Verbandsgemeinde Vordereifel informiert über das Förderprogramm „Klimaangepasstes Waldmanagement“
900 Mio. Euro für die Anpassung der Wälder an die Folgen der Klimakrise
Boos. Allein in den vergangenen fünf Jahren fielen in Deutschland rund 400.000 Hektar Wald den Folgen der Klimakrise zum Opfer. Dürre, Hitze und Insektenbefall haben den deutschen Wald zuletzt sichtbar geschwächt. Unsere Wälder brechen unter der Last der Klimakrise regelrecht zusammen. Damit der Wald vom Patienten zum Klimaschützer wird, wurde ein gewaltiges Wald-Klima-Paket geschnürt. Mit 900 Millionen Euro werden Waldbesitzende vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) dabei unterstützt, ihre Wälder an die Folgen der Klimakrise anzupassen. Die Fördermittel werden nach dem sog. „Windhundprinzip“ vergeben. D.h., wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Die Kriterien reichen von der Vorausverjüngung bis zur Schaffung größerer Baumartenvielfalt und der Erhaltung der Biodiversität.“ Gefördert werden mit dem „Klimaangepassten Waldmanagement“ kommunale und private Waldbesitzende, die sich – je nach Größe ihrer Waldfläche – dazu verpflichten, 11 beziehungsweise 12 Kriterien eines klimaangepassten Waldmanagements über 10 oder 20 Jahre einzuhalten. Wer gefördert wird, muss einen Nachweis eines anerkannten Zertifizierungssystems über die klimaangepasste Waldbewirtschaftung erbringen. Alfred Schomisch, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Vordereifel, sagte dazu: „Ein starker Wald bedeutet zugleich auch Klimaschutz. Denn jeder intakte Hektar Wald schützt nicht nur das Klima sondern ist zudem auch Lebensraum für Tiere sowie Pflanzen. Damit erhalten unsere nachfolgenden Generationen eine wertvolle Zukunftsperspektive.“
Zielrichtung: Klimaresilienz
Klimaschutz und Anpassung der Wälder an den Klimawandel sind eine nationale Aufgabe von gesamtgesellschaftlichem Interesse. Dem Erhalt der Wälder als wichtige Kohlenstoffspeicher und der nachhaltigen Waldbewirtschaftung kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Um Waldbesitzende zu unterstützen, diese Aufgabe zu meistern, hat die Bundesregierung die Zuwendung „Klimaangepasstes Waldmanagement“ geschaffen.
Zweck der Zuwendung sind der Erhalt, die Entwicklung und die Bewirtschaftung von Wäldern, die an den Klimawandel angepasst (klimaresilient) sind. Nur klimaresiliente Wälder sind dauerhaft in der Lage, neben der CO2-Bindung in Wäldern und Holz auch die anderen Ökosystemleistungen (z. B. Schutz der Biodiversität, Erholung der Bevölkerung, Erbringung von weiteren Gemeinwohlleistungen sowie die Rohholzbereitstellung) zu erfüllen.
Die Kriterien
Gegenstand der Zuwendung ist die nachgewiesene Einhaltung von übergesetzlichen und über derzeit bestehende Zertifizierungen hinausgehenden Kriterien für ein klimaangepasstes Waldmanagement, mit dem Ziel, Wälder mit ihrem wertvollen Kohlenstoffspeicher zu erhalten, nachhaltig und naturnah zu bewirtschaften und an die Folgen des Klimawandels stärker anzupassen. Dabei ist für die Resilienz der Wälder und ihrer Klimaschutzleistung als Grundvoraussetzung auch ihre Biodiversität zu erhöhen. Ebenso dazu gehören auch die Planung und die Vorbereitung des klimaangepassten Waldmanagements.
Ein klimaangepasstes Waldmanagement umfasst die folgenden Kriterien:
1. Vorausverjüngung ist Pflicht
2. Vorfahrt für Naturverjüngung geben
3. Standortheimische Baumarten verwenden
4. Natürliche Entwicklung auf kleinen Freiflächen zulassen 5. Größere Baumartendiversität schaffen
6. Große Kahlflächen vermeiden
7. Mehr Totholz für mehr Leben
8. Mehr Lebensräume mit Habitatbäumen schaffen
9. Größerer Rückegassenabstand: Begrenzung der Bodenverdichtung 10. Pflanzen natürlich gesund erhalten
11. Wasserhaushalt verbessern
12. Raum für natürliche Waldentwicklung geben
Auf 5 Prozent der Fläche sollen sich Wälder natürlich entwickeln. Die lfd. Nummer 8 bedeutet, dass bis Ende 2024 insgesamt 17.095 Biotopbäume markiert und erfasst werden müssen. Dies stellt eine Mammutaufgabe für unsere Revierleiter-innen dar.
Die Verpflichtung auf das Kriterium Nr. 12 ist verbindlich für Betriebe über 100 Hektar, freiwillig für Betriebe unter 100 Hektar.
Die Bindefrist für die ersten 11 Kriterien beträgt 10 Jahre, für das Kriterium 12 beträgt sie 20 Jahre.
Die genannten Bindungsfristen gelten aber nur so lange, wie auch finanziell gefördert wird. Wird das Programm aufgrund fehlender Finanzierung beendet, so müssen die Kriterien des Förderprogramms nicht mehr eingehalten werden.
Gesichert ist die Finanzierung zunächst bis einschließlich 2026. Für den verbleibenden Zeitraum wird von einer „In-Aussichtstellung“ gesprochen.
Waldbesitzende, die sich zur Erfüllung aller Kriterien verpflichten, erhalten bis zu einer Gesamtwaldfläche von 500 Hektar eine Förderung von 100,00 Euro/Hektar.
Seitens der Verbandsgemeindeverwaltung wurden für alle 25 waldbesitzenden Ortsgemeinden Anträge zur Teilnahme am Förderprogramm gestellt. Gleichzeitig haben sich die Gemeinden zur Erfüllung aller 12 Kriterien verpflichtet.
Aufgrund der zeitnahen Antragstellung wurden alle Förderanträge positiv beschieden.
Das bedeutet, dass für insgesamt 3.419 ha zuwendungsfähige Waldfläche die Ortsgemeinden einen Zuwendungsbetrag in Höhe von insg. 341.900 Euro erhalten; und das jährlich auf 10 Jahre - sofern Fördermittel zur Verfügung stehen.
Für das 11. bis 20. Jahr beträgt der Zuwendungsbetrag für insgesamt 171 ha (5% Fläche für natürliche Waldentwicklung) jährlich 17.100 Euro.
Sofern die Fördermittel über die anvisierten 20 Jahre gezahlt werden, erhalten die Ortsgemeinden innerhalb der Verbandsgemeinde Vordereifel insg. 3.590.000 Euro für die Waldbewirtschaftung. Bürgermeister Alfred Schomisch ist sich sicher: „Dieses Wald-Klima-Paket stellt eine langfristige Fördermaßnahme dar, die die Finanzierung von zusätzlichen wichtigen Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen ermöglicht.“
Pressemitteilung
Verbandsgemeinde Vordereifel
(v.l.) Fachbereichsleiter Finanzen, Markus Hermann, Bürgermeister Alfred Schomisch, Revierförster Axel Schneider sowie Nicole Steffens (ebenfalls vom Fachbereich Finanzen bei der Verbandsgemeinde Vordereifel) machten sich vor Ort gemeinsam ein Bild über die aktuelle Waldsituation und den notwendigen Einsatz der Fördermittel im Forstrevier Boos. Foto: Verbandsgemeinde Vordereifel
