Allgemeine Berichte | 20.03.2023

Verkehrsbetrieb Rhein-Eifel-Mosel GmbH befördert 1,1 Millionen Fahrgäste pro Jahr

85 Prozent der Busfahrer kommen aus Osteuropa

Blick in die Buswerkstatt der Verkehrsbetriebe Mittelrhein in Brohl-Lützing.  Fotos: GS

Brohl-Lützing. Wenn es um Busse und den Öffentlichen Personennahverkehr geht, ist Brohl-Lützing die erste Adresse in der Region. Dort haben die lokalen Busbetriebe der Transdev GmbH unter dem Markennamen Verkehrsbetriebe Mittelrhein (VMR) ihren Sitz. Zu den Verkehrsbetrieben gehören die Ahrweiler Verkehrs GmbH für Linien im Kreis Ahrweiler und im Kreis Cochem-Zell sowie die Verkehrsbetrieb Rhein-Eifel-Mosel GmbH (VREM), die 99 Linien im Bereich Maifeld, Pellenz und Vordereifel betreibt.

Bei einem Gespräch mit BLICK aktuell präsentierte VREM-Geschäftsführer Cornelius Kournettas aktuelle Zahlen. So beträgt die Gesamtfahrstrecke aller VREM-Busse pro Jahr rund elf Millionen Kilometer. Dabei werden circa 1,1 Millionen Fahrgäste befördert. Zurzeit sind 204 Busfahrer für die VREM auf den Strecken unterwegs, in der Zentrale in Brohl-Lützing sind 30 Menschen beschäftigt, sieben davon in der Buswerkstatt, die für Wartung und kleinere Schäden zuständig ist. Die Mitarbeiter der Verwaltung haben indes per Bildschirm alle Strecken und Busse im Blick, können im Notfall koordinierend eingreifen.

Mangel an Fachkräften

Eigentlich also eitel Sonnenschein. Doch das Thema Personal ist der wunde Punkt, mit dem alle Busunternehmen in Deutschland zu kämpfen haben. Denn: Es gibt auf dem deutschen Arbeitsmarkt so gut wie keine Busfahrer. Trotz Tariflohns von 17,20 Euro pro Stunde sieht es mit Bewerbern mau aus. Schichtdienst und Wochenendarbeit sind eben nicht jedermanns Sache. „Wir müssen den Beruf des Busfahrers attraktiver machen“, sagt denn auch Kournettas. Da sei bei den Löhnen noch Luft nach oben, auch wenn es dabei die Wettbewerbsfähigkeit zu beachten gelte.

Wie meistern die VREM nun den Personalengpass? Auf den Fachkräftemangel im gesamten Öffentlichen Verkehr haben die Verkehrsbetriebe Mittelrhein laut Kournettas frühzeitig reagiert und können deshalb trotz Corona den vereinbarten Fahrplan mit ausreichend Personal bedienen. Wobei 85 Prozent der Fahrer aus dem europäischen Ausland, sprich Polen, Ungarn oder Rumänien kommen. Für diese Kollegen appelliert der Geschäftsführer auch an das Verständnis der Fahrgäste: „Da viele unserer Mitarbeitenden teils noch kein Jahr in Deutschland leben, existieren naturgemäß weiterhin Sprachbarrieren. Gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden tun wir weiterhin alles dafür, dass sich deren Kenntnisse der deutschen Sprache möglichst rasch weiter verbessern und die Kommunikation mit den Fahrgästen erleichtert wird.“ Im Betrieb kümmere sich ein Integrationsbeauftragter um die Kollegen aus Osteuropa. Dabei reiche das Spektrum vom Fahrtraining bis zur Wohnraumbeschaffung und von der Kontoeröffnung bis zur Unterstützung beim ersten Einkauf.

Trotz sorgfältiger Planung spüre das Unternehmen jedoch weiterhin die Auswirkungen der Corona-Pandemie und verzeichne wie viele andere Verkehrsunternehmen kurzfristige Krankmeldungen. Dank entsprechender Personaldisposition sei man aber in der Lage, diese zu kompensieren. „Unsere Mitarbeitenden sind in hohem Maße engagiert, unsere Fahrgäste nach Plan zu befördern und an ihr Ziel zu bringen“, so Kournettas, der aber auch Probleme nicht verschweigt.

Neustrukturierung des ÖPNV

So habe es mit der Neustrukturierung des Linienverkehrs im VREM-Bereich eine Art Zeitenwende im ÖPNV gegeben. Die mit einem mehr an Leistungen von 130 Prozent zum Fahrplanwechsel 2020/2021. „Da kam ein ganzes Konglomerat an Maßnahmen auf uns zu“, so Kournettas. Denn Schüler- und Kindergartenverkehre wurden in den ÖPNV integriert. Das zeitigte nicht gerade Begeisterungsstürme. „Es ist eine politische und somit für uns verbindliche Entscheidung“, sagt der Geschäftsführer ohne jeden Kommentar.

Stolz ist er hingegen auf ein Zahlenwerk, dass die Arbeit des Unternehmens in den drei Linienbündels im Kreis Mayen-Koblenz spiegelt. Bei durch die Bank in den Bündeln je Quartal geplanten 60000 Fahrten lag die erbrachte Leistung bei weit über 90 Prozent. Soll heißen: Die ausgefallenen Fahrten bewegten sich im unteren zweistelligen Bereich. Und komme es zu Verspätungen oder Qualitätsabweichungen bei einzelnen Fahrten, liege dies hauptsächlich an Baustellen auf der Strecke, die einen reibungslosen Busverkehr erschwerten oder an nicht vorhersehbaren Einflussfaktoren. „Stellen wir Qualitätsabweichungen fest, analysieren wir diese sehr genau, um unsere Verkehrsleistung weiter zu verbessern und den ÖPNV damit attraktiver zu machen. Wir planen diese nach Bekanntgabe durch die Behörden zwar umgehend ein, aber durch Umwege bedingt längere Fahrzeiten ist leider eine hundertprozentig verlässliche Kalkulation des Betriebsablaufs nicht möglich“, so Kournettas.

Auch das Aufkommen von Beschwerden von Fahrgästen im Landkreis Mayen- Koblenz sei seit Februar 2022 kontinuierlich auf einen niedrigen Wert gesunken. Berechtigte Beschwerden hatten dabei ihre Ursache zum größten Teil in Startschwierigkeiten zum Fahrplanwechsel und die Neustrukturierung. Cornelius Kournettas: „Sollte es dennoch Beschwerden von Fahrgästen geben, so nehmen wir diese sehr ernst, denn wir sehen uns als Dienstleister am Kunden und wollen weiterhin zufriedene Fahrgäste.“ Kontaktaufnahme für Fahrgäste ist dazu direkt beim VMR in Brohl-Lützing oder auch über das Service-Center der Transdev in Neubrandenburg möglich.

Die Transdev GmbH mit Sitz in Berlin ist mit mehr als 7500 Mitarbeitenden der größte private Mobilitätsanbieter in Deutschland. Ihre Tochtergesellschaften befördern jährlich 160 Millionen Passagiere mit Bus oder Bahn.

GS

Geschäftsführer Cornelius Kournettas in der Zentrale der VMR. Dort wissen die Mitarbeiter jederzeit, wo die Busse unterwegs sind.

Geschäftsführer Cornelius Kournettas in der Zentrale der VMR. Dort wissen die Mitarbeiter jederzeit, wo die Busse unterwegs sind.

Blick in die Buswerkstatt der Verkehrsbetriebe Mittelrhein in Brohl-Lützing. Fotos: GS

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