen und überlegte, wie man den Spielmannszug, der wie viele andere Vereine auch vor dem Nichts stand, wieder aufleben lassen könnte. Es wurden neue Interessenten geworben, und mit dem Flötisten Leo Anton sowie dem Tambour Karl Münch waren die benötigten Ausbilder schnell gefunden. Die notwendigen Instrumente konnten mit Hilfe eines Kredits gebraucht gekauft werden.
Theater- und Operettenabende
Kurz darauf beschloss der Verein, sich selbstständig zu machen, und die Mitglieder wählten Leo Anton zum Vorsitzenden. Von nun an trägt der Spielmannzug den Namen: „Tambourcorps Frei-Weg Heimerzheim“. Weiter wurden Tambourwettstreite besucht, Festzüge gespielt und Feste gefeiert. Die entstehenden Kosten, die durch Neuanschaffung von Instrumenten entstanden, wurden mit Theater- und Operettenabenden abgedeckt, stets unter der Leitung von Peter Kerzmann und seiner Frau Käthe. Die männlichen Darsteller kamen dabei aus den eigenen Reihen, wobei sich deren Frauen und Freundinnen auch sehr intensiv beteiligten. Ab 1972 stellte die Gemeinde den Musikern im Alten Kloster einen Übungsraum zur Verfügung. Doch die Zahl der Aktiven war rückläufig. Als bei der ersten Kindersitzung 1974 in Heimerzheim intensiv um Nachwuchs geworben worden war, meldeten sich 27 Jugendliche im Alter von acht bis 13 Jahren an, die in den folgenden Monaten in das Tambourcorps integriert werden mussten. Dabei machten sich besonders Willi Schumacher, Peter Braun, Josef Jung, Hans Wirtz und Karl-Heinz Sinzig verdient.
Disziplin und Fleiß erforderlich
Seit mittlerweile zehn Jahren richtet das Tambourcorps auch die Heimerzheimer Großkirmes aus und ist auch sonst sehr aktiv im Heimerzheimer Dorfleben. „Auch wenn der Spaß im Verein nicht zu kurz kommt, so gehören doch auch Disziplin und Fleiß dazu, um das Repertoire unserer Musikstücke zu erhalten und regelmäßig zu erweitern“, macht Ratzke klar. Das Repertoire umfasse neben traditionellen Märschen, Karnevalsliedern und St. Martin-Liedern auch viele moderne Musikstücke. Nach wie vor sei man froh über jeden Neuzugang, denn eigentlich könne jeder mitmachen, der Spaß am Musizieren habe und mindestens acht Jahre alt sei. Übungsstunde ist jeden Mittwoch von 18 bis 20 Uhr im Dachgeschoss des Alten Klosters. Wer Interesse hat, solle einfach einmal vorbei kommen.
